Magersucht und ihre Folgen: Wie Anorexie den Körper zerstört

Die anhaltende Mangelernährung bei Magersucht hat Folgen – vor allem für den Körper, aber auch für die Psyche. Der Nährstoffmangel schlägt sich beispielsweise auf den Hormonhaushalt und die Organfunktion nieder. Mehr zu den Auswirkungen der Essstörung lesen Sie hier.

Folgen der Magersucht für den Hormonhaushalt: Verlust der Libido

Der extreme Gewichtsverlust infolge einer Magersucht bringt den Hormonhaushalt durcheinander. Vor allem die Produktion der Sexualhormone wird gedrosselt. Dadurch sinkt auch die Libido und die Lust auf Sex lässt nach. Bei Männern kann der Testosteronmangel zu Potenzstörungen führen, Frauen werden durch den Östrogenmangel häufig unfruchtbar.

Darüber hinaus gerät der Menstruationszyklus weiblicher Magersüchtiger aus dem Takt. Die Monatsblutung erfolgt nur noch unregelmäßig oder gar nicht. Werden Mädchen schon vor der Pubertät und vor Einsetzen der ersten Regel magersüchtig, leiden der körperliche Reifungsprozess und das Wachstum.

Magersucht kann zu Nierenschäden führen

Andauerndes Hungern schadet den Organen, zum Beispiel den Nieren. Magersucht kann zu einem Elektrolytmangel führen, der langfristig das Nierengewebe beschädigt. Außerdem kann durch die verminderte Nährstoffaufnahme ein Kaliummangel entstehen. Über die Jahre schränkt dies die Nierenfunktion immer weiter ein, bis eine chronische Niereninsuffizienz droht.

Herzrhythmusstörungen als Folgeerscheinung

Kaliummangel beeinträchtigt nicht nur die Nierenfunktion, er kann auf Dauer auch für Herzprobleme sorgen. Herzrhythmusstörungen sind daher eine weitere gefährliche Folge einer Magersucht.

Kreislaufprobleme durch Magersucht

Bei starker Magersucht fährt der Körper sämtliche Funktionen herunter – es kommt zum sogenannten Hungerstoffwechsel. Dabei sinkt der Puls, der Blutdruck fällt ab, ebenso die Körpertemperatur. Das sorgt für Kreislaufprobleme und allgemeine Schwäche. Außerdem ist die Durchblutung gestört, sodass Magersüchtige häufig unter kalten Händen und Füßen leiden sowie generell leicht frieren.

Magersucht sorgt für körperliche Schwäche

Eine Magersucht und damit verbundener Nährstoffmangel schwächen den Körper. Betroffene frieren schnell und sind krankheitsanfällig.

Immunsystem leidet unter dem Nährstoffmangel

Ein gesunder Körper braucht Vitamine, Mineralien und andere Nährstoffe, um sich gegen Krankheitserreger zu wappnen. Dies wird ihm bei einer Magersucht vorenthalten. Betroffene sind daher meist sehr infektanfällig und häufig krank.

Magersucht: Folgen für den Knochenstoffwechsel und Osteoporose

Die Folgen einer Magersucht machen auch vor dem Knochenstoffwechsel nicht Halt. Der Mangel an Vitamin D, Kalzium und Phosphat kann eine unzureichende Mineralisation der Knochengrundsubstanz verursachen. Mit anderen Worten: Die Knochen sind zu weich (Osteomalazie). Manche Betroffene leiden infolge ihrer Essstörung schließlich an einem Abbau der Knochengrundsubstanz, einer sogenannten Osteoporose. Bereits kleine Stürze können dann Knochenbrüche nach sich ziehen.

Sprödes Haar und brüchige Nägel durch Essstörung

Der Nährstoffmangel macht sich außerdem bei Haut, Haaren und Nägeln bemerkbar. Die Haut wird trocken, schuppig und empfindlich. Die Haare werden dünn und spröde, können sogar büschelweise ausfallen. Brüchige Fingernägel sind bei Magersüchtigen ebenfalls sehr weit verbreitet.