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arzt schaut verletzte achillessehne von patient an
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Achillessehne: Was ist ein Achillessehnenriss?

Der Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur) entsteht am Übergang zwischen Wadenmuskulatur und Fersenknochen, also in der Achillessehne. Die Achillessehnenruptur ist der häufigste Sehnenriss. Jogger sind oft betroffen. Wann die Achillessehne reißen kann – und was dann hilft.

Was ist die Achillessehne?

Die Achillessehne, medizinisch Tendo calcanei, ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie bildet den Übergang zwischen Wadenmuskulatur und Fersenknochen (Fersenbein) und überträgt die Kraft der Wadenmuskeln auf die Ferse. Dadurch wird die Abrollbewegung beim Gehen möglich (Plantarflexion), ebenso der Zehenstand. Beim Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur) reißt die Achillessehne teilweise ein oder wird komplett durchtrennt. Die Verbindung zwischen Wade und Ferse ist unterbrochen. Medizinern zufolge sind häufig Männer zwischen 30 und 45 Jahren betroffen.

Achillessehne: Ursache eines Achillessehnenrisses

In 75 Prozent der Fälle tritt die Achillessehnenruptur beim Sport auf. Ursache für einen Achillessehnenriss ist meist eine Überforderung der Sehne oder wenn die Sehne ruckartig kontrahiert, etwa beim Umknicken oder einem Sturz. Jogger haben häufig Schmerzen in der Achillessehne, wenn sie die Sehne zu stark belasten, um die gewünschten Kilometer zu schaffen. Dann kann es zu einer Achillessehnenreizung oder Achillessehnenentzündung kommen. Kann sich die Sehne nicht regenerieren und ausheilen, wird sie zunehmend geschwächt.

Ist die Achillessehne stark geschwächt oder bereits leicht verletzt, kann sie durch eine Überbelastung oder eine unglückliche Bewegung reißen. Auch bei Sportarten mit vielen Sprints, Richtungswechseln und Sprüngen, beispielsweise Volleyball, Tennis und Turnen, ist das Risiko für einen Achillessehnenriss erhöht. Die Kräfte, die beim Abspringen, Aufkommen und bei Sprints auf die Achillessehne einwirken, sind enorm.

Alter und Medikamente schwächen die Achillessehne

Bei einem Achillessehnenriss ist die Sehne in den meisten Fällen bereits vorgeschädigt. Überlastungen führen zu kleinen Verletzungen. Können diese nicht richtig ausheilen und wird die Sehne immer wieder überlastet, kann sie reißen. Auch eine altersbedingte Degeneration sowie bestimmte Medikamente, etwa Kortison oder Antibiotika, können die Achillessehne schwächen.

Achillessehnenriss-Symptome: Wie Riss in der Achillessehne erkennen?

Zu den klassischen Achillessehnenriss-Symptomen gehören:

  • plötzlich einschießende starke Schmerzen oberhalb der Ferse
  • ein lauter Knall (Betroffene beschreiben das Geräusch oft wie einen Peitschenhieb, wenn die Sehne reißt)
  • Einschränkungen beim Gehen
  • Der Zehenstand ist nicht mehr möglich
  • Schwellung der Wade sowie der Rückseite des Sprunggelenks
  • tastbare Delle oberhalb der Ferse (wo die Sehne durchtrennt ist)
  • möglicherweise Bildung eines Blutergusses (Hämatom) oberhalb der Ferse

Riss der Achillessehne behandeln: Was macht der Arzt?

Suchen Sie mit einem Achillessehnenriss einen Unfallchirurgen, einen Orthopäden oder einen Sportmediziner auf. Auch Ihr Hausarzt ist ein erster Ansprechpartner: Er wird Sie an einen entsprechenden Facharzt überweisen. Wie der Arzt den Achillessehnenriss behandelt, ist vom Grad der Verletzung abhängig. Ist es möglich, die Sehnen-Enden durch Spitzfußstellung zusammenbringen, kann konservativ behandelt werden. Dann bekommt der Betroffene für etwa zwei Wochen einen Unterschenkelgips und im Anschluss eine Schuhorthese (Schuh mit Erhöhung im Fersenbereich) für etwa sechs Wochen. Im Anschluss erfolgt eine Physiotherapie, um die Beweglichkeit zu schulen.

Achillessehnen-OP wann notwendig?

Eine Achillessehnenriss-Operation lässt sich dann nicht vermeiden, wenn der Abstand zwischen den Sehnen-Enden zu groß ist. Mit Hilfe von speziellen Nahttechniken oder der Nutzung von anderem körpereigenen Sehnenmaterial kann die Lücke ausgeglichen werden. Der Betroffene muss etwa fünf Tage im Krankenhaus bleiben. Anschließend bekommt er einen Unterschenkelgips angefertigt, der den Fuß in Spitzstellung hält, damit die Achillessehne heilen kann. Der Patient muss den Gips meist zwischen vier bis sechs Wochen tragen. So lange ist die Ruhigstellung nötig, damit die Verletzung heilen kann. Im Anschluss erfolgt eine Physiotherapie, um die Beweglichkeit zu schulen.

Wann wieder Sport nach Achillessehnenriss?

Angaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zufolge sind sportliche Aktivitäten nach etwa drei bis vier Monaten wieder möglich. Leistungssportler müssen allerdings länger warten, bis sie wieder aktiv sein können: Sie sollten sich etwa ein halbes Jahr schonen, bevor sie wieder mit dem Wettkampftraining starten. Wird die Achillessehne zu früh und zu stark belastet, kann es zu einem erneuten Riss kommen (Re-Ruptur). Generell ist es möglich, dass nach einem Riss der Achillessehne dauerhafte Schmerzen und/ oder eine Funktionseinschränkung der Sehne zurückbleibt.

Quellen:

https://www.dgu-online.de/patienten/haeufige-diagnosen/sportler/achillessehnenruptur.html

http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-fuer-Allgemeine-Unfall-und-Wiederherstellungschirurgie/de/fach/fuss/krankheitsbilder/achillessehne/achillessehnenruptur.html

https://dgooc.de/patienten/gesundheitstipps

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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