Lebensmittelhygiene: Gemüse richtig lagern
© bhofack2/iStock / Getty Images Plus
(0)

Lebensmittelhygiene: Gemüse richtig lagern

Damit Gemüse lange haltbar bleibt, kommt es auf die richtige Lagerung an. Welche Gemüsesorten im Kühlschrank am besten aufgehoben sind, was Sie beim Einfrieren beachten müssen und wie Sie Gemüse schmackhaft einlegen und einkochen können.

Küchenhygiene: Gemüse waschen

Auf Lebensmitteln können sich Mikroorganismen wie Viren, Pilze, Bakterien und Parasiten befinden. Gemüse, Kräuter, Sprossen und Salat sollten Sie daher immer gründlich unter fließendem Wasser waschen, bevor Sie es weiterverarbeiten. Das ist die wichtigste Hygiene-Maßnahme. Mit einer Gemüsebürste können Sie Erdrückstände von Karotten, Gurken und anderem Gemüse leicht entfernen.

Damit Keime sich nicht so schnell vermehren, sollten Sie Gemüse erst kurz vor dem Verzehr beziehungsweise vor der Zubereitung schneiden. Wichtig ist, immer ein frisches Brettchen und Messer zu verwenden. So lassen sich Kreuzkontaminationen vermeiden. Wer Gemüse für die spätere Verarbeitung vorschneidet, sollte es in einem verschlossenen Behältnis im Kühlschrank aufbewahren.

"Unter Kreuzkontamination versteht man, dass Keime von einem Lebensmittel auf andere Lebensmittel übertragen werden. Dies kann durch direkten Kontakt (z.B. rohes Fleisch berührt andere Lebensmittel, die nicht mehr erhitzt werden) oder indirekten Kontakt passieren wie die Übertragung durch Hände, Arbeitsflächen, Messer oder andere Küchenutensilien."

— Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Welches Gemüse im Kühlschrank aufbewahren?

Um Keimen vorzubeugen, ist es nicht nur wichtig, Gemüse, Salate und Kräuter gründlich zu waschen. Auch die richtige Aufbewahrung spielt eine gewichtige Rolle. Gemüse ist im Kühlschrank mehrere Tage haltbar. In den Kühlschrank gehören:

  • Blattgemüse wie Spinat
  • Salate
  • Blumenkohl und Brokkoli
  • Artischocken
  • Lauchzwiebeln/ Lauch
  • grüne Bohnen
  • Erbsen
  • Karotten
  • Spargel
  • Sellerie
  • Radieschen
  • Chicorée
  • Endivie
  • Kräuter (ausgenommen Basilikum)
  • Rettich
  • Rote Beete
  • Paprika
  • Pilze
Küchenhygiene: Pilze

Nehmen Sie Pilze nach dem Kauf aus der Plastikverpackung. Pilze bilden unter der Folie leicht Schwitzwasser und faulen schneller. In einer Papiertüte oder in etwas Küchenrolle sind Pilze bis zum Verzehr besser aufgehoben.

Diese sechs Gemüsesorten mögen Kälte nicht

Es gibt vier Gemüsesorten, denen Kälte nicht gut bekommt. Sie verlieren entweder an Aroma, verändern ihre Konsistenz oder schimmeln schneller:

  • Tomaten
  • Kartoffeln
  • Auberginen
  • Kürbis
  • Zwiebeln und Knoblauch
Tipp

Tomaten geben das Reifegas Ethylen ab. Dieses beschleunigt den Reifeprozess und so das Verderben anderer Gemüsesorten. Auch Salat reagiert empfindlich auf Ethylen. Tomaten daher am besten getrennt aufbewahren.

Gemüse einfrieren: die besten Tipps

Bekommen Sie Ihr Gemüse nicht so rasch aufgebraucht, können Sie die meisten Gemüsesorten durch Einfrieren haltbar machen: Waschen Sie das Gemüse, schneiden Sie es so, wie Sie es später zubereiten möchten, verpacken Sie es in gewünschten Portionsgrößen luftdicht in einem geeigneten Beutel oder Gefäß und legen Sie es in die Tiefkühltruhe. So bleibt es rund sechs Monate haltbar.

Keine Minusgrade: Dieses Gemüse nicht einfrieren

Achtung: Tomaten sollten Sie nur in gekochtem oder püriertem Zustand einfrieren. Sie werden sonst matschig. Auch andere Gemüsesorten vertragen Minustemperaturen nicht und werden beim Auftauen matschig:

  • Radieschen
  • Gurken
  • Zwiebeln

Dieses Gemüse vor dem Einfrieren blanchieren

Spinat, Erbsen, Bohnen, Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl und Möhren sollten Sie vor dem Einfrieren für drei bis vier Minuten in kochendes (Salz-)Wasser geben (blanchieren). Das tötet nicht nur Mikroorganismen ab, sondern verdichtet auch die Zellstruktur. Das Gemüse verliert beim Einfrieren dann weniger an Konsistenz, Geschmack und Farbe. Nach dem Blanchieren das Gemüse in kaltem Wasser abschrecken, trockentupfen und in einen Gefrierbeutel oder ein entsprechendes Behältnis geben. Tipp: Ein Spritzer Zitronensaft im Garwasser erhält die frische Farbe des Gemüses.

Gefrorenes Gemüse ist reich an Nährstoffen

Natürlich können Sie gefrorenes Gemüse auch direkt im Supermarkt kaufen und sich so einen gesunden Vorrat halten. Gefrorenes Gemüse ist reich an wichtigen Nährstoffen. Der Nährstoffverlust ist gering, da das Gemüse direkt nach der Ernte verarbeitet wird. Lange Transportwege und Lagerung entfallen. Als Rohkost eignet sich gefrorenes Gemüse allerdings nicht.

Sie können auch Gemüsegerichte vorkochen und in passenden Portionsgrößen einfrieren. So schmeißen Sie weniger weg und haben schnell ein Gericht auf dem Tisch, wenn die Zeit mal knapp ist.

Gemüse einlegen: Für feste Gemüsearten geeignet

Eine weitere Möglichkeit, Gemüse länger haltbar zu machen, ist Einlegen. Essig und Öl schützen das Gemüse vor Mikroorganismen. Mit Essig sauer Eingelegtes ist bis zu zwei Wochen im Kühlschrank haltbar.

In Öl Eingelegtes ist im Kühlschrank etwa drei Monate haltbar. Beim Einlegen in Öl abwechselnd Gemüse und Öl in ein Glas füllen und dicht schichten. Es dürfen keine Luftblasen im Glas sein und die Lebensmittel sollten etwa zwei Zentimeter hoch mit Öl bedeckt sein. Zuckern, Salzen oder Einkochen verlängert die Haltbarkeit auf bis zu zwölf Monate. 

Gemüse fermentieren und einkochen

Wie Sie Gemüse fermentieren, erfahren Sie im Ratgeber Fermentieren. Tipps wie Sie Gemüse durch Einkochen länger haltbar machen und so Ihren Vorratsschrank auffüllen, verrät Ihnen das folgende Video.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

https://www.ann-kathrinlandzettel.de

Wie finden Sie diesen Artikel?