Ist Obst am Abend ungesund?

Obst ist wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung, es soll gesund und schlank machen. Doch nun heißt es, dass Obst ungesund sein kann. Wie kommt's? Schuld ist der Fruchtzucker, der sich in übermäßigen Mengen nachteilig auf die Gesundheit auswirken kann.

Zucker in Obst ungesund

Obst ist lecker, frisch und angenehm süß – deshalb schmeckt es so gut. Für den süßen Geschmack verantwortlich ist Fruchtzucker, auch Fruktose genannt. Doch die Substanz ist nicht so harmlos, wie lange Zeit gedacht wurde. Zwar gilt weiter, dass natürlicher Zucker generell gesünder ist als raffinierter, aber dennoch sollte eine bestimmte Menge nicht überschritten werden. Mehr als 25 Gramm Fruchtzucker pro Tag sollten Sie nicht zu sich nehmen. Mehr kann der Körper nicht verstoffwechseln. Die Aussage, dass zu viel Obst ungesund ist, ist also tatsächlich wahr.

Obst und Kalorien – so viel Zucker steckt in den Früchten

Ungesund sind kleine Mengen Obst nicht. Sie sollten lediglich unter 25 Gramm pro Tag bleiben. Wenn Sie wissen möchten, welches Obst Sie am besten essen und bei welchen Sorten Sie sich lieber etwas zurückhalten, dann hilft Ihnen diese Übersicht weiter. Sie zeigt den Fruktosegehalt pro 100 Gramm Obst:

• Papaya: 0,3
• Erdbeere: 2,2
• Ananas: 2,4
• Mango: 2,6
• Blaubeeren/Himbeeren: 3
• Bananen: 3,4
• Wassermelone: 4
• Kiwi: 4,6
• Äpfel: 6
• Süßkirschen: 6,1
• Birne: 6,7
• Weintrauben: 7,4
• Datteln: 31,3
• Avocado: 0,2

Ist es ungesund Obst am Abend zu essen?

Wer gerne eine Banane frühstückt oder abends Weintrauben snackt, kann beruhigt sein. Es spielt allerdings keine Rolle, wann Sie Ihre tägliche Portion Obst zu sich nehmen. Die Behauptung, dass Obst zum Frühstück, bzw. Obst am Abend ungesund ist, ist falsch.

Obst und Fruchtzucker: Auswirkungen auf die Gesundheit

Wer regelmäßig frisches Obst isst, tut seinem Körper etwas Gutes, denn der braucht die lebenswichtigen Vitamine, Enzyme und Ballaststoffe. Nur übertrieben groß sollten die Mengen nicht sein. Nimmt der Körper zu viel Fruktose auf, kann das zu Müdigkeit, Durchblutungsstörungen, Verdauungsproblemen oder langfristig sogar zu Diabetes führen.

Immer mehr wissenschaftliche Studien belegen die schädliche Wirkung von übermäßigem Fruktosekonsum. Ein Schweizer Experte wies beispielsweise nach, dass bereits nach drei Wochen täglicher Zufuhr von 80 Gramm Fruktose die Menge der schädlichen LDL-Cholesterin-Partikel im Blut erheblich ansteigt. Des Weiteren reagierten die Körperzellen der Versuchspersonen empfindlich auf Insulin. Beim Abbau des Fruchtzuckers entsteht außerdem Harnsäure, die indirekt erhöhten Blutdruck und leichte Entzündungen im Gefäßsystem hervorrufen kann. Das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle steigt.

Fruchtzucker ist erst in größeren Mengen ungesund

Die schädlichen Effekte einer erhöhten Fruktoseaufnahme treten jedoch nicht sofort, sondern erst bei einer größeren Zufuhr über eine längere Zeit auf. Wie Professor Norbert Stefan vom Uniklinikum Tübingen in der “Apotheken Umschau” erklärt: “Damit eine Menge zusammenkommt, die deutliche negative Effekte hervorrufen kann, müsste man schon ein ganzes Kilogramm Äpfel verdrücken. Und das regelmäßig.”

Angst vor dem schädlichen Effekt der Fruktose müssten nur wenige haben, denn immer noch gelte, dass die meisten Menschen zu wenig Obst zu sich nehmen. Bei Smoothies, Säften und Co. sei allerdings Vorsicht geboten, denn sie verleiten nicht nur zu einem erhöhten Fruchtzuckerkonsum, sondern enthalten oft auch Zuckzusätze.