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Was ist ein Bänderriss?

Bänder können überall im Körper reißen. Besonders häufig ist der Bänderriss am Sprunggelenk. Der Bänderriss am Fuß gehört zu den häufigsten Sportverletzungen. Nicht nur beim Umknicken ist das Risiko für einen Bänderriss erhöht. Bänderriss: Ursachen, Symptome und Behandlung.

Was ist ein Bänderriss?

Ein Bänderriss, auch Bandruptur genannt, beschreibt eine Bandverletzung am Sprunggelenk, bei der ein oder mehrere Bänder im Fuß einreißen. Ist das Band hingegen nur leicht verletzt und nicht durchtrennt, sprechen Mediziner von Bänderdehnung. Bei einem Bänderriss, der fast 20 Prozent aller Sportverletzungen ausmacht, treten nicht nur Schmerzen im Fußgelenk auf. Auch das Gehen fällt schwer oder ist gar unmöglich. 

Bänderriss-Ursachen: Wer bekommt einen Bänderriss?

Eine häufige Ursache für einen Bänderriss ist das Umknicktrauma. Bei einer unglücklichen Bewegung knickt der Fuß zur Seite weg. Die dabei plötzlich einwirkende Kraft auf die Außenbänder ist zu groß – sie reißen.  Weitere häufigste Bänderriss-Ursachen sowie Ursachen für eine Bänderdehnung sind Abrutschen sowie Unfälle beim Sport. Besonders gefährdet für einen Bänderriss sind Sportler, die Sportarten mit schnellen Sprints und Abbremsbewegungen sowie Richtungswechseln betreiben. Knickt der Fuß nach außen um, drohen Bänderdehnung und Bänderriss. Eine untrainierte Muskulatur, Fußfehlstellungen, falsche Schuhe und Übergewicht erhöhen das Bänderriss-Risiko.

Was passiert beim Bänderriss im Fuß?

Eher selten ist das Innenband des Sprunggelenks von einer Bandruptur betroffen. Meist nimmt das Außenband im Fuß Schaden. Es setzt sich aus drei Teilen zusammen:

  • Ligamentum fibulotalare anterius: Ist bei etwa 85 Prozent aller Bänderrisse mitbetroffen. Es reicht vom unteren Wadenbein zum vorderen Teil des Sprungbeins
  • Ligamentum fibulocalcaneare: Ist das am zweithäufigsten betroffene Band (50 bis 75 Prozent). Es verbindet das Wadenbein mit der Außenseite der Ferse.
  • Ligamentum fibulotalare posterius: Ist eher selten von einer Bandruptur betroffen – in etwa zehn Prozent der Fälle. Es liegt zwischen Wadenbein und dem hinteren Anteil des Sprunggelenks.

Bänderriss-Symptome: Bänderriss wie erkennen?

Zu den drei Bänderriss-Symptomen gehören Schmerzen im Fuß sowie eine starke Schwellung und gegebenenfalls die Bildung eines Blutergusses (Hämotom). Das Hämatom entsteht durch verletzte Hautvenen und Einblutungen ins Gewebe. Reißen ein oder mehrere Bänder im Fuß, verliert der Fuß seine Stabilität und ist nicht mehr belastbar. Die Schmerzen treten sofort nach dem Trauma auf – häufig nach Umknicken des Fußes.

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Bei einem Verdacht auf Bänderriss sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Bänderriss: Muss ich zum Arzt?

Bei Verdacht auf einen Bänderriss sollten Sie einen Orthopäden oder Sportarzt aufsuchen und den Fuß untersuchen lassen. Es muss mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung geklärt werden, ob neben den Bändern auch der Knochen Schaden genommen hat. Wird ein Bänderriss nicht angemessen behandelt, drohen bleibende Gelenkprobleme.

Bandruptur behandeln ohne Operation

Die gute Nachricht ist: Die Bänderriss-Behandlung erfolgt meist konservativ, also ohne Operation. Wichtig ist, dass der Fuß ruhiggestellt und nicht belastet wird. Eine Gehschiene (Fußorthese) und Unterarmkrücken helfen, das Sprunggelenk zu entlasten. Schmerzmittel, darunter das nicht-steroidale Antirheumatikum Ibuprofen, lindern die Schmerzen. Zudem wirkten NSAR entzündungshemmend. Regelmäßiges Kühlen wirkt den Schmerzen ebenfalls entgegen – und hilft gegen die Schwellung. Außerdem sollte der Fuß möglichst hochgelagert werden. Fließt weniger Blut in den Fuß und ist der Druck in den Gefäßen entsprechend geringer, kann die Schwellung gelindert werden.

Bewegungsunfähigkeit beim Bänderriss

Solange der Betroffene den Fuß nicht vollständig belasten kann, ist eine Thromboseprophylaxe unverzichtbar. Um der Bildung von Blutgerinnseln, die gefährliche Thrombosen verursachen können, vorzubeugen, bekommt der Patient meist Heparin (Blutgerinnungshemmer) gespritzt.

Bänderriss behandeln: Wann OP bei einem Bänderriss?

Eine Bänderriss-Operation ist notwendig, wenn mehrere Bänder komplett gerissen sind. Dann werden die beiden Bandenden zusammengenäht. Ist das nicht möglich, kann mit einem Ersatzband, das aus einer anderen Körperstelle entnommen wird, das gerissene Band ersetzt werden (Bandersatz am Sprunggelenk/ Bandrekonstruktion). Häufig wird eine Sehne aus dem Oberschenkel entnommen.

Bänderriss: Wann darf ich wieder Sport machen?

Meist heilt der Bänderriss nach vier bis sechs Wochen von allein wieder aus und eine Operation ist nicht notwendig. Teilrupturen und Bänderdehnung heilen rascher. Bis die Betroffenen wieder sportlich aktiv sein können, vergehen allerdings oft mehrere Monate. Der Fuß mit seinen Bändern und Muskeln muss sich langsam wieder an Belastungen gewöhnen. Hilfreich in dieser Aufbauphase ist Krankengymnastik.

Bänderriss: Muss ich Spätfolgen befürchten?

Heilt das zerrissene Band schlecht aus, kann das Gelenk dauerhaft instabil bleiben. Das erhöht das Risiko für weitere Bänderrisse. Betroffene mit einem Bänderriss haben ein fast fünffach erhöhtes Risiko, erneut eine Bandruptur zu erleiden. Die Betroffenen spüren häufig, dass nach der Bandruptur eine Überbeweglichkeit zurückbleibt. Diese belastet das Sprunggelenk und kann Verletzungen verursachen. Das Arthroserisiko ist ebenfalls erhöht.

Wie Bänderriss vorbeugen? Das können Sie tun

Sie können das Risiko für einen Bänderriss senken, indem Sie:

  • sich vor dem Sport gut aufwärmen.
  • gutes Schuhwerk wählen. Eine Laufanalyse im Sportgeschäft hilft, den richtigen Sportschuh zu finden.
  • das Fußgelenk mit sanften Übungen stärken und als Sportneueinsteiger langsam beginnen.
  • Ihren Fuß mit Tapeverbänden, Bandagen oder Stützverbänden beim Sport stützen und schützen.

Quellen:

https://gelenk-klinik.de/sprunggelenk/bandverletzungen-aussenband-ruptur-am-sprunggelenk.html

https://www.gesundheitsinformation.de/was-hilft-bei-einem-chronisch-instabilen.2676.de.html?part=folgen-7u

https://www.oza-m.de/wp-content/uploads/OZA_DrKinast_Leitfaden_Nachbehandlung_nach_OSG_Bandruptur.pdf

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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