Lungenkrebs Ursachen: Die größten Risikofaktoren für Lungenkrebs
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Lungenkrebs Ursachen: Die größten Risikofaktoren für Lungenkrebs

Die bedeutendste Lungenkrebs-Ursache ist Rauchen. Die im Tabakrauch enthaltenen Substanzen sind karzinogen, das heißt, sie wirken krebserregend und erhöhen das Lungenkrebsrisiko. Neben Rauchen gibt es weitere Risikofaktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. Lungenkrebs-Ursachen: Die größten Risikofaktoren für Lungenkrebs.

Wann entsteht Krebs?

Krebs entsteht durch Veränderungen des Erbguts. Treten in den Zellen genetische Schäden auf (Mutationen) und ist das körpereigene Immunsystem nicht in der Lage, diese Schäden zu reparieren, können gesunde Zellen zu Krebszellen werden, die sich ungebremst immer weiter vermehren und deren Signal zum natürlichen Zelltod gestört ist. Krebszellen sind dann gewissermaßen unsterblich.

Lungenkrebs-Ursache: Schadstoffe aus der Luft

Wissenschaftliche Untersuchungen haben verschiedene krebsfördernde Risikofaktoren ausgemacht, die die Entstehung von Lungenkrebs begünstigen. Zu den Lungenkrebs-Ursachen gehören vor allem schädigende Substanzen, die eingeatmet werden. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass die Zellen des Lungengewebes Schaden nehmen und sich in Krebszellen umwandeln.

Auch E-Zigaretten sind riskant.
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Auch E-Zigaretten sind riskant.

Lungenkrebs-Ursache Rauchen: Zigarettenrauch ist krebserregend

Die bedeutendste Lungenkrebs-Ursache ist das Rauchen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind bei Männern neun von zehn Lungenkrebserkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen. Bei Frauen sind es mindestens sechs von zehn. Zigarettenrauch enthält zahlreiche krebserregende Stoffe, die das Erbgut der Zellen (DNA) schädigen. Außerdem hemmt Rauchen die körpereigenen Reparaturmechanismen. Je mehr Zigaretten geraucht werden und je länger man bereits Raucher ist, desto größer ist das Krebsrisiko. Experten gehen davon aus, dass die Dauer des Rauchens das Risiko am stärksten beeinflusst.

Die sogenannten Light-Zigaretten vermitteln eine falsche Sicherheit: Sie enthalten zwar weniger Teer und Nikotin. Beim Gehalt der anderen karzinogenen Substanzen unterscheiden sie sich allerdings nicht von „normalen“ Zigaretten. E-Zigaretten sind ebenfalls riskant. Der eingeatmete Dampf enthält krebserzeugende Substanzen, darunter Acetaldehyd und Formaldehyd. Dennoch gilt der Dampf der E-Zigarette bislang als deutlich weniger schädlich als Tabakrauch.

Die Gefahr, an Lungenkrebs zu erkranken, steigt auch durch Passivrauchen. Wird Tabakrauch über die Umgebungsluft eingeatmet, gelangen teilweise sogar noch mehr schädliche Stoffe in die Lunge. Experten zufolge ist der sogenannte Nebenstromrauch stärker konzentriert als der Rauch, den der aktive Raucher einatmet.

Lungenkrebs-Ursache Beruf: krebserregende Substanzen am Arbeitsplatz

Auch am Arbeitsplatz können krebserregende Substanzen in die Lunge gelangen. Lungenkrebs zählt Experten zufolge zu den häufigsten Berufskrankheiten. Unter anderem erhöhen folgende chemische Substanzen die Lungenkrebsgefahr:

  • Chromat
  • Arsen
  • Asbest
  • Nickel
  • Beryllium
  • Cadmium
  • polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
  • Dieselabgase

Diese krebserregenden Substanzen fallen beispielsweise in der metallverarbeitenden Industrie, in Gießereien und in der Gummiherstellung an.

Lungenkrebs ist als Berufskrankheit anerkannt. Sowohl (Betriebs-)Ärzte als auch Unternehmer sind gesetzlich verpflichtet, die Erkrankung anzuzeigen. Wer den Verdacht hat, dass er durch sein berufliches Umfeld Krebs bekommen hat, sollte sich an seine Ärztin oder seinen Arzt wenden.

Lungenkrebs-Ursache Feinstaub: Winzige Partikel führen zu Entzündungen

Geht es um Lungenkarzinome durch Luftverschmutzung, gilt Feinstaub als wichtigster Risikofaktor. Der Begriff Feinstaub bezeichnet kleinste zum Teil giftige Partikel in der Luft. Sie dringen tief bis in die Lunge vor und verursachen dort Entzündungsreaktionen und Gewebeschäden. Das Lungenkrebsrisiko steigt. Die Hauptquellen für Feinstaub in Deutschland sind Verbrennungsprozesse im Haushalt und in der Industrie, aber auch im Straßenverkehr.

Lungenkrebs-Ursache Vererbung: Krebsrisiko kann in der Familie weitergegeben werden

Studien zum familiären Krebsrisiko deuten darauf hin, dass auch die Veranlagung zu Lungenkrebs vererbt werden kann. Haben die Eltern Lungenkrebs, ist auch bei den Kindern das Erkrankungsrisiko erhöht. Das Risiko ist umso höher, je jünger der Elternteil zum Zeitpunkt der Erkrankung ist. Die genauen genetischen Zusammenhänge sind bislang noch nicht geklärt.

Lungenkrebs-Ursache Viren: HPV in Verdacht

In einigen Untersuchungen wurden bei Lungenkrebspatienten bestimmte Viren nachgewiesen, darunter das humane Papillomvirus, kurz HPV, das vor allem im Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs bekannt ist. Auch HIV-Kranke sind häufiger von Lungenkrebs betroffen. Unklar ist bislang,

  • ob die Viren selbst das Risiko für eine Lungenkrebserkrankung erhöhen,
  • wie genau das Krebsrisiko und die Viren zusammenhängen
  • oder ob es möglicherweise gar keinen Zusammenhang gibt.

Ebenfalls möglich scheint ein Zusammenhang zwischen Herpes Zoster-Viren und dem Epstein-Barr-Virus bei der Entstehung von Lungenkrebs sowie ein Zusammenhang zwischen Lungenkrankheiten wie COPD, Tuberkulose und Lungenkrebs.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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