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Nierenkrebs: Ursachen, Risikofaktoren und Symptome
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Nierenkrebs: Ursachen, Risikofaktoren und Symptome

Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom, Hypernephrom) gehört zu den eher seltenen Krebsarten. Pro Jahr erkranken etwa 10.00 Männer und 5.000 Frauen an einem bösartigen Tumor der Nieren. Rauchen und Passivrauchen sowie Bluthochdruck und Übergewicht gelten als wichtigste Risikofaktoren. Nierenkrebs: Ursachen, Risikofaktoren und Symptome.

Was ist Nierenkrebs?

Bösartige Neubildungen der Niere können in verschiedenen Geweben ihren Ursprung haben. Unter allen Nierentumoren im Erwachsenenalter treten die Nierenzellkarzinome (Hypernephrome) am häufigsten auf. Sie sind für 96 Prozent der bösartigen Neubildungen der Nieren verantwortlich. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Frauen bei 72 Jahren und für Männer bei 67 Jahren.

„Die Prognose des Nierenkarzinoms ist vergleichsweise günstig. Etwa drei Viertel aller Tumoren werden in relativ frühen Stadien (T1 und T2) diagnostiziert.“

— Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut (RKI)

Nierenkrebs-Ursache: Die größten Risikofaktoren für Nierenkrebs

Bei vielen Nierenkrebs-Betroffenen lässt sich im Nachhinein nicht feststellen, was der Auslöser der Krebsentstehung war. Rauchen und Passivrauchen sowie Bluthochdruck und Übergewicht gelten als die wichtigsten - und vermeidbaren - Risikofaktoren. Auch Bewegungsmangel scheint sich negativ auf die Nierengesundheit auszuwirken.

Nierenschäden, Nierenversagen sowie eine chronische Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) begünstigen ebenfalls bösartige Tumoren der Nieren. Eine Niereninsuffizienz kann beispielsweise durch die Einnahme nierenschädigender Medikamente oder wiederholte Entzündungen der Harnwege entstehen. Patienten nach einer Nierentransplantation haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, ein Nierenzellkarzinom zu entwickeln.

Eine familiäre Veranlagung spielt bei Nierenkrebs bei nur wenigen Betroffenen eine Rolle: Schätzungsweise vier Prozent der Nierenzellkarzinome treten bei Patienten mit komplexen erblichen Erkrankungen auf, etwa bei Betroffenen mit dem von Hippel-Lindau-Syndrom.

Nierenkrebs-Symptome: Welche Beschwerden bei Nierenkrebs?

Typische Beschwerden treten beim Nierenzellkarzinom nicht auf. Das ist der Grund, warum Krebs in den Nieren oft erst spät erkannt wird und oftmals ein Zufallsbefund im Rahmen einer Routineuntersuchung ist. Beschwerden verursacht Nierenkrebs erst dann, wenn sich der Tumor bereits weiter ausgedehnt hat und das umliegende Gewebe beeinträchtigt oder die Funktion der Nieren stört. Dann können folgende Nierenkrebs-Symptome auftreten:

  • Schmerzen in der Nierengegend (Flankenschmerz)
  • Schmerzen im Rücken
  • Blut im Urin

„In Deutschland wird aktuell keine systematische "Krebsvorsorge"-Untersuchung für das Nierenzellkarzinom angeboten. Der Grund: Die Erkrankung ist vergleichsweise selten, und die regelmäßige Untersuchung aller Gesunden wäre enorm aufwändig und für die meisten auch ohne langfristigen Nutzen. Anders sieht es für Menschen aus, bei denen die Ärzte von einem hohen Risiko ausgehen: bei chronischen Nierenschäden oder bei Verdacht auf ein erbliches Risiko.“

— Krebsinformationsdienst (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Nierenkrebs behandeln: Therapie von Nierenkrebs

Stellt der Arzt, in der Regel ein Nephrologe, die Diagnose Nierenkrebs, ist die Behandlungsplanung der nächste Schritt. Wie sich die Nierenkrebs-Therapie zusammensetzt, ist abhängig vom Stadium der Krebserkrankung, von der Art des Tumors und vom individuellen Gesundheitszustand des Patienten. Wichtig zu wissen ist auch, ob der Krebs bereits in andere Organe gestreut (metastasiert) und Tochtergeschwulste gebildet hat. Die Operation gehört zu den wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten bei Nierenkrebs. Lässt sich das Tumorgewebe vollständig entfernen, ist eine vollständige Heilung möglich.  

Bei kleineren Tumoren und sehr langsamen Wachstum kann manchmal auch zugewartet werden. Das heißt, es erfolgt keine Behandlung. Der Patient wird in regelmäßigen Abständen untersucht und erst wenn sich der Tumor verändert, wird behandelt. Bei der Mehrheit der Patienten ist Zuwarten allerdings keine Option und es muss eine Therapie erfolgen. Ist der Krebs bereits weiter fortgeschritten und haben sich Metastasen in anderen Organen gebildet, kommt eine Operation nur selten infrage. Dann ist eine medikamentöse Therapie das Mittel der Wahl. Sie hat das Ziel, das Tumorwachstum zu bremsen. Patienten mit Metastasen hilft unter Umständen eine gezielte Bestrahlung einzelner Metastasen. Die Bestrahlung kann insbesondere das Wachstum in den Knochen und im Gehirn bremsen.

„Die medikamentöse Therapie setzt heute vor allem auf sogenannte zielgerichtete Medikamente. Studien konnten zeigen, dass sie die Überlebenszeit Betroffener mit fortgeschrittenem klarzelligen Nierenzellkarzinom verbessern. Einen weiteren Fortschritt stellen neue spezifische Medikamente zur Immuntherapie dar, die das Immunsystem bei der Bekämpfung von Tumorzellen unterstützen. (…) Eine Chemotherapie, wie sie bei vielen anderen Tumorarten üblich ist, zeigt in der Behandlung bei Nierenzellkarzinom keinen Erfolg.“

— Krebsinformationsdienst (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Nierenkrebs vorbeugen: Kann man sich vor Nierenzellkrebs schützen?

Um Nierenkrebs vorzubeugen beziehungsweise das eigene Erkrankungsrisiko zu senken, raten Krebsexperten, vor allem an den Lebensstilfaktoren anzusetzen:

Verzicht auf Zigaretten: Rauchen ist ein vermeidbares Risiko für Nierenzellkrebs. Ein Rauchstopp senkt das Erkrankungsrisiko.

Normalgewicht: Übergewicht gilt als bedeutender Risikofaktor. Studien deuten darauf hin, dass vor allem Bauchfett das Erkrankungsrisiko negativ beeinflusst. Wer auf ein normales Körpergewicht achtet, senkt das Risiko für Nierenzellkrebs.

Bewegung: Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass regelmäßige Bewegung in Form von sportlicher Aktivität und Alltagsbewegung das Risiko für Nierenkrebs senkt.

Normaler Bluthochdruck: Ein erhöhter Blutdruck erhöht das Risiko an Nierenkrebs zu erkranken. Es ist ratsam, den Blutdruck regelmäßig messen zu lassen. Bluthochdruck-Patienten sollten sich in Behandlung begeben. Ein mit Medikamenten gut eingestellter Blutdruck senkt das Erkrankungsrisiko.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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