Mahnungen: Was ist möglich und was können Sie dagegen tun?
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Mahnungen: Was ist möglich und was können Sie dagegen tun?

Eine Mahnung ist die Aufforderung eines Gläubigers an seinen Schuldner, die vereinbarte Leistung zu erbringen. Meist handelt es sich dabei um eine Geldforderung über einen bestimmten Betrag, der zum Zeitpunkt der Mahnung bereits fällig gewesen sein muss.

Die Mahnung hat das Ziel, den geschuldeten Betrag möglichst schnell zu erhalten. Sie stellt für den Schuldner einerseits eine Erinnerung an seine Verpflichtung dar, setzt aber zugleich einen Prozess in Gang, der in ein gerichtliches Mahnverfahren münden kann.

Mahnung bei Verzug

Was beim Verzug eines Schuldners passiert – der spätestens mit Erhalt der Mahnung in Gang gesetzt wird – ist in Paragraph 286 BGB geregelt. Darin wird auch deutlich, dass der Schuldner einer Entgeltforderung spätestens 30 Tage nach Zugang der Rechnung automatisch in Verzug gerät, sofern er (als Verbraucher) in der Rechnung darauf hingewiesen wurde. Eine Mahnung braucht es dann dafür nicht.

Formalien

Eine Mahnung muss keiner bestimmten Form genügen. Sie muss jedoch zweifelsfrei zum Ausdruck bringen, um welche geschuldete Leistung es geht und dass der Gläubiger auf dem Ausgleich der bestehenden Forderung besteht.

Bei mehrstufigen Mahnungen, die meist mit einer deutlichen Verschärfung im Ton einhergehen, handelt es sich um einen üblichen, oft software-gestützten Prozess im Mahnwesen. Vom Gesetzgeber wird diese Abfolge nicht verlangt. Es ist dem Gläubiger also möglich, auch ohne weitere Mahnstufen ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten.

Kosten einer Mahnung

Mit dem Verzug des Schuldners ist der Gläubiger berechtigt, Mahngebühren zu erheben und den ausstehenden Betrag mit einem Zins zu belegen. Bei der Verzinsung sind allerdings Grenzen gesetzt. Aktuell gelten rund vier Prozent für private Verbraucher und gut acht Prozent für Geschäftskunden (Berechnung: je neun Prozent über dem Basiszinssatz der Bundesbank).

Rechtens ist zudem eine zusätzliche Mahnpauschale von 40 Euro bei Firmenkunden. Liegen die realen Kosten höher, können auch diese geltend gemacht werden. Bei privaten Schuldnern sind im Verzugsfall Gebühren um 2,50 Euro üblich.

Mahnverfahren

Mit Verzug ist die Einleitung eines gerichtlichen Mahnverfahrens beim Amtsgericht möglich. Der Schuldner erhält dann einen Mahnbescheid, dem er binnen 14 Tagen widersprechen kann. Erfolgen weder Widerspruch noch Zahlung, kann sich der Gerichtsvollzieher mit dem Vollstreckungsbescheid auf den Weg machen.

Die Einleitung des Mahnverfahrens selbst ist denkbar leicht: Vordrucke fürs Amtsgericht gibt es im Schreibwarenladen und auch online. Die Kosten für den Erlass des Mahnbescheids muss allerdings zunächst der Kläger tragen. Für 10.000 Euro Mahnbetrag werden rund 120 Euro fällig. Trotz des einfachen Verfahrens und der relativ geringen Kosten gilt immer: Ein klärendes Gespräch wirkt Wunder, schafft Verständnis und führt vielleicht eher ans Ziel.

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