Acai, Goji & Co.: Wunderbeeren mit Superkräften?

Neben der Gojibeere wird auch die Acaibeere als Superfood angepriesen. Die Frucht der südamerikanischen Kohlpalme ähnelt im Aussehen der Heidelbeere. Sie soll besonders reich an Antioxidantien sein und dadurch entzündungshemmend wirken. Allerdings kann der Anteil der Nährstoffe in den angebotenen Pulvern und Extrakten stark schwanken, und die Belege für eine Wirkung sind dünn. Zudem warnen Experten davor, dass die Beeren Schadstoffe wie Mineralöle enthalten können.  

Chiasamen: Körner mit hohem Nährstoffgehalt

Auch die mexikanischen Chiasamen haben sich einen Ruf als Superfood erarbeitet. Tatsächlich sind die unscheinbaren Körner reich an Ballaststoffen, Mineralstoffen wie Eisen und Kalzium sowie an Omega-3-Fettsäuren. Letztere spielen unter anderem bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen eine Rolle. Allerdings gibt es Hinweise, dass größere Mengen blutverdünnend wirken können. Es wird daher empfohlen, maximal 15 Gramm Chiasamen täglich zu verzehren - das  entspricht etwa einem Esslöffel.      

Spirulina, Chlorella & Co.: Die Kraft der Algen

Im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel werden unter anderem verschiene Produkte aus Mikroalgen als Superfood vermarktet: So sollen Chlorella und Spirulina reich an Proteinen und sekundären Pflanzenstoffen wie Chlorophyll sein. Spirulina wird wegen seines hohen Gehalts an Vitamin B12 als besonders wertvoll für Vegetarier angepriesen. Doch auch hier gilt: Die Nährstoffgehalte der verschiedenen Extrakte können stark schwanken und Wunder sollte man keine erwarten.

Kurkuma und Ingwer: Gewürze mit Heilwirkung?

Auch einigen Gewürzen werden Wunderwirkungen zugeschrieben - allen voran dem Currygewürz Kurkuma, auch Gelbwurz genannt. Die gelbe Knolle soll Magen-Darm-Beschwerden lindern und verschiedenen Krankheiten vorbeugen. Tatsächlich belegen verschiedene Studien eine positive Wirkung auf den Darm. Da die Studien aber überwiegend an Tieren oder im Labor durchgeführt sind, halten sich seriöse Wissenschaftler mit Empfehlungen zurück. Ingwer hingegen ist vor allem als traditionelle Heilpflanze bekannt. Die ätherischen Öle sollen den Darm beruhigen und - als Tee zubereitet - Erkältungsbeschwerden lindern.  

Exotische Superfoods: Weit gereist und teuer

In vernünftiger Menge genossen, spricht nichts gegen ein Superfood-Smoothie mit Spirulina, Gojibeere oder Kurkuma. Allerdings sind die meist weit gereisten Lebensmittel vergleichsweise teuer und nicht gerade ökologisch. Wer Nahrungsergänzungsmittel aus dem Internet bestellt, riskiert außerdem, an unseriöse Anbieter von schlecht kontrollierten Produkten zu geraten. Für die meisten exotischen Superfoods gibt es heimische Alternativen, die genauso nährstoffreich und deutlich preiswerter sind. 

Regionale Superfoods: Blaubeere und Grünkohl

Für einen hohen Gehalt an Antioxidantien muss es beispielweise nicht die teure Goji- oder Acaibeere sein. Die heimischen Obstbauern bieten gerade im Bereich der Beeren hervorragende Alternativen an - viele lassen sich sogar im eigenen Garten anbauen. Dunkle Beeren wie Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren oder Brombeeren sind reich an Anthocyanen, die antioxidativ und damit entzündungshemmend wirken. Ein weiterer Vorteil: Durch den kurzen Transportweg bleiben empfindliche Vitamine wie Vitamin C oder Folsäure besser erhalten. 

Wer Ersatz für teure Mikroalgen sucht, kann zu dunkelgrünem Gemüse greifen. Grünkohl, Brokkoli und Spinat enthalten ebenfalls reichlich Chlorophyll, dazu Mineralstoffe wie Eisen und Kalium sowie Vitamine.

Hier eine Liste mit regionalen Alternativen zu exotischem Superfood:

  • Walnüsse statt Avocado
  • Sanddorn statt Gojibeeren
  • Leinsamen statt Chiasamen
  • Blaubeeren statt Acai
  • Grünkohl statt Spirulina
  • Rapsöl statt Kokosöl

Superfood-Smoothie ganz einfach selbst gemacht

Wer seinen Speiseplan mit nährstoffreichen Lebensmitteln aufpeppen will, muss also nicht zu teuren Nahrungsergänzungsmitteln oder exotischen Superfoods greifen. Ein Superfood-Smootie lässt sich auch ganz einfach selbst mixen:

Beeren-Sanddorn-Smoothie

Mischen Sie 100 Milliliter Sanddornsaft mit 450 Gramm dunklen Beeren, einer Banane und 500 Gramm Joghurt oder Kefir. Alles gründlich pürieren. Geben Sie nun einen Teelöffel Kurkumapulver und einen Esslöffel klein gehackten Ingwer dazu und schmecken Sie den Smoothie nach Belieben mit Honig ab.

Spinat-Zitronen-Smoothie

Raspeln Sie eine Rote Bete, eine Karotte und einen großen Apfel klein. Geben Sie alles zusammen mit zwei Handvoll Babyspinat und einem Esslöffel Leinsamen in den Mixer. Pressen Sie eine Orange und eine Zitrone aus und geben Sie den Saft ebenfalls dazu. Alles gut pürieren. Gegebenenfalls mit Orangensaft oder Wasser verdünnen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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