Salmonellen-Behandlung: Wie wird die Lebensmittelinfektion therapiert?
(2)

Salmonellen-Behandlung: Wie wird die Lebensmittelinfektion therapiert?

Spezielle Medikamente kommen bei einer Salmonellen-Infektion nicht zur Anwendung. Was Sie zuhause selbst tun können - und wie Ärzte eine Salmonellose therapieren.

Was Sie bei einer Salmonellose tun können

Zu den Hauptsymptomen der Salmonelleninfektion gehören Magenkrämpfe, Durchfall, Erbrechen und Fieber. Sie können die Salmonellose behandeln, indem Sie Ihrem Körper Flüssigkeit und wertvolle verlorene Mineralien zurückzugeben. Wichtig ist es, viel zu trinken. In der Apotheke bekommen Sie spezielle Lösungen, die Ihren Elektrolythaushalt stabilisieren helfen. Alternativ können Sie ein Getränk aus folgenden Zutaten zusammenstellen: ein Liter abgekochtes Wasser, fünf Esslöffel Zucker, eineinhalb gestrichene Esslöffel Kochsalz und ein Glas Orangensaft.

Trinken Sie pro Tag zwei bis drei Liter Wasser, am besten ohne Kohlensäure, denn diese reizt den angegriffenen Magen nur noch zusätzlich. Können Sie nicht so viel Wasser trinken, kochen Sie sich milden Tee (keinen schwarzen Tee!), den Sie zudem abkühlen lassen: Lauwarm ist er am besten verträglich. Trinken Sie in kleinen Schlucken und bleiben Sie hartnäckig dabei, selbst wenn Sie nach dem Trinken erbrechen müssen: Sie müssen sich vor der Austrocknung schützen.

Salmonellose: Was tun bei Fieber?

Bekommen Sie Fieber, sollten Sie die Temperatur im Blick behalten. Fiebersenkende Maßnahmen müssen Sie nicht ergreifen, solange die erhöhte Temperatur keine bedenklichen Zahlen erreicht: Ihr Körper nutzt die Hitze als Abwehrmaßnahme gegen die Bakterien. Als Fieber gilt eine Temperatur ab 38,2 Grad Celsius. Von hohem Fieber sprechen Mediziner ab 39 Grad Celsius, von extrem hohen Fieber ab 40 Grad Celsius. Temperaturen über 39 Grad Celsius können Sie mit Wadenwickeln und Paracetamol reduzieren. Einen Arzt sollten Sie aufsuchen, wenn das Fieber länger als zwei Tage bestehen bleibt, Sie sich sehr schlecht fühlen oder die Temperatur weiter nach oben klettert.

Wichtig: Haben Kinder Durchfall, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, da das Risiko einer Dehydrierung (Austrocknung) besteht.

Bei starkem Flüssigkeitsverlust

Verlieren Sie zu schnell zu viel Flüssigkeit und können wirklich nichts bei sich behalten, müssen Sie ins Krankenhaus. Hier wird man Ihnen, wenn Sie sonst ein gesunder Mensch sind, jedoch auch keine Medikamente zur Behandlung der Salmonellen geben. Allerdings bekommen Sie Elektrolytlösungen über eine Infusion, was Sie stabilisiert. Außerdem haben die Ärzte so die Möglichkeit, Ihren Kreislauf zu überwachen und gegebenenfalls einzugreifen. 

Eine Therapie mit Antibiotika erfolgt bei einer Salmonelleninfektion nicht, da dadurch die Bakterienausscheidung verlängert werden kann. Eine Behandlung mit einem Antibiotikum ist nur bei sehr schweren Verläufen üblich.

Medikamentöse Behandlung bei Salmonellen

Für bestimmte Risikogruppen macht eine Behandlung mit Medikamenten bei einer Infektion mit Salmonellen Sinn. Zu ihnen gehören Kinder im ersten Lebensjahr, alte Menschen, bei denen die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt, und Patienten, die an einer Immunschwäche leiden. Auch Betroffene, bei denen es bekannt ist, dass sie an Anomalien der Gefäße oder der Herzklappen leiden, sollten Medikamente verabreicht bekommen.

Für Kinder werden meist die Arzneistoffe Ampicillin oder Amoxicillin ausgewählt, für Erwachsene Medikamente mit Fluorochinolonen wie etwa Ciprofloxacin oder Ofloxacin. Ärzte in Ihrer Umgebung, die Sie hinsichtlich der Therapie beraten, finden Sie unter diesem Artikel gelistet.

Salmonellen: Behandlung mit Antibiotika nur im Notfall

Grundsätzlich ist es besser, bei der Behandlung von Salmonellen auf Antibiotika zu verzichten. Einerseits kann ein gesunder Körper die Bakterien selbst durch Ausscheidung loswerden. Andererseits kommt ein Faktor hinzu, der den Ärzten immer mehr Sorgen bereitet: Mehr und mehr Salmonellenstämme haben sich bereits als resistent gegen verschiedene Arten von Antibiotika erwiesen.

Fachleute vermuten, dass diese Art der Resistenzenbildung mit dem Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zusammenhängt. Jedenfalls sollte jeder Arzt erst einmal eine Resistenzbestimmung vornehmen lassen, ehe er zur Behandlung von Salmonellen ein Antibiotikum verschreibt. Nur so kann er nämlich sichergehen, dass das Medikament auch wirklich anschlägt und die Bakterien bekämpft.

Nach der Salmonellen-Behandlung

Sobald Sie das Gefühl haben, dass es Ihnen etwas besser geht, können Sie auch vorsichtig wieder mit dem Essen beginnen. Direkt an den ersten Tagen sollten Sie jedoch auf Schonkost setzen, anstatt sich sofort deftige Mahlzeiten zu gönnen. Schließlich musste Ihr Körper gerade mit einer Infektion fertig werden, die Ihr gesamtes Verdauungssystem in Mitleidenschaft gezogen hat. Verzichten Sie zunächst auch weiter auf kohlensäure- oder stark zuckerhaltige Getränke. Beginnen Sie vorsichtig mit der Nahrungsaufnahme und achten Sie auf die Signale Ihres Körpers: Sie merken selbst am deutlichsten, was möglich ist. 

Übrigens: Nach einer überstandenen Salmonelleninfektion scheiden Sie die Bakterien mit dem Stuhl noch eine Weile aus. Das können einige Wochen bis Monate sein. 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

S H
Autor/-in
Svenja Hauke
Wie finden Sie diesen Artikel?