Superfoods

Superfoods sind natürliche, nicht industriell hergestellte Lebensmittel, die einen hohen Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien aufweisen. Aufgrund ihrer hohen Nährstoffdichte können sie sich schon in kleinen Mengen positiv auf Ihren Körper auswirken.
Insbesondere exotische Superfoods entwickelten sich in den letzten Jahren zum absoluten Trend. Gojibeeren, Moringa und Chia-Samen werden Wunderkräfte nachgesagt. Lange Transportwege belasten jedoch die Umwelt und treiben die Preise ordentlich in die Höhe.
Auch hierzulande gibt es Lebensmittel, die mindestens genauso gesund, aber um ein vielfaches günstiger sind. Zudem sind diese heimischen Superfoods oft weniger von Schadstoffen belastet und schonen durch die kürzeren Transportwege die Umwelt. 
Hier kommen meine fünf Favoriten dieser heimischen Alleskönner  sowie einige wichtige Verzehrempfehlungen.

Aronia-/ Heidelbeeren

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Heidelbeeren gehören zu den gesündesten und leckersten heimischen Superfoods, die es gibt. Ob als Snack, Dessert, als Marmelade oder beim Backen – die Heidelbeere ist in der Sommerküche nicht wegzudenken. Aber auch für die kälteren Monate habe ich einen Geheimtipp für Ihre Gesundheit. Die etwas unbekanntere Aronia-Beere, auch Apfelbeere genannt, ist ebenfalls in unseren Regionen beheimatet. Sie ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, Vitamin C und –K. Ihr Geschmack ist etwas herb, aber ihre Wirkung unschlagbar.
Beide Beeren haben ihre dunkle Farbe dem hohen Anthocyanen-Anteil zu verdanken.  Dieser steckt besonders in der Schale, aber teilweise auch im Fruchtfleisch. 
Sie werden staunen, was diese farbintensiven Beeren alles für Ihre Gesundheit leisten können.

Wundermittel gegen Zivilisationskrankheiten

Heutzutage setzt sich der Mensch durch seinen eng getakteten, stressigen Lifestyle zahlreichen freien Radikalen aus. Äußere Einflüsse wie der Suchtmittelkonsum von Zigaretten, Alkohol, Drogen, Chemikalien, Pestiziden, Industriezucker, Lebensmittelzusatzstoffe, übermäßiges Sonnenbaden, Medikamente usw. zählen hierzu. Freie Radikale greifen unsere Zellen an, beeinflussen den Zellstoffwechsel und können zu Organschäden führen. Oft ist das der Beginn von gesundheitlichen Beschwerden (z.B. Allergien) und Krankheiten. Im schlimmsten Fall kommt es zur Entartung der Zelle durch die Krebs entstehen kann und auch der Alterungsprozess wird permanent beschleunigt.

Antioxidantien sind in der Lage diese zu absorbieren und so das Krebsrisiko zu mindern. Als Präventionsmaßnahme für Diabetes sind die kleinen Beeren ebenfalls unschlagbar. Der tägliche Verzehr führte laut aktuellen Studien zu einer erhöhten Insulinsensibilität und verbesserte die Blutzuckerwerte der Teilnehmer. Gefährliche Entzündungsbotenstoffe, die vom Fettgewebe produziert werden und eine Insulinresistenz begünstigen, sind eine der Schlüsselfaktoren für den Typ-2-Diabetes. Durch die Königinnen der Beeren konnten auch diese verringert werden. Das enthaltene Anthocyan hält Ihre Blutgefäße sauber, gefährliche Gefäßverengungen, die zu Thrombosen, Schlaganfällen und Herzinfarkten führen können, haben so keine Chance. Schon in der Volksheilkunde waren Beeren ein bewährtes Heilmittel gegen entzündliche Erkrankungen jeder Art. Im Sommer schützen sie unsere Haut vor schädlichen Folgen von Sonnenbädern sowie Hautkrankheiten und während der kühleren Monate vor Infektionen. Ähnlich wie der Granatapfel, OPC oder Glutathione gehören sie dadurch ebenfalls zu den Top Anti-Aging Mitteln.

Verzehrempfehlung

Während der Sommerzeit sollten sie täglich eine Handvoll Heidelbeeren am Tag zu sich nehmen. Ansonsten können bereits 5 cl Aronia Muttersaft ihren täglichen Bedarf an Antioxidantien decken.
Insbesondere beim Kauf des Saftes sollten Sie jedoch unbedingt auf Bioqualität achten.

Knoblauch und Zwiebeln

So unscheinbar und unbedeutend diese Gewächse auf den ersten Blick auch sein mögen, durch ihre wertvollen Inhaltsstoffe sind sie ein lang bewährtes Medikament für viele Erkrankungen.

Zwiebeln und andere Liliengewächse wie Knoblauch, Schalotten und Schnittlauch enthalten schwefel- und sulfidhaltige Substanzen, die vor Krebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Insbesondere das Risiko an Magen– und Darmkrebs zu erkranken, kann durch einen regelmäßigen Verzehr von Zwiebeln deutlich verringert werden.Wie auch Beeren können Zwiebeln Sie vor freien Radikalen schützen. Sie haben einen hohen Gehalt des sekundären Pflanzenstoffes Quercetin, welcher antioxidativ wirkt.
Diese sekundäre Pflanzenstoffe, auch Flavonoide genannt, sind hitzestabil, so dass auch in gebratenen Zwiebeln noch ein hoher Anteil dieser enthalten sind.

Verzehrempfehlung

Der scharfe Geruch der Zwiebel treibt nicht wenigen Köchen Tränen in die Augen, hierfür ist das enthaltene Aliin verantwortlich. Beim Kleinschneiden tritt das Enzym Alliinase aus den Zellen und führt zu einer chemischen Reaktion mit dem Alliin. Bevor Sie die Zwiebel weiterverarbeiten, ob in einer Salatsauce oder in der Pfanne, sollten Sie sie immer fünf Minuten ruhen lassen, ansonsten kann dieser wertvolle Zwiebelstoff nicht seine volle Wirkung entfalten.
Zwiebeln mögen übrigens keine Mikrowellen! Zwiebelinhaltsstoffe sowie andere wertvolle Pflanzenstoffe, werden durch Mikrowellenerhitzung schnell abgebaut.

Natürliche Antibiotika aus Zwiebeln
Im Internet finden Sie verschiedene Rezeptideen für die Zubereitung natürlicher Antibiotika. Eingekochter Zwiebelsaft mit Honig bei beginnenden Grippesymptomen oder die Kombination aus Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Chilli, Meerrettich und Apfelessig bei stärkeren Infekten zeigen deutliche Resultate. 
Sie sehen, stinken kann sehr gesund sein :-)

 

Mangold

Bei unseren Vorfahren war Mangold bis zum Ende des 18. Jahrhunderts  sehr beliebt – doch dann verdrängte der Spinat zumindest in Deutschland das feine und würzige Gemüse. Zum Glück für Gaumen und Gesundheit ist Mangold langsam aber sicher wieder im Kommen! Mangold schmeckt relativ ähnlich wie Spinat, ist aber etwas milder.
Neben einem hohen Gehalt an Mineralstoffen (vor allem Eisen, Phosphor, Kalium und Magnesium) glänzt Mangold besonders mit reichlich Vitamin A und Vitamin C. Diese Vitamine beleben Gehirn und Nerven und aktivieren Ihre mentale Frische, insbesondere in Stress-Situationen. Die hohe Menge an enthaltenen Pflanzenfarbstoffen aus der Gruppe der Karotene schützen Ihre Zellen, Schleimhäute und wirken Krebsauslösern entgegen. Mangold soll auch in den Lage sein den Darm zu entgiften und so Verdauungsstörungen beseitigen zu können.

Verzehrempfehlung

Leider enthält Mangold, wie Spinat und rote Rüben, unter Umständen viel Nitrat, das sich in gesundheitsschädliches Nitrit umwandeln kann. 
Menschen, die zu Nierensteinen neigen, sollten Mangold daher nur in geringen Mengen verzehren oder ganz auf ihn verzichten. Gegarter Mangold sollte nicht warm gehalten und mit reichlich Vitamin C (z.B. Zitronensaft oder Petersilie) versetzt werden. Auch ein Vitamin-C-haltiges Getränk zum Essen ist hilfreich. Die ebenfalls enthaltene Oxalsäure bindet Kalzium im Körper. Kombinieren Sie Mangold deshalb mit etwas kalziumhaltigem wie beispielsweise Sesam.

Mangold hält sich maximal 1-2 Tage im Gemüsefach des Kühlschranks, verzehren Sie ihn möglichst  frisch. Die Zubereitung ist dem von Spinat sehr ähnlich. Waschen Sie Mangold immer sehr gründlich, da sich relativ viel Sand zwischen den Stielen absetzt. Die Stiele werden in feine Scheiben geschnitten und getrennt von den Blättern gedünstet, da sie eine längere Garzeit haben.

Feldsalat

Feldsalat, auch Rapunzelsalat genannt, gilt als König unter den Salaten. Feldsalat wächst europaweit und ist auch dann noch erhältlich, wenn kein anderer Salat mehr draußen wächst. Selbst Temperaturen um den Gefrierpunkt machen dem gesunden Salat nichts aus. Seine Erntezeit ist hauptsächlich von Oktober-Mai.

Seit Jahrhunderten gehört der nussig schmeckende Salat zur bewährten Naturmedizin.
Schon die Brüder Grimm beschrieben in ihrem Märchen, wie die schwangere Mutter Rapunzels dem köstlichen Salat verfiel.
Das hat auch einen guten Grund, denn gerade bei werdenden Müttern sollte dieser Salat wegen seines hohen Folsäure-Anteils auf dem Speiseplan stehen. Auch sein Vitamin-C Gehalt ist der höchste unter allen Salatsorten. Des Weiteren kann er mit Vitamin A, Jod, Phosphor und Calcium punkten. Schlankheitsbewusste aufgepasst, dieser Salat  wird sie glücklich machen. 100gr Feldsalat enthalten nur 14 Kalorien.
All diese Fakten sprechen dafür dieses heimische Superfood so oft wie möglich zu verzehren.

Verzehrempfehlung

Waschen Sie den Feldsalat gründlich und entfernen Sie dabei kleine Wurzelreste.

Anschließend ein Dressing aus Olivenöl, Balsamico und frischen Gartenkräutern anrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Walnüsse und Ziegenkäse passen geschmacklich hervorragend.

Sie sehen, dass auch heimische Superfoods so einiges auf Lager haben. So können Sie unsere Umwelt schonen und tun Ihrer Gesundheit und Ihrem Gelbbeutel gleichzeitig etwas Gutes.

Profilbild von Corinna Slawitschka
Corinna Slawitschka

Corinnna Slawitschka befasst sich seit mehreren Jahren intensiv mit diversen Ernährungslehren, Mikronährstoffen und der Bedeutung von seelischer Gesundheit. Basierend auf diesen Erkenntnissen hat sie den idealen Lifestyle für den modernen, gestressten Menschen entwickelt, den sie selbst seit Jahren erfolgreich umsetzt. Gemeinsam mit Julia Krake gründete sie Ende 2014 die Rethinker Community, um dieses Wissen zu teilen und zu erweitern.

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