Weihnachtsfeier und Arbeitsrecht: Belästigung, Unfall, Versicherungen
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Weihnachtsfeier und Arbeitsrecht: Belästigung, Unfall, Versicherungen

Viele Arbeitnehmer freuen sich total auf die Weihnachtsfeier. Mit den Kollegen und Chefs ausgelassen feiern, lecker essen, Bowling spielen oder was dem Organisationsteam sonst so eingefallen ist. Doch bei einer Weihnachtsfeier kann auch einiges schief gehen – vor allem, wenn viel Alkohol im Spiel ist. Lesen Sie hier, was das Arbeitsrecht zu Weihnachtsfeiern sagt.

Belästigungen auf der Weihnachtsfeier


Sexuelle Belästigungen sind auf der Weihnachtsfeier genauso tabu wie im Arbeitsalltag. Es liegt in der Verantwortung des Arbeitgebers, aktiv zu werden, sobald ihm die belästigte Person oder andere Mitarbeiter von einem An- oder Übergriff berichten. Er muss sicherstellen, dass das Opfer keine weiteren Übergriffe erlebt. Dazu spricht er den Mitarbeiter, der andere (sexuell) belästigt hat, auf sein Fehlverhalten an. Je nach Schweregrad kann auch eine Abmahnung oder sogar die Kündigung folgen.


Knöchelbruch beim Bowling


Beim fröhlichen Feiern gibt es leider auch Unfälle. Wie steht es mit dem Unfallschutz, wenn ein Mitarbeiter im Restaurant die Treppe hinunterstürzt, sich beim Bowling den Knöchel verstaucht oder auf dem Weg einen Auffahrunfall hat?


Die Weihnachtsfeier und andere offizielle betriebliche Veranstaltungen werden vom gesetzlichen Unfallschutz abgedeckt. Auch auf dem Weg zur Weihnachtsfeier und nach Hause sind Mitarbeiter versichert. Der Unfallversicherungsschutz gilt allerdings nicht für die Partner der Mitarbeiter und andere Gäste, die nicht im Unternehmen beschäftigt sind.


Weihnachtsmarktbesuch im kleinen Kreis


Damit der Versicherungsschutz greift, muss es sich um eine offizielle Feier handeln, die von der Unternehmensleitung veranstaltet wird. Die Feier kann auch im kleineren Rahmen beispielsweise als Abteilungsfeier angelegt sein. Entscheidend ist, dass alle Mitarbeiter dieser Abteilung vom Unternehmen eingeladen sind. Wenn ein kleinerer Kollegenkreis eigenständig außerhalb der Arbeitszeit eine Feier organisiert oder einen gemeinsamen Weihnachtsmarktbesuch verabredet, sind die Teilnehmer dabei nicht gesetzlich unfallversichert.


Teilnahme an der Weihnachtsfeier Pflicht?


Wer Weihnachtsfeiern partout nicht mag, ist nicht verpflichtet teilzunehmen – es dürfen ihm arbeitsrechtlich daraus keine Nachteile entstehen. Falls die Feier während der Arbeitszeit stattfindet, müsste der Mitarbeiter jedoch theoretisch weiterarbeiten. Da die Weihnachtsfeier den innerbetrieblichen Zusammenhalt stärken soll, ist es oftmals klug, nach einem Kompromiss zu suchen. Feiermuffel können beispielsweise am offiziellen Teil mit Reden und dem gemeinsamen Essen teilnehmen und sich danach unauffällig verabschieden.

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