Lebensmittelallergien •

Was ist eine Kreuzallergie?

Wer auf Pollen und Gräser allergisch reagiert, also unter Heuschnupfen leidet, verträgt oft auch bestimmte Nahrungsmittel nicht, darunter bestimmte Obstsorten und Nüsse. Mediziner sprechen dann von einer pollenassoziierten Lebensmittel-Allergie oder Kreuzallergie.

Was eine Kreuzallergie für den Speiseplan bedeutet.

Bei einer Kreuzallergie beziehungsweise pollenassoziierten Lebensmittel-Allergie handelt es sich um eine sogenannte sekundäre Nahrungsmittelallergie. Ihr liegt eine primäre Allergie gegen bestimmte Substanzen aus der Luft (Aeroallergene) wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare zugrunde. Experten zufolge sind über 50 Prozent der Nahrungsmittelallergien Kreuzallergien.

Doch wie hängen Pollen und Nahrungsmittel zusammen? Manche Eiweiße in Früchten, Nüssen und Gemüse ähneln den Eiweißen, die in Pollen oder Gräsern zu finden sind. Aus diesem Grund reagiert das Immunsystem auch bei ihnen mit Abwehr.

Kreuzallergie: Ähnliche Eiweiße machen Probleme

Dann kommt es meist kurz nach dem Verzehr zu einem unangenehmen Kribbeln und Jucken im Mund, an den Lippen und an den Ohren; Ausschlägen auf der Haut oder Magen-Darm-Beschwerden. In schlimmeren Fällen können Schwellungen im Gesichts- und Halsbereich auftreten oder es kommt zu Herz-Kreislauf-Problemen. Schwere allergische Reaktionen drohen vor allem dann, wenn der Allergiker große Mengen des allergenen Nahrungsmittels zu sich nimmt. In der Regel zeigen sich die Symptome wenige Stunden bis zwei Stunden nach dem Verzehr.

Wie schwer die primäre Allergie ist und wie lange sie besteht, spielt nach Angaben des European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF), bei einer Kreuzallergie keine Rolle. Es sei sogar möglich, dass die primäre Allergie selbst kaum oder gar keine Symptome auslöse. Dann würden die Betroffenen ausschließlich die Kreuzallergie gegen Nahrungsmittel wahrnehmen. 

Kreuzallergie-Beschwerden lindern durch Ernährungsberatung und weniger Rohkost

Die zuverlässigste Methode, die Kreuzreaktion auf Nahrungsmittel zu umgehen ist, die kritischen Nahrungsmittel nicht zu essen. Der komplette Verzicht ist aber nicht immer nötig. Im Rahmen einer individuellen Ernährungsberatung können individuelle Auslöser gemeinsam mit einem Ernährungsexperten herausgearbeitet werden. Dann weiß der Allergiker, welche Nahrungsmittel er gut verträgt und wann er aufpassen muss. Oftmals hilft es bereits, wenn Nahrungsmittel gekocht werden, da viele Allergene nicht hitzebeständig sind. Manche Betroffenen müssen das Nahrungsmittel lediglich in der Pollenzeit meiden.

Wer bei der Birke niest, verträgt oft Nüsse nicht: Häufige Kreuzallergien im Überblick

Da Allergien und ihr Beschwerdebild sehr individuell sind, sind allgemeingültige Aussagen zu Kreuzallergien schwierig. Dennoch gibt es Kreuzallergien, die gehäuft auftreten. Die wichtigsten finden Sie in unserer Tabelle. Die Tabelle bietet lediglich einen Überblick und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Allergie auf…

Häufig problematische Nahrungsmittel:

Baumpollen

Haselnuss, Apfel, Birne, Aprikose, Pfirsich, Kirsche, Zwetschge, Pflaume, Kiwi, Walnuss, Mandel, Sellerie, Karotte, Kartoffel, Tomate, Soja

Beifuß

Gewürze wie schwarzer Pfeffer, Kümmel und Fenchelsamen;

Kräuter wie Petersilie, Koriander, Pfefferminze und Kamille;

Tomate, Sellerie, Kiwi, Litschi, Mango, Weintraube, Avocado, Paprika, Sonnenblumenkerne

Ambrosia

Tomate, Gurke, Banane, Melone, Zucchini

Gräser und Getreidepollen

Tomate, Melone, Erdnuss, Sellerie, Mais, Hirse, Hülsenfrüchte, Mehle ( Dinkel, Hafer, Weizen, Roggen, Gerste)

Hausstaubmilben

Krebs, Garnele, Hummer, Krabbe, Schnecke, Schrimp

Latex

Kartoffel, Tomate, Sellerie, Avocado, Banane, Ananas, Kiwi, Feige, Kastanie, Buchweizenmehl, Mango, Papaya, Pfirsich

Tierhaare

Fleisch, Innereien, Kuhmilch

Vogelfedern

Geflügel, Innereien, Ei

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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