Körperverletzung wegen Karriere: Juristin vergiftet Chefin
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Körperverletzung wegen Karriere: Juristin vergiftet Chefin

Für die eigene Karriere war ihr jedes Mittel recht: Eine Juristin in Tschechien hat ihrer Chefin über Jahre hinweg Abführmittel verabreicht, um sie vor wichtigen Verhandlungen außer Gefecht zu setzen. Jetzt wurde sie zu drei Jahren Haft und einer Million Kronen (ca. 38.000 Euro) Schmerzensgeld wegen Körperverletzung verurteilt.

Eine 55-jährige tschechische Juristin, die in der staatlichen Verwaltung arbeitete, hat ihrer Vorgesetzten jahrelang Abführmittel ins Wasser gemischt. Offenbar war sie seit 2013 aktiv, um ihre Chefin besonders an wichtigen Verhandlungstagen auszuschalten. Im Mai des Jahres hatte die Geschädigte zum ersten Mal über gesundheitliche Probleme geklagt. Symptome waren heftige Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall sowie Gliederschmerzen, Schwindel und Müdigkeit.


Überführung durch versteckte Kamera


Da ärztliche Untersuchungen keine Ursache für die wiederkehrenden Beschwerden ergeben hatten, wurde schließlich über eine Vergiftung spekuliert. Ein Test des (geschmacklich leicht veränderten) Wassers bestätigte den Verdacht. So wurde in den Büroräumen eine versteckte Kamera installiert, deren Aufnahmen eindeutig waren: Sie zeigen, wie die nun verurteilte Kollegin eine beträchtliche Dosis Abführmittel in das Trinkglas der Vorgesetzten gibt und dann alles mit einem Kugelschreiber vermischt.


Uneinsichtige Täterin


Im Mai 2017 wurde der Fall vor einem Prager Gericht verhandelt. Weil die überführte Täterin weder geständig war noch Zeichen von Reue zeigte, kam eine Strafe auf Bewährung nicht in Betracht.


Die so übermäßig auf ihre Karriere bedachte Juristin wurde zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt. Außerdem muss sie für die Körperverletzung ein Schmerzensgeld in Höhe von einer Million Kronen, umgerechnet knapp 38.000 Euro, an ihre Vorgesetzte zahlen.


 

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