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Ibuprofen: Nebenwirkungen, die Sie kennen sollten

Das rezeptfreie Schmerzmittel Ibuprofen wirkt gegen Schmerzen, Entzündungen und Fieber – wenn man es richtig einnimmt. Bei übermäßiger oder dauerhafter Einnahme des Wirkstoffs Ibuprofen können gefährliche Nebenwirkungen auftreten, darunter Magen-, Nieren- und Leberschäden. Ibuprofen: Nebenwirkungen, die Sie kennen sollten.

Warum Nebenwirkungen bei Ibuprofen?

Der Wirkstoff Ibuprofen wirkt genau wie andere nicht-steroidale Antirheumatika, sogenannte NSAR, auf die Enzymbildung ein. So hemmt Ibuprofen das Enzym Cyclooxygenase (COX) und damit auch die Bildung von Gewebehormonen, den sogenannten Prostaglandinen. Prostaglandine sind maßgeblich an Schmerz-, Fieber- und Entzündungsreaktionen des Körpers beteiligt.

Allerdings wirken Prostaglandine auch als Gewebeschützer. Unter anderen regen sie im Magen die Produktion einer schützenden Schleimschicht an. So ist der Magen vor der Magensäure und anderen Einflüssen geschützt. Die Darmschleimhaut profitiert ebenfalls von den Prostaglandinen. Werden die Gewebehormone gehemmt, ist der natürliche Schutzschild geschwächt. Das Risiko für Nebenwirkungen wie Magenschmerzen und Magenblutungen bei der Einnahme von Ibuprofen steigt.

Wann Nebenwirkungen bei Ibuprofen?

Welche und wie häufig Nebenwirkungen bei der Einnahme des NSAR Ibuprofen auftreten, ist unter anderem abhängig von der Dosierung und der Anwendungsdauer des Schmerzmittels. Auch ist bei bestimmten Erkrankungen das Risiko für Nebenwirkungen erhöht – etwa bei Patienten mit Allergien, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen- und/ oder Darmerkrankungen sowie bei kranken Nieren oder einer Lebererkrankung.

NSAR Ibuprofen: welche Nebenwirkungen häufig?

Magenbeschwerden wie Übelkeit, Bauchweh, Erbrechen, Sodbrennen und Völlegefühl gehören zu den häufigsten Ibuprofen-Nebenwirkungen. Auch Darmbeschwerden wie Blähungen und Durchfall treten bei mehr als zehn von 100 Behandelten auf.

Wird Ibuprofen an mehr als zehn Tagen im Monat eingenommen, kann es zu schmerzmittelbedingten Kopfschmerzen kommen, dem sogenannten medikamenteninduzierten Kopfschmerz. Auch allergische Reaktionen, die sich beispielsweise durch Hautreaktionen wie Ausschlag, Jucken und Rötungen zeigen, sind möglich.

Ibuprofen-Nebenwirkungen: Magenbluten und Nierenschäden

Bei längerfristiger Einnahme des Wirkstoffs Ibuprofen können Magenblutungen auftreten, da Ibuprofen die Magenschleimhaut angreift. Auch Blutungen im Darm sind möglich. Auf innere Blutungen deutet dunkler Stuhl hin.  Den Verdacht auf durch Ibuprofen verursachte Magen- und Darmblutungen sollten Sie rasch von einem Arzt abklären lassen.

Bei etwa einem von 100 Patienten, die Ibuprofen einnehmen, bildet sich ein Magengeschwür. Bei anhaltenden Magenschmerzen unter der Einnahme des Schmerzmittels sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen. Ebenso besteht bei dauerhafter Einnahme in höherer Dosierung das Risiko für Organschäden. Geschwollene Beine (Ödeme) beispielsweise sind ein mögliches Warnzeichen für eine beeinträchtigte Herz- und Nierenfunktion. Lassen Sie Wassereinlagerungen immer von einem Arzt abklären.

Ibuprofen kann zudem mit einem geringfügig erhöhten Risiko für einen Herzanfall oder Schlaganfall einhergehen, insbesondere bei Anwendung in hohen Dosen. Überschreiten Sie nicht die empfohlene Dosis oder Behandlungsdauer.

Gefürchtete Nebenwirkung von Ibuprofen: Leberschaden

Eine weitere mögliche Ibuprofen-Nebenwirkung bei Überdosierung oder zu langer Einnahme ist eine geschädigte Leber. Zu den Warnsymptomen, die Sie ernst nehmen sollten, gehören verfärbter Urin, Gelbfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht, Ikterus) und heller Stuhl. Suchen Sie dann sofort einen Arzt auf. Ein Facharzt für Allgemeinmedizin sowie ein Facharzt für Innere Medizin (Internist) sind erste Ansprechpartner.

Verzichten Sie auf Alkohol, wenn Sie Schmerzmittel einnehmen. Alkohol kann die schädigende Wirkung von Ibuprofen verstärken. Das Risiko für Leberschäden steigt.

Ibuprofen: Wechselwirkungen mit diesen Medikamenten möglich

Der Wirkstoff Ibuprofen verträgt sich mit vielen anderen Medikamenten nicht. Es besteht die Gefahr unerwünschter Wechselwirkungen. Müssen Sie Medikamente einnehmen, wenden Sie Ibuprofen nur nach Absprache mit Ihrem Arzt an.

Vorsicht geboten ist unter anderem, wenn Ibuprofen mit den folgenden Medikamenten eingenommen wird:

  • Blutdrucksenker: Ibuprofen kann die Wirkung von Blutdrucksenkern abschwächen.
  • Entwässerungsmittel (Diuretika): Das Risiko für eine Nierenstörung steigt.
  • ACE-Hemmer: Das Risiko für eine Nierenstörung nimmt zu.
  • Acetylsalicylsäure (ASS): Ibuprofen in Kombination mit ASS erhöht das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und senkt die blutgerinnungshemmende Wirkung von ASS.
  • Kortison: Das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen ist erhöht.
  • Serotoninwiederaufnahmehemmer: Das Risiko für Magenblutungen steigt.
  • Metformin (bei Diabetes Typ 2): Ibuprofen kann die Wirkung verstärken.
  • Blutgerinnungshemmer wie Phenprocoumon und Warfarin: Ibuprofen erhöht das Risiko für innere Blutungen.

Ibuprofen: Nebenwirkungen vorbeugen

Das Risiko für Nebenwirkungen bei der Einnahme von Ibuprofen ist in der Regel gering, wenn Sie das Schmerzmittel nur wenige Tage anwenden und die Dosierempfehlung beachten. Nehmen Sie Schmerzmittel jedoch länger und/ oder in einer zu hohen Dosierung ein, erhöht sich das Risiko. Müssen Sie aufgrund von Erkrankungen andere Medikamente einnehmen, kann es zudem zu Wechselwirkungen kommen. Sprechen Sie die Einnahme von Schmerzmitteln immer mit Ihrem Arzt ab, wenn Sie Medikamente nehmen.

Um Ibuprofen verträglicher zu machen, können Sie das Schmerzmittel zu den Mahlzeiten einnehmen. Es dauert dann zwar etwas länger, bis es wirkt, aber der Speisebrei hilft, die Magenschleimhaut etwas zu schonen. Nehmen Sie die Tablette zudem mit einem großen Glas Wasser ein. Dann löst sich die Tablette leichter auf, wirkt rascher und liegt nicht hochkonzentriert in Ihrem Magen.

Wann darf ich Ibuprofen nicht nehmen?

Sie dürfen Ibuprofen unter anderem nicht oder nur nach Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen, wenn Sie:

  • allergisch gegen Ibuprofen oder einen sonstigen Bestandteil des Arzneimittels sind.
  • in der Vergangenheit Asthma-Anfälle hatten oder Asthmatiker sind.
  • unter ungeklärten Blutbildungsstörungen leiden.
  • früher unter Magen-Darm-Blutungen gelitten haben oder bei Ihnen ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür vorliegt.
  • unter Leber- und/ oder Nierenfunktionsstörungen leiden.
  • herzkrank sind.
  • unter Bluthochdruck leiden.
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) haben.
  • schwanger sind.
  • unter 15 Jahre alt sind.
Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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