So wird Scharlach behandelt
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So wird Scharlach behandelt

Der Erreger von Scharlach ist ein Bakterium. Streptococcus pyogenes gilt normalerweise als gutmütiger Untermieter unserer Haut und Schleimhäute. Nur wenige Stämme bilden einen Giftstoff, der Scharlach und andere Erkrankungen hervorruft. Daher ist das oberste Ziel der Behandlung die Eliminierung der Bakterien, bevor sie weiteren Schaden anrichten. In dieser Zeit gilt es den Patienten zu schonen und seine Symptome zu lindern.

Achtung: Scharlach ist hochansteckend!

Halten Sie Ihren kleinen Patienten von anderen Personen fern. Behalten Sie im Hinterkopf, dass selbst bei vormaliger Erkrankung eine erneute Infektion möglich ist. Ein Besuch von Kindergarten und Schule scheidet daher aus. 

Sie müssen dort Bescheid sagen, wenn der Arzt die Diagnose Scharlach stellt, denn Ihr Sprössling war bereits vor dem Auftreten der ersten Symptome ansteckend. Gemeinschaftseinrichtungen wiederum müssen Erkrankungen beim örtlichen Gesundheitsamt melden.

Achten Sie bei der Versorgung Ihres Kindes vor allem auf sich selbst. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände und verwenden Sie ein geeignetes Desinfektionsmittel. Tragen Sie gegebenenfalls einen Mundschutz, insbesondere wenn Allergien oder andere Erkrankungen Ihr Immunsystem in Mitleidenschaft ziehen.

Arbeiten Sie bei einer Behörde, Schule oder ähnlichem, dürfen Sie Ihre Tätigkeit so lange nicht ausüben wie Ihr Schützling erkrankt ist. Der Arzt entscheidet, wann Sie und Ihr Kind wieder Gemeinschaftseinrichtungen besuchen dürfen. Meist ist das wenige Tage nach Beginn der Antibiotikatherapie möglich. Ein Attest ist dafür nicht erforderlich.

Bekämpfung von Scharlach mit Antibiotika

Hat Ihr Kind Scharlach aus Schule oder Kindergarten mitgebracht, informieren Sie Ihren Kinderarzt darüber. Er wird Ihren Verdacht gegebenenfalls bestätigen und ein Antibiotikum verschreiben, meist in Form eines Saftes.

Die meisten Streptokokkenstämme sprechen auf Penicillin, Amoxicillin oder Ampicillin an. Einige Personen reagieren allergisch auf solche Betalaktame. Dann kommen alternative Präparate wie Cephalosporine oder Macrolidantibiotika zum Einsatz. 

Wie alle Antibiotika müssen diese Medikamente konsequent über zehn Tage eingenommen werden. Das gilt unabhängig von einer auftretenden Besserung der Beschwerden. Nur so lassen sich die Bakterien restlos beseitigen. Bei vorzeitigem Absetzen sind erneutes Aufflammen der Erkrankung und Komplikationen vorprogrammiert.

Niemand ist ein Freund von Antibiotika. Aber ohne Behandlung breiten sich die Erreger oft über Wochen und Monate aus. Zudem erfordern Komplikationen mit rheumatischem Fieber und Endokarditis in vielen Fällen lebenslange Antibiose.

Hausmittel und allgemeine Tipps zur Behandlung von Scharlach

Während der Behandlung mit Antibiotika sollten Sie auf einige Punkte achten, um den Heilungsprozess zu unterstützen.

Das Kind muss sich schonen und möglichst Bettruhe einhalten, vor allem wenn es mit hohem Fieber zu kämpfen hat. Helfen Sie ihm dabei und senken Sie seine Körpertemperatur mit kalten Wadenwickeln und Kompressen auf der Stirn. 

Sollten die alten Hausmittel nicht ausreichen, fragen Sie den Arzt nach einer fiebersenkenden Arznei. Viele davon helfen zugleich gegen Schmerzen. Am besten haben sich Zäpfchen bewährt. Seien Sie vorsichtig mit Tabletten, denn bei Kindern gelten bei Ibuprofen, Paracetamol und Co. andere Dosierungen als bei Erwachsenen.

Bei Husten hilft viel trinken. Dadurch löst sich der Schleim besser. Unterstützen Sie das zusätzlich mit Inhalationen, Gurgeln und hustenlösendem Tee. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach geeigneten Mitteln. Zudem sind Halswickel hilfreich - diese sollten im Gegensatz zu den Wadenwickeln zur Fiebersenkung warm sein.

Früher haben unsere Eltern nasse Handtücher im Zimmer aufgehängt, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Das funktioniert bestens. Heute haben wir zudem die Möglichkeit, spezielle Luftbefeuchter laufen zu lassen. Lüften Sie das Zimmer regelmäßig und sorgen Sie für Kühle im Raum.

Die Entzündungen im Rachenraum machen das Schlucken beschwerlich. Geben Sie Ihrem Kind am besten weiche Nahrung in Form von Suppen oder Brei. Achten Sie darauf, dass diese nicht zu kalt, nicht zu heiß und nicht zu salzig sind.

Antibiotika machen oftmals Tabula rasa mit der Darmflora. Helfen Sie Ihrem Kind mit probiotischen Lebensmitteln, die lebende Milchsäurebakterien enthalten. Sie unterstützen die Darmbakterien bei der Neuansiedlung.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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