Hirntumor erfunden: Bloggerin zu Geldstrafe verurteilt
© jacoblund/iStock / Getty Images Plus
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Hirntumor erfunden: Bloggerin zu Geldstrafe verurteilt

Sie hat alle genarrt: Millionen von Follower, App-Nutzer und Leser ihres Kochbuchs. Mit einer erfundenen Krebserkrankung hatte es die australische Bloggerin Belle Gibson zu Berühmtheit und Wohlstand gebracht. Nun folgte der Absturz: 275.000 Euro Strafe und das Aus für ihr Geschäft.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Gibson die Verbraucher jahrelang getäuscht hat, um sich persönlich zu bereichern. Ob ihre Story vom Krebs und seiner Heilung auch von Wahnvorstellungen der jungen Frau getrieben war, sei nicht abschließend zu klären. Ein Glück für die Bloggerin, sonst wäre das Urteil wohl noch härter ausgefallen.

Die Lügengeschichte von Belle Gibson

Die Story ist perfekt: Eine junge Mutter erkrankt an einem Hirntumor. Der Krebs ist im Endstadium, die Lebenserwartung liegt nur noch bei Monaten. Doch dann kommt die Wende. Viel Sauerstoff, eine ausgeklügelte Ernährung und Ayurveda führen zur Heilung. Die Totgeweihte besiegt die Krankheit und stellt sich nun selbstlos in den Dienst anderer. Neue Hoffnung für Betroffene in aller Welt.

Krebs hatte Belle Gibson nie, Cleverness, Geschäftssinn und Talent aber schon. Ihre App „The Whole Pantry“ („Die ganze Speisekammer“) wurde von Apple zur Food-App des Jahres gewählt – ein Kandidat für die Vor-Installation auf der Apple-Watch. Die Zeitschrift „Elle“ kürte Gibson 2014 zur „inspirierendsten Frau des Jahres“. Eine erstaunliche Leistung für eine Frau mit Wahnvorstellungen. 

Hirntumor nur erfunden: 275.000 Euro Strafe

Mit der Geldstrafe von umgerechnet rund 275.000 Euro kommt die Verurteilte wohl noch glimpflich davon. Ihr Gewinn dürfte Millionen betragen haben. Als besonders verwerflich wertete das Gericht, dass Belle Gibson stets behauptet hatte, einen großer Teil ihrer Einkünfte aus App- und Buchverkäufen zu spenden. Tatsächlich war es jedoch nur ein Bruchteil von weniger als drei Prozent.

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