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Darmkrebs ist ein Dickdarm-Problem
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Darmkrebs ist ein Dickdarm-Problem

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 35.000 Männer und 30.000 Frauen an einem bösartigen Tumor im Darm. Vor allem im Dickdarm bildet sich Darmkrebs – und entsteht fast immer aus entarteten Polypen.

Darmkrebs und das Alter: Ab 70 Jahren steigt das Darmkrebsrisiko

Das durchschnittliche Erkrankungsalter für Darmkrebs liegt nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft bei 69 Jahren bei Männern und 75 Jahren bei Frauen. Das Lebenszeitrisiko an Darmkrebs zu erkranken liegt den Krebsexperten zufolge bei sechs Prozent.

Darmkrebs-Ursache: Darmkrebs entsteht meist aus gutartigen Polypen

Warum Darmkrebs entsteht, ist nicht abschließend geklärt. Bekannt ist, dass die bösartigen Tumoren zu 90 Prozent aus gutartigen Vorstufen (Polypen) entstehen. Seltener ist eine Veränderung im Erbgut der Auslöser von Darmkrebs. Schätzungsweise 10 bis 15 Prozent aller Darmkrebserkrankungen sind auf erbliche Vorbelastungen zurückzuführen.

Diese Faktoren erhöhen das Darmkrebsrisiko

Das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, ist der Deutschen Krebsgesellschaft zufolge erhöht, wenn…

… Darmpolypen bei einem selbst oder bei nahen Verwandten vorkommen.

… Darmkrebs in der Familie besteht, insbesondere wenn die Betroffenen bei Krankheitsbeginn jünger als 50 Jahre alt waren.

… andere Krebsarten wie zum Beispiel Brust-, Eierstock oder Gebärmutterkrebs bestehen.

… das Gardner-Syndrom vorliegt.

… das Peutz-Jeghers-Syndrom vorliegt.

… HNPCC (Lynch-Syndrom) vorliegt.

… eine chronische Entzündung der Darmschleimhaut besteht – insbesondere Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

… häufig zu fettreiche und faserarme Speisen gegessen werden.

… häufig stark gesalzene, gepökelte oder geräucherte Nahrungsmittel verzehrt werden.

… Übergewicht besteht.

… Bewegung fehlt.

… geraucht und regelmäßig Alkohol konsumiert wird.

 Darmkrebs vorbeugen: Das können Sie tun

Um Darmkrebs vorzubeugen spielen die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen eine bedeutende Rolle. Ab dem 50. Lebensjahr haben Sie die Möglichkeit, jährlich Ihren Stuhl auf okkultes Blut – also verstecktes Blut – untersuchen zu lassen.

Ab dem 55. Lebensjahr können Sie alle zwei Jahre eine Darmspiegelung durchführen lassen. Hierbei wird ein dünner Schlauch mit einer Kamera (Endoskop) in den Darm eingeführt. Findet der Arzt einen Polypen, aus dem sich Darmkrebs entwickeln könnte, trennt er diesen mit Hilfe einer kleinen Zange ab, die sich mit am Endoskop befindet.

Wer zur Risikogruppe gehört, sollte schon früher Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wann die Darmspiegelung für Sie sinnvoll ist. Die Kosten für die Früherkennungsuntersuchungen werden von den Krankenkassen übernommen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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