Phasen auf dem Weg zum Burn-out: Vom Tatendrang bis zur Verzweiflung
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Phasen auf dem Weg zum Burn-out: Vom Tatendrang bis zur Verzweiflung

Ein Burn-out ist nicht von heute auf morgen einfach da, sondern entwickelt sich schleichend in verschiedenen Phasen. Am Anfang scheint noch alles gut zu sein, doch nach und nach wird aus Motivation erst Überforderung, dann Stress und schließlich droht die völlige Erschöpfung.


1. Hohe Motivation und große Erwartungen


Die ersten Phasen beim Burn-out lassen noch nichts von einer späteren Erschöpfung erahnen. Im Gegenteil: Betroffene sind hochmotiviert, begeistert bei der Arbeit und stecken voller Energie und Tatendrang. Die Erwartungen sind hoch, auch der Enthusiasmus und die Einsatzbereitschaft. Dabei merken sie nicht, dass sie die Grenzen ihrer Belastbarkeit immer weiter ausreizen.


2. Phasen großer Leistungsfähigkeit


Nicht bei jedem Burn-out-Patienten verlaufen die Phasen gleich, aber oft lässt sich nach der ersten Begeisterung feststellen, dass Betroffene es mit dem Ehrgeiz übertreiben und zunehmend verbissen ihre eigentlich zu hohen Ansprüche an sich selbst erfüllen wollen. Sie fühlen sich unentbehrlich, sind davon überzeugt, alles alleine zu schaffen und setzen alle ihre Energieressourcen dafür ein, ihre Ziele zu erreichen. Dabei wirken sie zunächst noch leistungsstark und werden mit Erfolgen belohnt.


3. Beginnender Burn-out mindert Leistung und führt zu Rückzug


Irgendwann sind die Energieressourcen aufgebraucht, Körper und Geist melden Warnsignale, dass der Betroffene unbedingt Erholung benötigt. Burn-out-Patienten ignorieren psychosomatische Anzeichen wie Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Rückenschmerzen oder ständige Müdigkeit sowie seelische Symptome wie Gereiztheit, Aggressivität oder Angst. Sie ziehen sich zurück, vernachlässigen Freundschaften und Familie, Partnerschaft und Hobbys, leben nur noch für ihre vermeintliche Aufgabe.


Manche versuchen, ihre frühere Leistungsfähigkeit durch vermehrten Konsum von Kaffee, Alkohol, Nikotin oder gar anderen Drogen wiederherzustellen. Dabei machen sich die Burn-out-Patienten etwas vor und sehen nicht ein, dass sie ein Problem haben. Allerdings fällt immer mehr auf, dass ihre Leistung nachlässt. Sie werden vergesslich und unzuverlässig.


4. Verzweiflung und Apathie


In den letzten Phasen lässt sich der Burn-out nicht mehr kompensieren. Betroffene sind ausgebrannt, fühlen sich leer, entfremdet und wie abgestorben. Die Verzweiflung und Niedergeschlagenheit bis hin zu Depressionen beherrschen den Alltag, es können sogar Suizidgedanken auftreten. Der Patient braucht nun dringend Hilfe, sonst droht Lebensgefahr.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SH
Autor/-in
Svenja Hauke
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