Cyber-Mobbing – das können Sie dagegen tun
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Cyber-Mobbing – das können Sie dagegen tun

Cyber-Mobbing belastet: Nichts macht mehr Spaß, das Selbstbewusstsein leidet, oft genug herrscht ein tiefes Gefühl der Ausweglosigkeit. Gerade deshalb benötigen die Opfer von Cyber-Mobbing schnell Hilfe. Das kann der professionelle Rat zur Daten-Löschung sein, aber auch die Zeit für ein tröstendes Gespräch. Meist ist es beides.

Cyber-Mobbing ist zu einem gesellschaftlichen Problem in Deutschland geworden. Auch wenn Sie sich als Opfer alleine fühlen: Sie sind es nicht. Viele Ihrer Mitmenschen leiden unter ganz ähnlichen Ängsten und Problemen. Einer Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov und von Vodafon zufolge hat schon fast jeder fünfte Jugendliche unangenehme Erfahrungen mit dem Mobbing im Internet gemacht.

Schritte aus dem Cyber-Mobbing: Gespräch suchen

Der erste Schritt beim Cyber-Mobbing ist nicht der Antwortversuch an den Angreifer. Es ist der Gang zu Freunden, Eltern oder Vertrauenspersonen, vielleicht aus der Schule oder dem Sportverein. Gemeinsam lässt sich dann entscheiden, welche Maßnahmen erforderlich und sinnvoll sind. Den Angreifer selbst sollten Sie nach Möglichkeit ignorieren. Denn läuft die Attacke ins Leere, endet sie oft auch. 

Fällt Ihnen das offene Gespräch mit einem Vertrauten noch schwer, bieten Hilfevereine wie Kummer e.V. kostenlose Hilfe an. Versuchen Sie es. Die Telefonnummer für Kinder- und Jugendliche lautet 116 111, Eltern wählen die 0800 111 0 550.

Technische Möglichkeiten gegen Cyber-Mobbing    

Auch wenn das Internet „nicht vergisst“, sind Gegenmaßnahmen wichtig und sinnvoll. Soziale Netzwerke bieten zum Beispiel Funktionen wie „(Nutzer) ignorieren“ an, die potentielle Angreifer wirkungsvoll aussperren können. Bei einer nicht autorisierten Publikation von Videos, Bildern oder Fake-Profilen kann der jeweilige Netzwerkbetreiber zum Löschen der Inhalte aufgefordert werden. Die Polizei rät, dies immer und notfalls auch mehrfach zu veranlassen.

Erstatten Sie Anzeige

Cyber-Mobbing ist kein Scherz, in vielen Fällen geht es um eine Straftat. Das bedeutet, der Täter kann vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden. Sichern Sie daher alle beleidigenden Veröffentlichungen als Beweis und erstatten Sie Anzeige. Auch aufgrund der wachsenden Zahl an Mobbing-Delikten ist das Thema in den Polizeidienststellen präsent und es gibt Strategien, um gegen die Angriffe vorzugehen. Lassen Sie sich beim Gang zur Polizei von einer Vertrauensperson begleiten, die Ihnen bei der Darstellung der Vorfälle über schwierige Momente hinweghelfen kann.    

Prävention gegen Cyber-Mobbing

Das Risiko von Cyber-Mobbing lässt sich auf ein Minimum reduzieren. Dabei sind folgende Maßnahmen wichtig:

  1. Lernen Sie die Programme erst richtig kennen, bevor Sie sie nutzen. Gerade bei den Einstellungen zur Privatsphäre gibt es zahlreiche Möglichkeiten, ungebetene Gäste fernzuhalten.
  2. Führen Sie alle Sicherheitsupdates zeitnah durch. So verhindern Sie Datenklau.
  3. Gehen Sie sparsam mit persönlichen Daten um. Adresse oder Handynummer gehört nicht ins Facebook-Profil oder andere soziale Netzwerke. Veröffentlichen Sie keine Portraits, die für Fake-Profile missbraucht werden könnten. Schränken Sie den Personenkreis ein, dem Sie Zugriff gewähren. Nicht alle Freundschaftsanfragen kommen von Freunden.

Auch wenn es im Moment der Aufnahmen schwer vorstellbar erscheint: Sehr private Filme können zum Ärgernis werden, wenn sich die Lebenssituation verändert. Gerade Eifersucht ist ein starker Antrieb, der ehemals geliebten Person in aller Öffentlichkeit zu schaden – zum Beispiel mit Cyber-Mobbing.     

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