Gesünder Leben
Tabletten in Form von Fragezeichen
© brizmaker/ iStock / Getty Images Plus
Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel
Letztes Update am: 

Was ist das stärkste Schmerzmittel ohne Rezept?

Rezeptfrei bekommt man in der Apotheke die fünf Schmerzmittel Ibuprofen, Aspirin, Diclofenac, Naproxen und Paracetamol. Sie alle sind für leichte bis mittelstarke Schmerzen geeignet. Unterschiede gibt es vor allem in der Wirkdauer und bei der Verträglichkeit. Was ist das stärkste Schmerzmittel ohne Rezept?

Was ist das stärkste Schmerzmittel ohne Rezept?

Alle in der Apotheke rezeptfreien Schmerzmittel sind für leichte bis mittelstarke Schmerzen geeignet. Die Dosierungen, in welcher Apotheken die Schmerzmittel abgeben, sind verschieden:

  • Aspirin (Acetylsalicylsäure/ ASS in einer Dosierung von bis zu 500 mg pro Tablette
  • Ibuprofen in einer Dosierung von bis zu 400 mg pro Tablette
  • Diclofenac in einer Dosierung von bis zu 25 mg pro Tablette
  • Naproxen in einer Dosierung von bis zu 250 mg pro Tablette
  • Paracetamol in einer Dosierung von bis zu 1000 mg pro Tablette

Wann setzt die Wirkung von rezeptfreien Schmerzmitteln ein?

Alle rezeptfrei erhältlichen Schmerzmittel wirken nach etwa 30 bis 60 Minuten. Die Wirkung hält unterschiedlich lange an. Abhängig ist das von der Dosierung, der Schmerzintensität und der Konstitution des Patienten.

Wie lange wirken rezeptfreie Schmerzmittel?

Die Wirkungsdauer der rezeptfrei erhältlichen Schmerzmittel ist unterschiedlich. Ganz grob lässt sich folgende Wirkungsdauer der Schmerzmittel aufzeigen:

  • Aspirin: Die Wirkungsdauer beträgt um die vier bis sechs Stunden.
  • Ibuprofen: Die Wirkungsdauer beträgt um die vier bis sechs Stunden.
  • Diclofenac: Die Wirkungsdauer beträgt um die zwei bis drei Stunden.
  • Naproxen: Die Wirkungsdauer beträgt um die 13 bis 15 Stunden.
  • Paracetamol: Die Wirkungsdauer beträgt um die zwei bis vier Stunden.

Wie man sieht, ist Naproxen das rezeptfreie Schmerzmittel mit der längsten Wirkungsdauer. Daher wird Naproxen häufig bei chronischen Gelenkbeschwerden eingesetzt.

Rezeptfreie Schmerzmittel: Unterschiede, die Sie kennen sollten

Alle fünf rezeptfreien Schmerzmittel können bei leichten bis mittelstarken Schmerzen eingenommen werden. Die vier Schmerzmittel der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika ( NSAR) ASS, Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen haben eine schmerzlindernde, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung. Paracetamol hingegen wirkt nicht gegen Entzündungen. Daher zählt Paracetamol auch nicht zu den NSAR. Das am häufigsten in Apotheken verkaufte Schmerzmittel ist Ibuprofen.

Wie wirken rezeptfreie Schmerzmittel?

Die NSAR Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen wirken:

  • schmerzstillend (analgetisch)
  • fiebersenkend (antipyretisch)
  • entzündungshemmend (antiphlogistisch)

Aspirin hat zudem eine blutgerinnungshemmende Wirkung und wird daher in niedriger Dosierung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Dauermedikation - "Blutverdünner" - eingesetzt. Paracetamol wirkt nicht entzündungshemmend, ist dafür aber für seine fiebersenkende Wirkung bekannt.

Die schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung von NSAR ist auf enzymhemmende Wirkmechanismen zurückzuführen. Die Wirkstoffe hemmen die COX-Enzyme, Cyclooxygenasen genannt. Diese Enzyme spielen eine wichtige Rolle bei der Bildung sogenannter Prostaglandine. Prostaglandine sind Gewebehormone, die an Schmerz-, Fieber- und Entzündungsreaktionen des Körpers beteiligt sind.

Rezeptfreie Schmerzmittel und Nebenwirkungen

Während die Hemmung von COX-2 Schmerzen, Fieber und Entzündungen lindert, ist die Hemmung von COX-1 hingegen für viele Nebenwirkungen von NSAR verantwortlich: Der natürliche Magenschutz wird beeinträchtigt und das Risiko für Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Durchfall und Blähungen steigt. Bei höheren Dosierungen und einer längeren Einnahmedauer nimmt das Risiko für schwerere Nebenwirkungen zu, wie beispielsweise Magen- und Darmreizungen, Magen- und Darmblutungen sowie für Magengeschwüre und Zwölffingerdarmgeschwüre.

Paracetamol: Risiko Leberschäden

Paracetamol bildet auch hier eine Ausnahme. Im Gegensatz zu Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen sind bei Paracetamol kaum unerwünschte Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Bereich oder die Blutgerinnung bekannt. Dafür kann Paracetamol die Leber angreifen – wenn man den Wirkstoff zu hoch dosiert, zu lange einnimmt oder bei Lebererkrankungen oder Alkoholmissbrauch anwendet.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
Ann-Kathrin Landzettel
Wie finden Sie diesen Artikel?