Panikattacke: Ursachen & Auslöser der Angstanfälle

Zittern, Atemnot, Herzrasen – das sind Symptome einer Panikattacke. Ursachen dafür sind vielfältig und setzen sich meist aus einer Kombination von Anfälligkeit und Auslöser zusammen. Versuchen Betroffene danach, die Angst zu vermeiden, machen sie alles nur schlimmer. Dann droht eine Panikstörung.

Wodurch entstehen Panikattacken? Drei Faktoren

Wiederholte Panikattacken haben ihre Ursachen für gewöhnlich in einer Kombination aus drei Faktoren:

  • Anfälligkeit
  • Auslöser
  • Aufrechterhaltung

Einige Menschen sind durch ihre genetische Veranlagung und ihre Persönlichkeitsstruktur besonders anfällig für Ängste. Für eine Panikattacke braucht es dann aber noch einen bestimmten Auslöser. Zur Panikstörung werden einzelne Anfälle schließlich durch die Angst vor weiteren Attacken – so kommt es zu einer Aufrechterhaltung der Ängste.

Panikattacke: Ursachen für erhöhte Anfälligkeit oft biologisch bedingt

Noch ist nicht zweifelsfrei wissenschaftlich geklärt, warum manche Menschen anfälliger für Panikattacken sind als andere. Sicher ist inzwischen, dass eine genetische Veranlagung dabei zum Tragen kommt. Außerdem ist bei Betroffenen oft das Zusammenspiel verschiedener Botenstoffe im Gehirn gestört, sodass auch ohne Vorliegen einer Gefahrensituation vermehrt die Stresshormone Adrenalin und Kortisol ausgeschüttet werden. Die Anfälligkeit für Panikattacken hat also offenbar auch biologische Ursachen.

Hinzu kommen meist bestimmte Persönlichkeitsstrukturen, die sich aufgrund traumatischer Erfahrungen in der Kindheit ausgebildet haben. Betroffene neigen beispielsweise häufig zu Perfektionismus oder übertriebenem Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein. Ihnen fällt es schwer, ihre eigenen Grenzen aufzuzeigen und Ärger oder andere unangenehme Gefühle auszudrücken. Sie leiden unter einem hyperaktiven Nervensystem und sind generell eher ängstlich und vorsichtig.

Verängstigtes Kind

Eine traumatische Kindheit kann später die Basis für wiederholte Panikattacken bilden.

Zu den möglichen Traumata aus der Kindheit gehören zum Beispiel:

  • Vernachlässigung
  • Sexueller Missbrauch
  • Suchterkrankung der Mutter und/oder des Vaters (z. B. Alkoholismus)
  • Verlust eines Elternteils
  • Physische oder psychische Gewalt in der Familie

Mögliche Auslöser von Panikattacken: Krisen und Stress

Welche Auslöser eine Panikattacke hervorrufen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Meistens handelt es sich dabei jedoch um eine Situation, die den Betroffenen großem Stress aussetzt. Das kann eine Lebenskrise sein, beispielsweise bei Arbeitslosigkeit, nach einem Unfall, einer Trennung oder dem Tod eines geliebten Menschen. Manchmal genügt aber auch eine scheinbare Kleinigkeit, um bei entsprechender Veranlagung eine Panikattacke auszulösen – zum Beispiel ein dem Betroffenen sehr peinliches Erlebnis wie öffentliches Erbrechen.

Achtung! Manche Medikamente und Substanzen können Symptome auslösen, die einer Panikattacke ähneln. Dazu gehören etwa Alkohol, Koffein, falsch dosierte Schilddrüsenhormonpräparate und Erkältungsmittel. Auch manche Krankheiten wie eine Schilddrüsenüberfunktion, Herzrhythmusstörungen oder eine Unterzuckerung können Herzrasen, Atemnot und Zittern auslösen. Gehen Sie daher vorsichtshalber zu Ihrem Hausarzt und lassen Sie sich durchchecken, bevor Sie diese Anzeichen einer Panikattacke zuschreiben.

Aufrechterhaltung der Angst macht aus Panikattacken eine Panikstörung

Die eine oder andere Panikattacke erlebt fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens einmal. Wer dann anfängt, angstauslösende Situationen zu meiden, und sich immer weiter zurückzieht, riskiert eine Panikstörung. Dabei wird die Angst chronisch und verselbstständigt sich. In diesem Fall kann nur eine Psychotherapie helfen.