Botulismus: Symptome und Behandlung der Fleischvergiftung
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Botulismus: Symptome und Behandlung der Fleischvergiftung

Botulismus ist eine lebensgefährliche Lebensmittelvergiftung. Vor allem verdorbene Konserven mit proteinreichen Lebensmitteln können das Bakteriengift Botulinumtoxin enthalten. Symptome sind neben Durchfall und Erbrechen auch gefährliche Lähmungserscheinungen.

Ursachen für Botulismus: Verdorbene Lebensmittel

Botulismus bezeichnet eine Vergiftung mit Botulinumtoxin, einem Stoff, der von der Bakterienart Clostridium botulinum gebildet wird. Es handelt sich dabei um ein Nervengift, das zu Lähmungserscheinungenführt, etwa in Armen und Beinen sowie der Atemmuskulatur. Die Bakterien fühlen sich in proteinreichen, luftdicht verpackten Lebensmitteln besonders wohl. In Konservendosen und Einweckgläsern mit Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchten können sich die Erreger hervorragend vermehren. Essen Sie eine solche verdorbene Konserve, können Sie Botulismus bekommen.

Industriell hergestellte Konserven sind nur in sehr seltenen Fällen mit Botulinumtoxin verseucht. Selbstgemachte Fleischkonserven stellen ein wesentlich größeres Risiko dar. Da Botulismus durch die Aufnahme verdorbenen Essens entsteht, handelt es sich um eine Form der Lebensmittelvergiftung. Sie wird auch als Fleischvergiftung bezeichnet, da mit dem Bakteriengift verseuchte Fleisch- und Wurstprodukte die Ursache sind.

Es gibt noch weitere Formen von Botulismus: Säuglingsbotulismus und Wundbotulismus. Ursache für Säuglingsbotulismus ist meistens Honig – dieser ist daher erst für einjährige und ältere Kinder geeignet. Wundbotulismus ist sehr selten und entsteht, wenn die Bakterien in Wunden eindringen und sich dort vermehren.

Botulismus: Symptome und Inkubationszeit

Die Inkubationszeit für Botulismus liegt normalerweise zwischen 12 und 36 Stunden. Am Anfang zeigen sich typische Vergiftungssymptome. Dazu gehören die folgenden Anzeichen:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Bauchkrämpfe

Breitet sich das Bakteriengift weiter im Organismus aus, stört es die Signalübertragung zwischen Nerven- und Muskelzellen. Es kommt daher zu Lähmungserscheinungen, die lebensgefährlich werden  können. Zu diesen für Botulismus charakteristischen Symptomen zählen:

  • Schwierigkeiten, die Augen offen zu halten
  • Augenflimmern
  • Lichtempfindlichkeit
  • Sehen von Doppelbildern
  • Verschwommenes Sehen
  • Sprachstörungen
  • Schluckbeschwerden
  • starke Mundtrockenheit

Das Botulinumtoxin kann außerdem die Darmmuskulatur lähmen – es kommt zu Verstopfung. Ist die Atemmuskulatur von der Lähmung betroffen, können die Erkrankten ersticken. Botulinumtoxin ist das stärkste natürliche Gift, das von Bakterien produziert wird. Bereits geringste Mengen können für den Menschen eine tödliche Wirkung haben. 

Botulismus behandeln mit Gegengift

Sollten Sie nach dem Verzehr von eingelegtem oder geräuchertem Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchten Symptome einer Lebensmittelvergiftung verspüren, gehen Sie sofort zum Arzt. Erzählen Sie ihm unbedingt, dass Sie möglicherweise verdorbene Konserven gegessen haben. Der Arzt wird Ihnen dann ein Gegengift verabreichen, das das Botulinumtoxin unschädlich macht. Außerdem wird er anstreben, Reste des Gifts im Verdauungstrakt durch eine Magenspülung, Einläufe und Abführmittel auszuschwemmen, bevor sie ins Blut gelangen können.

Das Bakteriengift lässt sich zwar für eine eindeutige Diagnose im Blut, Stuhl oder Erbrochenen nachweisen. Durch eine solche Untersuchung geht jedoch wertvolle Zeit verloren. Daher gibt der Arzt das Gegengift schon dann, wenn er einen begründeten Verdacht auf Botulismus hat. Eine rasche Behandlung innerhalb von 24 Stunden nach der Toxinaufnahme ist unbedingt notwendig: Ohne Therapie sterben 70 Prozent der Betroffenen. 

Botulismus vorbeugen: Finger weg von aufgeblähten Konserven

Um der Lebensmittelvergiftung vorzubeugen, sollten Sie Konserven genau anschauen: Ein gewölbter Deckel deutet auf Gasbildung hin, die durch Bakterien verursacht wird. Achtung: Vom Bakterium Clostridium befallene Lebensmittel riechen und schmecken unauffällig. Die Toxine können durch Kochen unschädlich gemacht werden: Nach 15-minütigem Kochen ihre Wirkung. 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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