So werden Windpocken behandelt
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So werden Windpocken behandelt

Bei zuvor gesunden Kindern verläuft die Erkrankung mit Windpocken in der Regel ohne Komplikationen. Bei Erwachsenen kann die Erkrankung zu vielfältigen Komplikationen führen, weshalb in der Behandlung besondere Sorgfalt erfolgen sollte. Dennoch ist die Vorgehensweise beim Windpocken behandeln stets gleich: Sie erfolgt in der Regel rein symptomatisch, um die Beschwerden wie den Juckreiz zu lindern und die mögliche Entzündung der Bläschen durch das Kratzen zu verhindern. Viel Ruhe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine ausgewogene, gut verträgliche Ernährung unterstützen die körpereigene Abwehr bei der Bekämpfung der Varizella-Zoster-Viren.

Linderung für den Juckreiz

Bei der Windpocken-Behandlung kann der typische Juckreiz meist durch kühle und feuchte Kompressen deutlich gelindert werden. Alternativ stehen juckreizlindernde Emulsionen zur Auswahl, welche ebenfalls einen positiven Effekt auf das unangenehme Hautgefühl bieten. Adstringierende (zusammenziehende) Emulsionen können den Verkrustungsprozess der Bläschen durch ein Austrocknen gegebenenfalls beschleunigen.

Nägel schneiden gegen das Kratzen

Gerade Kinder können den Wunsch zu Kratzen durch den Juckreiz oft nicht unterdrücken. Bei Kleinkindern können entsprechend weiche Baumwollhandschuhe das Kratzen verhindern, bei größeren Kindern das Schneiden der Nägel Infektionen durch den Kratzvorgang vermeiden helfen. 

Fiebersenkung nach Bedarf

Geht die Windpocken-Erkrankung mit Fieber einher, kann die Temperatur mit natürlichen Mitteln wie Wadenwickeln nach Bedarf gesenkt werden. Zudem kann bei Bedarf und nach Rücksprache mit dem Kinderarzt eine medikamentöse Fiebersenkung mit Paracetamol oder Ibuprofen erfolgen. 

Heilungsfördernde Bäder

Bäder und Umschläge mit positiver Heilwirkung auf die Haut können ebenfalls hilfreich sein. Das Bad sollte dabei ungefähr der Temperatur des gesunden Körpers entsprechen, die Badezeit nicht länger als 10 Minuten betragen. In Frage kommen Badezusätze mit Kamille, Hafer oder Ringelblume (individuelle Verträglichkeit beachten!).

Achtung!

Bei Fieber sollten keine Bäder erfolgen.

Virushemmende Medikation

Virushemmende Medikamente werden im Einzelfall vom Arzt in Betracht gezogen, beispielsweise wenn der Patient eine Immunschwäche hat und eine Unverträglichkeit der Medikation ausgeschlossen werden konnte.

Vorbeugung: Wem wird die Impfung empfohlen?

Wie bei allen Erkrankungen gilt auch bei den Windpocken, dass Vorbeugen der Behandlung der Erkrankung vorzuziehen ist. Seit dem Jahr 2005 wird Kindern ab 9 Jahren ohne zuvor erfolgte Infektion die Windpockenimpfung empfohlen, da die Risiken für Komplikationen im Fall der Windpockenerkrankung ab diesem Alter steigt. Nicht geimpften Menschen wird empfohlen, den Kontakt zu Erkranken zu meiden. 

Die Impfung wird zudem Erwachsenen empfohlen, die beispielsweise durch den Beruf mit vielen Menschen in Kontakt kommen oder Frauen mit Kinderwunsch. Kleinkinder können im Alter von 11 bis 14 Monaten erstmals geimpft werden, wobei eine Auffrischung nach vier bis sechs Wochen erforderlich ist. Dies ist insbesondere vor dem Eintritt in Kinderkrippe und Kindergarten angeraten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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