Sind Wakame-Algen gesund? Fakten zu Wakame, Nori, Spirulina & Co.
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Sind Wakame-Algen gesund? Fakten zu Wakame, Nori, Spirulina & Co.

Algen schmecken in Sushi-Röllchen, Misosuppe und als Wakame-Salat richtig lecker. Doch sind Wakame-Algen gesund? Kann man Nori bedenkenlos verzehren und was hat es mit Spirulina auf sich? Lesen Sie hier, warum Algen als Superfood gehandelt werden - und warum Sie mit dem Genuss dennoch vorsichtig sein sollten.

Algen werden in der Küche immer beliebter

In Nori-Blätter eingerollte Sushi-Häppchen, einen Wakame-Salat als Beilage und dazu noch eine würzige Suppe auf Kombu-Basis: Algen sind ein fester Bestandteil der japanischen Küche und werden auch in Europa immer beliebter.

Aktuell wird Kelp, also Seetang, als das neue Superfood gehandelt. Dabei ist Alge nicht gleich Alge. Grundsätzlich muss in zwei Arten unterschieden werden:

  • Mikroalgen: Die Einzeller sind mit bloßem Auge kaum sichtbar und werden höchstens für Nahrungsergänzungsmittel oder als Hilfsstoffe in der Lebensmittelindustrie verwendet.
  • Makroalgen: Können bis zu 60 Meter lang werden und lassen sich teilweise wie Gemüse verarbeiten.

Rund eine halbe Million Algenarten dürfte es weltweit geben. Auf dem Teller landet davon aber nur eine Handvoll. Dabei handelt es sich um Braunalgen, Rotalgen und Grünalgen. Blaualgen hingegen sind in Wahrheit gar keine Algen, sondern Bakterien und häufig gesundheitsschädlich. Geschmacklich bringt das Meeresgemüse Abwechslung in den Speiseplan. Doch sind Wakame-Algen gesund? Kann man Nori bedenkenlos genießen und wie sieht es mit Spirulina aus?

Viele Nährstoffe versus viel Jod: Wie gesund sind Algen wirklich?

Pauschal sind Algen weder gesund noch ungesund. Die Inhaltsstoffe der einzelnen Algenarten unterscheiden sich sehr stark und auch die Ernte- und Lagerungsbedingungen sowie die Zubereitungsart beeinflussen, was beim Verzehr der Meeresblätter wirklich im Körper landet.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Algen sind kein Wundermittel und als Europäer sollten Sie die asiatische Delikatesse in Maßen genießen.

 Kleine Platten aus getrockneten Nori-Algen sind ein fester Bestandteil der japanischen Küche.
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Kleine Platten aus getrockneten Nori-Algen sind ein fester Bestandteil der japanischen Küche.

Algen können wahre Protein- und Nährstoffbomben sein, während sie gleichzeitig fettfrei sind. Auf der Liste der Inhaltsstoffe stehen beispielsweise:

  • Kupfer
  • Kalium
  • Natrium
  • Zink
  • Vitamine A, C und E sowie einige B-Vitamine

Auf der anderen Seite enthalten einige Algen aber auch extrem viel Jod – allen voran die Braunalgenart Kombu. Bereits 0,05 Gramm der getrockneten Alge decken den Jodbedarf eines Erwachsenen.

Das klingt zunächst verlockend, da die Menschen hierzulande tendenziell eher an Jodmangel leiden. Eine Überversorgung mit Jod allerdings kann schnell zu Schilddrüsenproblemen führen.

Die für Sushi verwendeten Nori-Blätter hingegen enthalten deutlich weniger Jod. Sie können davon also problemlos drei bis vier Blätter essen, bevor Sie Ihre Tagesdosis erreichen. Selbst gute Esser dürften satt sein, bevor sie diesen Wert überschreiten.

Sind Wakame-Algen gesund?

"Sind Wakame-Algen gesund?" ist eine häufige Frage von Algen-Liebhabern, die vor allem Miso-Suppe und in Sesam eingelegten Wakame-Salat mit Vorliebe verspeisen. Wakame ist reich an den Vitaminen A, C und E sowie an den Mineralstoffen Magnesium und Kalzium. Ein Plus für Veganer: Die Alge ist ein guter Vitamin B12-Lieferat. Außerdem ist sie, genau wie andere Algenarten auch, reich an Jod. Übertreiben sollte man es mit Wakame-Algen - genauso wie mit anderen Algen - nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät in der Schwangerschaft von Algen- und Algenprodukten sogar komplett ab. Der Grund: Algen können nicht nur stark schwankende Jodgehalte aufweisen. Sie können zudem reich an Arsen und anderen Kontaminanten sein.

Auch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz weist neben einem hohen Nährstoffgehalt der Algen auf unerwünschte enthaltene Substanzen hin. Denn Algen filtern aus dem Meerwasser nicht nur die wertvollen Inhaltsstoffe, sondern auch Schadstoffe wie Blei, Cadmium, Quecksilber und andere Schwermetalle. Auf die Frage, ob Wakame-Algen gesund sind, lässt sich antworten: Für Gesunde ist ein Algen-Genuss in Maßen in Ordnung. Schwangere, Stillende und Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen sollten ihren Arzt um Rat fragen.

So können Sie Algen zubereiten

Frische Algen gibt es hierzulande nur sehr selten. Meist werden Sie getrocknete Algen im örtlichen Asialaden kaufen und zu Hause einweichen müssen, wenn Sie gern damit kochen wollen. Verwendungsmöglichkeiten gibt es verschiedene:

  • Rotalge Nori: als Wickelpapier für Sushi, gemahlen als Gewürz für Suppen und Salate oder in Streifen zum Garnieren von Fisch und Nudeln
  • Braunalge Wakame: als Salat oder Einlage in würzigen Suppen
  • Braunalge Kombu: zerrieben als natürlicher Geschmacksverstärker mit Fischaroma für Suppen

Wenn Sie die Algen einweichen, sollten Sie zwischendurch immer wieder das Wasser wechseln. Durch diesen Spülvorgang wird der Jodgehalt reduziert – bleibt aber gerade bei Kombu immer noch sehr hoch.

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Algen als Nahrungsergänzungsmittel

Vor allem die Mikroalgen Spirulina, Chlorella und Aphanizomenon (auch AFA-Alge genannt) werden gern als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Versprochen werden allerlei gesundheitsfördernde Effekte, etwa Vorbeugung gegen Vitamin-B12-Mangel für Veganer oder angeblich sogar Schutz vor Krebs.

Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Keines dieser Produkte ist als Arzneimittel zugelassen. Sprich: Es ist keine sichere Wirkung nachgewiesen. Viele Produkte enthalten sogar Microcystine, ein gesundheitsschädliches Nebenprodukt von Blaualgen.

Nahrungsergänzungsmittel sollten ohnehin immer nur in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

GS
Autor/-in
Gisèle Schneider
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