Borreliose: Diagnose der Infektionskrankheit

Ein Zeckenbiss während einer Waldwanderung kann schwere gesundheitliche Konsequenten haben: Die Borreliose-Diagnose beruht vor allem auf der Analyse der Krankheitsgeschichte und genauer Beobachtung der Symptome. Leider tritt die charakteristische Wanderröte nicht bei jedem Patienten auf – daher ist die Krankheit im Frühstadium nicht immer zu erkennen.

Borreliose: Diagnose per Arztgespräch

Wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose von Borreliose liefert die Krankengeschichte des Patienten. Dabei erörtert der Arzt gemeinsam mit dem Betroffenen die Symptome und wann die Beschwerden erstmals aufgetreten sind. Stellt sich etwa heraus, dass sich nach einem Waldspaziergang, Gartenarbeit oder einem Picknick im Grünen Anzeichen, die einer Grippe ähneln, gezeigt haben, ist der Verdacht auf Borreliose begründet – es könnte unbemerkt zu einem Zeckenstich gekommen sein.

Um die Diagnose zu sichern, müssen jedoch weitere Untersuchungen folgen. Handelt es sich etwa statt um Borreliose tatsächlich um eine Grippe, ist eine Therapie mit Antibiotika kontraproduktiv – Antibiotika können zwar Bakterien wie die Borrelien abtöten, nicht aber Grippeviren.

Körperliche Untersuchung: Wanderröte bei Borreliose

Einen Tag bis vier Wochen nach der Borreliose-Infektion wird bei der Hälfte der Patienten eine sogenannte Wanderröte um den Zeckenstich herum sichtbar. Diese Hautveränderung ist kreisrund, leuchtend rot und scharf abgegrenzt; zudem breitet sie sich immer weiter aus. Sie ist das einzige Symptom, das eindeutig für eine Lyme-Borreliose spricht – daher untersucht der Arzt nach seinem Anfangsverdacht, ob sich irgendwo am Körper des Patienten unbemerkt ein Zeckenstich befindet, der diese Wanderröte aufweist. Fehlt sie, obwohl Krankengeschichte und Symptome auf eine Borreliose hindeuten, kann aber dennoch eine Infektion vorliegen.

Blutuntersuchung reicht für eindeutige Diagnose nicht aus

Als weiteres Indiz für die Borreliose-Diagnose ordnet der Arzt oft einen Bluttest an. Dabei werden die Blutproben des Patienten auf Antikörper gegen Borrelien untersucht. Allerdings muss es nicht bedeuten, dass eine akute Infektion vorliegt, wenn Antikörper gefunden werden. Es kann auch sein, dass diese von einer länger zurückliegenden und bereits überstandenen Erkrankung stammen und die aktuellen Symptome von einem anderen Erreger ausgelöst wurden. Der Test muss also stets im Gesamtzusammenhang betrachtet werden. Zudem dauert es nach einer Infektion eine Weile, bis das Immunsystem reagiert und Antikörper bildet – oft erst nach vier bis sechs Wochen. In der Frühphase der Krankheit kann ein Bluttest daher in der Regel keine zuverlässigen Ergebnisse liefern.

Untersuchung des Gehirnwassers zur Borreliose-Diagnose

Breiten sich die Borrelien im Körper weiter aus, befallen sie unter Umständen das zentrale Nervensystem; es entsteht eine Neuroborreliose. Mit einer sogenannten Lumbalpunktion wird Gehirnflüssigkeit aus dem Rückenmarkkanal gewonnen und auf für Neuroborreliose typische Veränderungen, beispielsweise im Proteingehalt oder Anteil der weißen Blutkörperchen, hin untersucht. Auch hier zeigen sich jedoch nicht immer eindeutige Beweise, daher müssen diese Ergebnisse ebenfalls in Zusammenhang mit den anderen Hinweisen gebracht werden.