Nächtlicher Harndrang: Ursachen und Hilfe

Oft hat nächtlicher Harndrang harmlose Ursachen, die sich leicht beheben lassen. Es kann jedoch auch das Symptom einer Krankheit sein, wenn Sie nachts häufiger auf die Toilette gehen müssen. Was dahinterstecken könnte und wann sich ein Arztbesuch empfiehlt, erfahren Sie hier.

Nächtlicher Harndrang kann harmlose Ursachen haben

Wenn Sie sich insgesamt fit fühlen und nur nächtlicher Harndrang Sie quält, können Sie prüfen, ob nicht harmlose Gewohnheiten die Ursache dafür sind. Ein Arztbesuch ist allerdings trotz allem ratsam, wenn das Problem schlimmer wird oder weitere Beschwerden hinzukommen.

Unter anderem kann eine salzreiche Ernährung zu übermäßigem Harndrang in der Nacht führen, wie eine japanische Studie um Forschungsleiter Dr. Matsuo Tomohiro nahelegt. Außerdem wirken Alkohol und Kaffee entwässernd und können zu verstärktem Harndrang führen – wenn Sie abends noch davon trinken, macht sich das in der Nacht bemerkbar. Wenn Sie entwässernde Tabletten (Diuretika) nehmen müssen, kann das den gleichen Effekt haben. Generell führt es überdies zu häufigeren nächtlichen Toilettengängen, wenn Sie abends noch viel Flüssigkeit zu sich nehmen.

Krankheit als Grund für Harndrang in der Nacht?

Haben Sie außerdem Schmerzen beim Wasserlassen, ist womöglich eine Blasenentzündung schuld am starken Harndrang, der Sie nachts aus dem Schlaf reißt. Blasensteine verursachen ähnliche Symptome, weshalb Sie hierzu Ihren Arzt befragen sollten. Wenn Frauen nachts auf die Toilette müssen, kann das auch an einer starken Gebärmuttersenkung liegen. Manchmal ist jedoch lediglich die Beckenbodenmuskulatur erschlafft, zum Beispiel nach einer Geburt. Übergewicht kann dies begünstigen. Ältere Männer haben des Öfteren mit einer Prostatavergrößerung zu kämpfen, die zwar gutartig ist, aber zu nächtlichem Harndrang führt.

Um sicherzugehen, dass Ihr nächtlicher Harndrang keine ernsthafte chronische Erkrankung zur Ursache hat, sollten Sie sich im Zweifel ärztlich untersuchen lassen. Neben Nierenproblemen könnte eine Herzinsuffizienz oder Diabetes mellitus dahinterstecken.

So lässt sich nächtlicher Harndrang behandeln

Sind es nur ungünstige Gewohnheiten, die Sie nachts aus dem Bett hochschrecken und ins Bad laufen lassen? Dann versuchen Sie, weniger Salz zu essen, Kaffee nur vormittags zu trinken und Ihren Alkoholkonsum einzuschränken. Vor dem Schlafengehen sollten Sie möglichst nichts mehr trinken. Wenn Sie entwässernde Medikamente nehmen müssen, fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wie Sie die unerwünschten Nebenwirkungen reduzieren können. Ansonsten muss die Grunderkrankung behandelt werden, damit nächtlicher Harndrang Sie nicht länger quält. Begleitend dazu können Medikamente, die die Blasenfunktion unterstützen, gegen den starken Harndrang helfen.