Verstecktes Mikroplastik: So können Sie es erkennen und vermeiden

Mikroplastik in Kosmetik ist längst kein Geheimnis mehr. Doch die Kunststoffpartikel verstecken sich nicht nur in Duschgel und Peeling, sondern auch in vielen anderen Produkten. Lernen Sie hier, wie Sie die kritischen Inhaltsstoffe erkennen – und wie Sie sie vermeiden können.

Definition: Was ist Mikroplastik und warum ist es gefährlich?

In die Kategorie “Mikroplastik” fallen Kunststoffteilchen, die nur wenige Mikro- oder Nanometer groß sind – und damit zu klein, um von Kläranlagen aus dem Wasser gefiltert zu werden. Die Folge: Die Plastikpartikel gelangen ins Meer und werden dort von Fischen, Muscheln und Co. aufgenommen.

So findet das Mikroplastik den Weg in Lebensmittel und am Ende auf den Mittagstisch. Das Tückische: In den Plastikteilchen reichern sich Schadstoffe drei- bis viermal stärker an als beispielsweise im Meeresboden. Giftige, krebsverdächtige und hormonaktive Stoffe gelangen so in großer Konzentration in den menschlichen Körper.

Hauptsächlich kommt Mikroplastik in Kosmetik zum Einsatz. Der erste Gedanke geht da zu den kleinen Kügelchen im Peeling. Doch Mikroplastik muss nicht immer fest sein. In flüssiger Form verstecken sich Kunststoffe auch in Handseife, Haarpflegeprodukten oder Waschmitteln. Mikroplastik komplett zu vermeiden, ist also gar nicht so einfach. Wer aber weiß, worauf er achten muss, kann die Umweltbelastung zumindest deutlich reduzieren.

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Wie kann man Mikroplastik erkennen?

Wer Mikroplastik vermeiden will, muss ganz genau hinschauen. Eine Deklarationspflicht gibt es nämlich nicht. Die umweltbelastenden Inhaltsstoffe müssen noch nicht mal ausgeschrieben werden, sondern verstecken sich häufig hinter Abkürzungen. In dieser Liste finden Sie die häufigsten Arten von Mikroplastik und ihre Abkürzungen:

  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Polyacrylate (PAK)
  • Polymethylmethacrylat (PMMA)

Erinnerungshilfe: Acryl ist der Stoff, den Sie aus dem Baumarkt oder der Farbecke des Bastelladens kennen oder womöglich von künstlichen Fingernägeln – also nichts, was Sie freiwillig essen würden.

  • Polyamide (PA, Nylon)
  • Polyethylen (PE)
  • Polyethylene glycol (PEG)
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Polypropylen (PP)
  • Polypropylene glycol (PPG)
  • Polystyren (PS)
  • Polyurethan (PUR)
  • Polyquaternium (PQ)

Erinnerungshilfe: Bei “Poly-” und Abkürzungen, die mit “P” beginnen, sollten Sie skeptisch sein.

  • Teflon (EFP, PFEP)

Das Kleingedruckte auf jedem Duschgel und jedem Shampoo zu lesen, um herauszufinden, ob wirklich kein Mikroplastik drin ist, kann mühsam sein – vor allem, wenn die Zeit drängt oder die Lesebrille noch zu Hause liegt.

Praktischerweise gibt es verschiedene Mikroplastik-Apps von Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen. Sie helfen dabei, Produkte ohne Mikroplastik zu finden, indem Sie online in Listen stöbern oder direkt im Laden den Barcode einscannen können. Zwei davon sind “CodeCheck” und “Beat The Microbead”.

Naturkosmetik und DIY kommen ohne Mikroplastik aus

In den meisten konventionellen Kosmetikprodukten ist Mikroplastik enthalten: Duschgel, Shampoo, Peeling, Lippenstift, Nagellack, Seife – es gibt fast kein Entkommen. Und das, obwohl die Kunsstoffteilchen durchaus entbehrlich sind. Immerhin ist Zahnpasta mittlerweile frei von Mikroplastik.

In Naturkosmetik sind die Kunststoffzusätze nicht zugelassen, sodass zertifizierte Biomarken immer mikroplastikfrei sein. Hier kommen beispielsweise im Peeling statt Mikroplastik Salz, Nussschalen, Kleie oder Tonerde zum Einsatz, um den Rubbeleffekt zu erzeugen.

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Wenn Ihnen Biomarken zu teuer sind, können Sie viele Kosmetikartikel auch recht einfach selbst herstellen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Müll. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einer Gesichtsmaske aus Honig und Kaffee oder einem zuckersüßen Regenbogen-Peeling?

Vorsicht ist geboten, wenn Sie sich Sonnenmilch ohne Mikroplastik selbst anrühren wollen. Oft wird behauptet, dass Pflanzenöle allein ausreichen würden, um vor der UV-Strahlung zu schützen. Das stimmt so leider nicht. Zumindest ein mineralischer Filter muss sein – zum Beispiel aus feinem Zink- und Titanoxid.

Synthetische Kleidung vermeiden

Wenn Sie Mikroplastik vermeiden wollen, sollten Sie auf Kunstfasern verzichten – dazu gehören zum Beispiel Sportfunktionskleidung und Nylonstrumpfhosen, aber auch viele andere Alltagsstoffe wie Polyester. Bei jedem Waschen verlieren diese Kleidungsstücke winzige Fasern: Mikroplastik entsteht.

Plastik allgemein vermeiden

Ein Teil des Mikroplastiks entsteht direkt im Meer durch die Zersetzung von großem Plastikmüll. Wenn Sie generell plastikarm leben, vermeiden Sie damit auch automatisch Mikroplastik. Mehrwegglasflaschen statt PET-Flaschen sind zum Beispiel ein guter Anfang.

Rund 13 Millionen Tonnen Plastikmüll treiben durch die Ozeane.

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