Was kostet eine Krebsbehandlung?
© Wittayayut/iStock / Getty Images Plus
(0)

Was kostet eine Krebsbehandlung?

"Was kostet eine Krebsbehandlung?" - fragen sich viele nach der Diagnose Krebs. Die Krebstherapie ist nicht nur körperlich und seelisch eine große Herausforderung für die Betroffenen. Auch finanziell stellen sich viele Fragen: Wer zahlt die Krebsbehandlung? In welchem Rahmen muss ich Zuzahlungen leisten? Bin ich mit Krebs beruflich abgesichert? Welche Pflegeleistungen kann ich als Krebspatient in Anspruch nehmen? Ein Überblick zu finanziellen Hilfen bei Krebs.

Was kostet eine Krebsbehandlung?

Behandlung und Medikamente gegen Krebs sind teuer. Im Schnitt kostet die Krebsbehandlung pro Patient pro Jahr 100.000 Euro. Kommen speziellere Therapien oder neuere Medikamentenwirkstoffe zum Einsatz, können Kosten von bis zu 200.000 Euro entstehen. Eine finanzielle Belastung ist das vor allem für die gesetzlichen Krankenkassen: Sie übernehmen die Kosten der Krebsbehandlung.

Was kostet eine Krebsbehandlung für privat Versicherte?

Auch für privat versicherte Patienten, werden die Kosten der Krebstherapie übernommen - mit einem Haken: Privatpatienten müssen in Vorkasse treten. Da allein für Krebsmedikamente schnell mehrere Tausend Euro pro Monat zusammen kommen, ist das für viele ein Problem. Nicht jeder hat soviel Geld greifbar. Hier sollten Patienten mit den Ärzten, Apothekern und der Versicherung sprechen und klären, ob Direktabrechnungen zwischen Arzt, Apotheker und Kasse möglich sind.

Was kostet mich und meine Familie eine Krebsbehandlung?

Auf gesetzlich versicherte Patienten können zwar Zuzahlungen zukommen, doch diese sind in einem überschaubaren Rahmen. Meist fällt bei Einreichung eines Rezeptes eine kleine Gebühr an. Da die Leistungen von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich sein können, ist es ratsam, nach der Diagnose Krebs bei der eigenen Krankenkasse anzurufen und sich zu informieren, welche Leistungen einem zustehen und welche eigenen Kosten im Rahmen der Krebsbehandlung entstehen können. Eine weitere wichtige Anlaufstelle bei sozialrechtlichen Fragen ist für Krebspatienten der Sozialdienst des Krankenhauses, in dem sie behandelt werden.

Diagnose Krebs: Wie lange zahlt der Arbeitgeber?

Neben der Frage "Was kostet eine Krebsbehandlung?" steht auch die Frage nach der Lohnfortzahlung bei Krebspatienten ganz weit oben. Der erste Schritt im beruflichen Umfeld nach der Krebsdiagnose ist, die Krankmeldung beim Arbeitgeber einzureichen. Ebenfalls sollte man dem Arbeitgeber gegenüber offen ansprechen, dass die Krankheitsdauer länger sein kann. Aber: Betroffene müssen dem Arbeitgeber gegenüber nicht mitteilen, um welche Krankheit es sich handelt. Diese Angabe ist freiwillig. Wie ehrlich Betroffene mit dem Vorgesetzten sprechen und wie offen sie gegenüber Kollegen sein möchten, ist vom Vertrauensverhältnis abhängig. Nach Abgabe der Krankschreibung zahlt der Arbeitgeber in der Regel noch sechs Wochen den Lohn. Mit leeren Händen stehen Arbeitnehmer dann aber nicht da: Nach der letzten Lohnzahlung greift das Krankengeld der gesetzlichen Krankenkassen.

Wann bekomme ich Krankengeld?

Gesetzlich Versicherte erhalten bei Arbeitsunfähigkeit und nach Ablauf der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber Krankengeld. Die genaue Höhe des Krankengeldes erfragen Versicherte am besten direkt bei ihrer Krankenkasse. Die Krankenkassen zahlen für längstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren die Zahlung. Wer freiwillig gesetzlich oder privat versichert ist, der muss in seinen Vertrag schauen. Es gilt, was dort vereinbart ist. Läuft auch das Krankengeld aus, greift die Nahtlosigkeitsregelung. Diese soll eine mögliche zeitliche Lücke zwischen dem auslaufenden Krankengeld und beispielsweise einem späteren Arbeitsbeginn oder einem Rentenbeginn überbrücken. In dieser Zeit erhalten Krebspatienten Arbeitslosengeld I.

Nach der Krebsbehandlung: Eingliederung oder Erwerbsminderungsrente

Wer nach der Krebsbehandlung arbeitsfähig ist, sollte den Wiedereinstieg in den Beruf langsam angehen und sich nicht überfordern. Im Rahmen des "Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM)" kann sich der Patient Stück für Stück wieder in den Beruf einfinden. Ist eine teilweise oder vollständige Arbeitsunfähigkeit die Folge der Krebserkrankung, können Betroffene Erwerbsminderungsrente beantragen. Wichtig zu wissen ist: Im Rahmen der sogenannten Restleistungsfähigkeit müssen Betroffene jede zumutbare Teilzeitarbeit annehmen – unabhängig von ihrem erlernten Beruf.

Krebskrank: Welche Pflegeleistungen stehen mir zu?

Ist der Patient nach der Krebsbehandlung pflegebedürftig, hat er Anspruch auf Pflegeleistungen. Als pflegebedürftig gelten Personen, die fremde Hilfe benötigen, um ihren Alltag bewältigen zu können und die über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen aufgrund fehlender Fähigkeiten nicht selbständig agieren können. Der Ansprechpartner, um die Pflegebedürftigkeit festzustellen, ist der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK). Dieser verschafft sich ein Bild über die Situation und teilt den Betroffenen je nach Einschränkung in eine entsprechende Pflegestufe ein. Jeder Pflegestufe sind bestimmte Pflegeleistungen zugeordnet. Sollte der Antrag beim ersten Mal abgelehnt werden, können Patienten Einspruch einlegen und eine neue Beurteilung anfragen. 

Wann bekomme ich einen Schwerbehindertenausweis?

Krebskranke können einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Dieser ist meist für fünf Jahre gültig. Vorteile des Schwerbehindertenausweises sind unter anderem:

  • ein erhöhter Kündigungsschutz am Arbeitsplatz,
  • mehr Urlaubstage,
  • Steuererleichterungen,
  • Ermäßigungen beim Öffentlichen Nahverkehr.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Wie finden Sie diesen Artikel?