Kindergeld in der EU: So viel bekommen Eltern
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Kindergeld in der EU: So viel bekommen Eltern

Eltern werden in den EU-Staaten mit verschiedenen Maßnahmen unterstützt. Die wichtigste ist das Kindergeld. Auch wenn die Vergleichbarkeit aufgrund verschiedener Modelle begrenzt ist, zeigt das EU-Gesamtbild doch: Deutschland ist im Spitzenfeld mit dabei.

In Deutschland erhalten Eltern derzeit monatlich je 192 Euro für das erste und zweite Kind. 198 werden für das dritte und 223 Euro für jedes weitere Kind bezahlt. Die Unterstützung ist bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs garantiert, bei einer bestehenden Ausbildung auch darüber hinaus. Die Förderung endet erst mit dem vollendeten 25. Lebensjahr. Wie sieht das in anderen EU-Staaten aus? 

Zahlung von Kindergeld in ausgewählten Staaten der EU bei einer Familie mit drei Kindern (Gesamtwert) in Euro

  • Luxemburg: 795
  • Deutschland: 582
  • Belgien: 506,74
  • Dänemark: 309 bis 435 (je nach Alter der Kinder)
  • Schweden: umgerechnet ca. 411
  • Irland: 390
  • Polen: umgerechnet ca. 375
  • Finnland: 336,56
  • Frankreich: 274,47
  • Niederlande: 198,39 bis 283,41 (je nach Alter der Kinder)
  • Spanien: max. 254,72 (einkommensabhängig)
  • Italien: max. 250,48 (einkommensabhängig)
  • England: umgerechnet ca. 245
  • Griechenland: 40

EU-Staaten setzen unterschiedliche Prioritäten

Wie unterschiedlich die Herangehensweise ist, wird erst mit einem Blick in die einzelnen Länder deutlich. So bezieht sich der Betrag von rund 250 Euro in Italien auf Eltern mit einem Jahreseinkommen unter 11.400 Euro. Ab 44.000 Euro wird gar kein Kindergeld mehr gezahlt. Auch in Spanien spielt das Einkommen der Eltern die Schlüsselrolle. Begünstigt werden ausschließlich Geringverdiener. Mehr gibt es nur für Eltern, deren Kind aufgrund einer Behinderung besondere Förderung benötigt.

In Dänemark wird für alle Kinder bis zu drei Jahren der höchste Betrag gezahlt (145 Euro). Ab sieben Jahren, der dritten Stufe, gibt es dann nur noch 103 Euro im Monat. Genau anders herum regelt es die Niederlande. Hier wird für Kinder unter sechs Jahren mit rund 66 Euro ein weit niedrigerer Betrag ausgeschüttet als für die Älteren. Ab einem Kindesalter von 12 Jahren stehen den Eltern immerhin fast 95 Euro monatlich zur Verfügung.

Auch Österreich unterstützt nach Altersstufen – je älter, desto mehr wird ausgeschüttet. Interessant auch das Modell in Frankreich: Familien mit einem Kind erhalten keine Unterstützung, denn die Förderung beginnt hier erst ab dem zweiten Kind.

Familien-Umzug ins Ausland: vorher kundig manchen

Deutsche Familien, die dauerhaft ins Ausland ziehen und hier ihr Einkommen verdienen, müssen sich an die Gesetze des jeweiligen Landes gewöhnen, auch in Sachen Kindergeld. In den meisten Ländern bedeutet das zunächst weniger im Geldbeutel. Wer zum Beispiel mit seinen Kindern nach Griechenland zieht und bezugsberechtigt ist, muss sich beim ersten Kind mit monatlich 5,87 Euro begnügen.

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