Sind Windpocken bei Erwachsenen wirklich so gefährlich?
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Sind Windpocken bei Erwachsenen wirklich so gefährlich?

Während Kinder meist vergleichsweise schnell und unkompliziert von Windpocken genesen, zeigt sich bei Erwachsenen durch die Infektion ein hohes Risikopotenzial. Menschen, die in ihrer Kindheit die Krankheit durchstanden, besitzen jedoch in der Regel eine lebenslange Immunität. Ist diese nicht vorhanden, drohen durch die Infektion mit dem Windpocken auslösenden Varizella-Zoster-Viren schwerwiegende Gesundheitsproblematiken wie Gürtelrosen, chronische Nervenschmerzen und Lungen- und Gehirnentzündungen.

Kinderkrankheit als Gefahr für Erwachsene

Bei rund vier Prozent der 18 -bis 40-jährigen geht man heute von einer fehlenden Immunität gegenüber den Windpocken-Auslöser aus der Familie der Herpes-Viren aus. Diese kann durch eine Impfung nachgeholt werden, um die schwerwiegenden Folgen von Windpocken bei Erwachsenen zu umgehen. 

Im Krankheitsfall zeigen sich die Windpocken-Symptome bei Erwachsenen deutlich gravierender und intensiver. Fieber fällt meist deutlich höher aus, die Bläschen-Bildung ist ebenfalls meist erhöht. Durch die höhere Zahl der Bläschen wird auch das Risiko für Entzündungen durch Kratzen gesteigert, was ebenso wie bei kleinen Windpocken-Patienten zu einer Superinfektion führen kann. Auch besteht eine größere Gefahr für die Entwicklung einer Lungenentzündung, wenn sich die Viren auf die Lunge ausbreiten. Die sogenannte Varizellen-Pneumonie tritt bei jedem fünften Erwachsenen bei einer erstmaligen Windpocken-Erkrankung auf. 

Virus löst nicht nur Windpocken aus

Erkrankt ein Erwachsener durch die Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus, muss nicht zwangsläufig eine typische Windpockenerkrankung entstehen. Stehen bei der Infektion nicht genügend oder keine Antikörper zur Verfügung, kann auch eine Gürtelrose entstehen. Typisch für diese Erkrankung sind extrem schmerzhafte Bereiche am Rumpf, die mit Hautausschlag einhergehen und zu chronischen Nervenschmerzen führen können. 

Windpocken bei Erwachsenen können zu Komplikationen führen 

In der Folge kann es zu Komplikationen im Bereich des zentralen Nervensystems kommen, wodurch irreversible Schäden zu befürchten sind. Neben den chronischen Schmerzen können Lähmungen, Krampfleiden, Gleichgewichtsstörungen und Nervenentzündungen entstehen. Auch eine Enzephalitis (Gehirnentzündung) oder eine Meningitis (Hirnhautenzündung) kann durch die Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus auftreten. 

Windpocken in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft wird die Windpocken-Infektion zu einem großen Problem, weshalb bereits beim Kinderwunsch eine Abklärung mittels Blutuntersuchung die Immunität der Frau geklärt werden sollte. Erkrankt eine Schwangere an Windpocken, kann sich der Virus über die Blutbahn auch auf das Kind übertragen. Hierdurch kann es unter anderem zu einer lebensbedrohlichen Pneumonie (Lungenentzündung) beim Neugeborenen kommen.

Je nach Schwangerschaftsphase sind durch die Infektion jedoch auch neurologische Schäden oder Missbildungen zu befürchten. Entsprechend sollten sich Frauen mit Kinderwunsch nicht auf die Erinnerung an eine durchgemachte Windpocken-Erkrankung verlassen, sondern vor der Schwangerschaft einen entsprechenden Antikörpertest sowie bei Bedarf eine Impfung in Betracht ziehen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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