Freie Radikale im Körper: 4 Fakten zur Zellalterung

Freie Radikale im Körper werden oft als Hauptschuldige für die Zellalterung genannt. Im Handel sind unzählige Anti-Aging-Mittel gegen diese vermeintlichen Übeltäter erhältlich – aber sind diese sogenannten Antioxidantien wirklich so gesund und die freien Radikale so schädlich?

1. Was sind freie Radikale eigentlich?

Freie Radikale sind Teile von Sauerstoffmolekülen, die eine Bruchstelle aufweisen, an der sich ein Atom mit einem ungepaarten Elektron befindet. Sie sind sehr reaktionsfreudig, was bedeutet, dass sie sich rasch mit anderen Molekülteilen verbinden, gleichzeitig aber kurzlebig sind. Laut der Theorie der freien Radikale des US-amerikanischen Biogerontologen Denham Harman aus dem Jahr 1956 knüpfen diese Sauerstoffmoleküle an die Moleküle gesunder Körperzellen an und schaden ihnen. Das wiederum soll zu vorzeitiger Zellalterung führen. Es gibt jedoch auch Moleküle, die sich dauerhaft an die freien Radikale binden, und ihre schädliche Wirkung beheben – Antioxidantien genannt. Dass diese Theorie der Zellalterung stimmt, wurde allerdings bis heute nicht eindeutig bestätigt.

2. Freie Radikale sind nur in Masse schädlich

Inzwischen gibt es Hinweise, dass freie Radikale auch beschädigte oder unkontrolliert wuchernde Zellen beseitigen. So können die Sauerstoffmoleküle etwa Tumore bekämpfen und durch die Entsorgung schadhafter Körperzellen Platz für gesunde Zellen schaffen. Sie bekommen dabei Unterstützung durch das Immunsystem. Das funktioniert jedoch nur, solange die freien Radikale eine bestimmte Menge nicht überschreiten. Geschieht dies, greifen die Moleküle auch gesunde Körperzellen an – es entsteht sogenannter oxidativer Stress.

3. Wie freie Radikale entstehen und sich vermehren

Zellen, die einen Zellkern haben, besitzen ein sogenanntes Mitochondrium, das der Zelle zur Energiegewinnung dient. Diese Mitochondrien sind also sozusagen die Kraftwerke einer Zelle. Wird der in ihnen stattfindende Verbrennungsprozess überlastet, entstehen freie Radikale, die wiederum für oxidativen Stress sorgen. Das kann zum Beispiel infolge von zu viel UV-Strahlung nach einem Sonnenbrand passieren oder durch radioaktive Strahlung. Von außen können freie Radikale durch Zigarettenrauch oder Umweltgifte in den Körper gelangen.

Nimmt der Anteil freier Radikaler überhand, kommt es zu einer Kettenreaktion. Dabei verbinden sich die Sauerstoffmoleküle nicht mehr nur mit Antioxidantien, sondern mit anderen Molekülen, die wiederum freie Radikale freisetzen. Dieser Stoffwechselprozess führt nicht nur zur Zellalterung, sondern steht im Verdacht an der Entstehung von Krebs, Alzheimer, Rheuma und Arteriosklerose beteiligt zu sein.

4. Schutz vor oxidativem Stress

Um sich vor oxidativem Stress und einem Übermaß an freien Radikalen zu schützen, brauchen Sie keine Vitaminpräparate oder Anti-Aging-Nahrungsergänzungsmittel mit Antioxidantien wie Vitamin A oder Vitamin E. Im Gegenteil: Diese künstlichen Antioxidantien können sogar mehr schaden als nützen. Achten Sie lieber auf ausreichenden Sonnenschutz und verzichten Sie auf das Rauchen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse versorgt Sie außerdem mit allen Vitaminen und Nährstoffen, die Sie brauchen.