Scharlach-Bakterien: Die Ursache der Infektionskrankheit
(0)

Scharlach-Bakterien: Die Ursache der Infektionskrankheit

Scharlach zählt zu den Kinderkrankheiten. Eine Erkrankung ist in jedem Lebensalter und sogar mehrfach möglich. Im Gegensatz zu Windpocken und Masern führen Infektion oder Impfung nicht zu Immunität. Erreger sind kugelförmige Bakterien, die ohne uns zu schaden auf Haut und Schleimhäuten leben. Nur wenige Stämme bilden Giftstoffe, die Erkrankungen wie Scharlach auslösen.

Wer ist der Erreger von Scharlach?

Hervorgerufen wird Scharlach durch Streptokokken. Diese Gram-positiven Bakterien wachsen in Ketten und sind wie viele andere Mikroorganismen harmlose Bewohner von Haut und Schleimhäuten - meistens jedenfalls. 

Einige Streptokokken sind von Viren infiziert. Diese Bakteriophagen programmieren den Stoffwechsel so um, dass die Wirtszellen nur noch neue Viruspartikel produzieren. 

Zum eingeschleusten Genmaterial gehört in einigen Fällen ein Protein, das die Bakterien in ihrem Wirt freisetzen. Dieses Exotoxin, das für die typischen Symptome von Scharlach verantwortlich ist, stammt letzten Endes nicht von den Bakterien selbst, sondern von den darin enthaltenen Viren.

Scharlach: Was sind A-Streptokokken?

Beim Erreger von Scharlach handelt es sich um A-Streptokokken, eine spezielle Form von Streptococcus pyogenes. A besagt, dass es sich um eine Untergruppe beta-hämolysierender Streptokokken handelt. Ihren Namen haben diese von ihrer Fähigkeit, rote Blutkörperchen in einem Nährboden vollständig aufzulösen und den Blutfarbstoff abzubauen. Dadurch bilden sich in Blutagar gelblich-klare Höfe um die Bakterienkolonien.

A-Streptokokken sind recht verbreitete Krankheitserreger. Neben Scharlach verursachen sie grippale Infekte mit Mandelentzündung (Tonsillitis) und Rachenentzündung (Pharyngitis) und sind für viele Blutvergiftungen (Sepsis) verantwortlich.

Wie kommt es zu einer Ansteckung mit A-Streptokokken?

A-Streptokokken leben in Nase und Rachen. Beim Husten oder Niesen eines Trägers verteilen sie sich in feinen Tröpfchen in der Luft. Atmet jemand diese bakterienhaltigen Partikel ein, kann er an Scharlach erkranken.

Außer durch Tröpfcheninfektion finden Übertragungen durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen statt, etwa durch gemeinsames Benutzen von Trinkgläsern, Besteck oder Spielzeug. 

Das Anfassen infizierter Gegenstände und das Berühren der Haut eines Patienten reichen ebenso aus. Früher oder später geraten die Finger unwillkürlich an die Schleimhäute von Mund, Nase oder Auge und ermöglichen den Bakterien das Eindringen. Daher beginnt Scharlach meist an der Eintrittspforte im Hals in Form einer Angina, bevor er sich auf der Haut ausbreitet.

Gibt es eine Impfung gegen Scharlach?

Leider nein. Gegen die normalen Hautbewohner rebelliert das Immunsystem nur, wenn sie in den Körper eindringen. Durch regelmäßigen Kontakt mit den Streptokokken verfügt praktisch jeder über Antikörper. Bei wenigen Bakterien reichen diese für eine Bekämpfung aus, bei einem massiven Angriff sind sie von begrenztem Wert.

Antikörper bildet der Körper auch gegen das Bakteriophagen-Toxin, das äußerst variabel ist. Danach unterscheidet man eine Vielzahl von Untergruppen Scharlach auslösender Streptokokken. Daher kommt es nach einer Erkrankung nur zur Immunität gegen jenes spezielle Exotoxin, mit dem der Patient in Kontakt gekommen ist.

Dementsprechend besteht nicht nur keine Möglichkeit zur Impfung, man kann im Laufe des Lebens mehrfach an Scharlach erkranken.

Können Tiere Scharlach übertragen?

Überträger ist nur der Mensch. Die meisten tragen Erreger mit sich herum, ohne davon zu wissen oder selbst zu erkranken. Streptokokken kommen auch bei Haustieren vor, allerdings nicht die speziellen Varianten, die Scharlach verursachen. Daher können sich Hund und Katze weder anstecken noch die Erkrankung weitergeben.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Wie finden Sie diesen Artikel?