Nikotinvergiftung: Symptome & Behandlung einer Überdosis

Eine Nikotinvergiftung kommt nur selten durch übermäßiges Rauchen, dafür aber umso häufiger durch den Verzehr von nikotinhaltigen Substanzen zustande. Dann kann sie schnell lebensgefährlich werden. Lesen Sie hier, woran Sie eine Nikotinüberdosis erkennen und was zu tun ist.

Wie kommt es zur Nikotinvergiftung?

Die meisten Nikotinvergiftungen kommen durch die versehentliche orale Aufnahme des Nervengifts zustande. Damit ist nicht das Rauchen gemeint, sondern tatsächlich der Verzehr von nikotinhaltigen Substanzen. Das Nervengift steckt nämlich nicht nur in Tabak, sondern auch in Liquids für E-Zigaretten oder Pflanzenschutzmitteln. Ebenfalls eine Falle für einen Nikotinschock sind Nikotinpflaster und -kaugummis zur Rauchentwöhnung: Greifen Sie trotz der Hilfsmittel zusätzlich noch zur Zigarette, kann das für den Körper zur Belastungsprobe werden.

Ab welcher Dosis ist Nikotin lebensgefährlich?

Ein gesunder Erwachsener kann an einer Nikotindosis von 500 Milligramm (also 0,5 g) sterben. Lange waren Forscher von etwa 50 bis 60 Milligramm ausgegangen, doch 2014 wurde die Zahl wegen neuer Erkenntnisse nach oben korrigiert. Das bedeutet, dass Sie am Tag rund 500 Zigaretten rauchen müssten, um eine tödliche Nikotinvergiftung zu erleiden.

Bei Babys hingegen kann eine lebensbedrohliche Vergiftung bereits durch den Verzehr einer einzigen Zigarette ausgelöst werden. Deswegen ist es besonders wichtig, Kippen und Co. außerhalb der Reichweite von Kleinkindern aufzubewahren. Denn trotz des scharfen Geschmacks passiert es immer wieder, dass Kinder die Tabakwaren in den Mund stecken und verschlucken.

Ähnliches gilt auch für die Nikotinvergiftung bei Hunden und Katzen: Ein Kippenstummel reicht aus, um schwere Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Zittern und Aggressivität auszulösen. Die Vergiftung kann für Ihren Liebling tödlich sein.

Nikotinkaugummis können beim Entzug helfen. Zusätzlich zur gewohnten Kippe können sie aber gefährlich werden.

Nikotinkaugummis können beim Entzug helfen. Zusätzlich zur gewohnten Kippe können sie aber gefährlich werden.

Symptome einer Nikotinvergiftung

Je nachdem, wie hoch die Nikotinüberdosis ist, fallen die Symptome unterschiedlich aus. Die meisten Raucher kennen das Gefühl einer leichten Überdosis – es tritt immer dann auf, wenn sie die erste Zigarette nach langer Zeit rauchen:

  • leichter Schwindel
  • absackender Blutdruck
  • teilweise leichte Übelkeit

Bei einer stärkeren Überdosis sind die Symptome entsprechend heftiger:

  • Schwindel
  • Übelkeit
  • starker Speichelfluss
  • Erbrechen
  • unkontrollierbares Zittern

Bei einer schweren Nikotinvergiftung droht der Kollaps, der sich durch folgende Symptome ankündigt:

  • fliegender Puls
  • kalter Schweiß
  • Durchfall
  • heftige Krämpfe
  • Bewusstlosigkeit

Wird hier nicht schnell gehandelt, kann das Gift die Atmung und das Herz lähmen und so direkt zum Tod führen.

Was tun bei Nikotinvergiftung?

Entdecken Sie Anzeichen einer Nikotinvergiftung, rufen Sie einen Arzt oder den Giftnotruf an und schildern Sie nach Möglichkeit, wie es zu der Überdosis kam. Damit der Nikotinschock keine üblen Folgen hat, sollten Sie beim Betroffenen Erbrechen herbeiführen. Das verhindert, dass noch mehr Nikotins über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird.

Ein simples Gegenmittel gibt es bei Nikotinvergiftungen nicht. Im Krankenhaus können aber Notfallmaßnahmen ergriffen werden, um das Nervengift zu binden und möglichst schnell aus dem Körper zu befördern. Der Arzt gibt etwa Aktivkohle, spült gibt bei Bedarf den Magen aus oder veranlasst eine Blutwäsche (Dialyse).