Gebärmutterhalskrebs vorbeugen: Was Frauen tun können
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Gebärmutterhalskrebs vorbeugen: Was Frauen tun können

Gebärmutterhalskrebs vorbeugen ist am erfolgreichsten, wenn man gegen die humanen Papillomviren (HPV) vorgeht, die das Zervixkarzinom verursachen. Es sind vier Wege der Vorbeugung möglich. Einen 100-prozentigen Schutz gibt es dennoch nicht. Gebärmutterhalskrebs vorbeugen: Was Frauen tun können.

Vier Wege gegen HPV

Gebärmutterhalskrebs ist fast immer die Spätfolge einer Ansteckung mit humanen Papillomviren, kurz HPV. Um einer Krebserkrankung vorzubeugen, gilt es daher, den Fokus auf die Viren zu legen. Es gibt vier Möglichkeiten der Vorbeugung:

  • sexuelle Enthaltsamkeit
  • der Gebrauch von Kondomen
  • Impfung gegen HP-Viren im Mädchenalter
  • Früherkennungsuntersuchungen und Entfernung von Gewebeveränderungen (Krebsvorstufen)

 

Gebärmutterhalskrebs vorbeugen: sexuelle Enthaltsamkeit

Um sich wirklich 100-prozentig vor Gebärmutterhaslkrebs zu schützen, müssten Frauen enthaltsam leben und auf jegliche Form der Sexualität verzichten. Oder sie müssten einen Partner haben, der noch keine intimen Kontakte hatte und keine HP-Viren weitergeben kann. Beide Varianten sind möglich, aber weniger realistisch.

Gebärmutterhalskrebs vorbeugen: Kondome

Eine andere Möglichkeit, sich vor HPV zu schützen, sind Kondome. Diese bieten allerdings nur bedingt Schutz, da sie nicht alle (Schleim-) Hautstellen abschirmen, die von den Viren befallen sein können. Trotzdem stellen sie eine Schutzmaßnahme dar.

Gebärmutterhalskrebs vorbeugen: Impfung gegen HP-Viren im Mädchenalter

Für junge Mädchen und Frauen, die sich noch nicht mit HPV infiziert haben, gibt es die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Über 200 verschiedene HP-Viren sind bekannt, etwa 40 HPV-Typen können Infektionen von Haut- und Schleimhaut verursachen – darunter Genitalwarzen. Die Gebärmutterhalskrebs-Impfung wirkt gegen die häufigsten krebsauslösenden HP-Viren, sogenannte Hochrisikoviren.

Es sind zwei Impfstoffe auf dem Markt:

Cervarix: Wirkt gegen die HPV-Typen 16 und 18. Diese beiden Typen sind für 60 bis 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verantwortlich.

Gardasil 9: Wirkt gegen insgesamt neun HP-Viren, die für etwa 75 bis 90 Prozent der Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verantwortlich sind und schützt zudem vor Feigwarzen.

Seit 2007 wird die Impfung für Mädchen im Alter zwischen 9 bis 14 Jahren angeboten, seit 2018 auch für Jungen. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen und ist bis spätestens 18 Jahre möglich. Der Impfstoff kann nicht zu einer Infektion führen, da er keine vermehrungsfähigen Viren enthält. Trotzdem kommt es zu einer Abwehrreaktion des Körpers: Er lernt die Erreger, beziehungsweise die Virenhüllen kennen und kann bei einem echten Kontakt entsprechend rasch mit der Abwehr beginnen, da dann schon Antikörper bestehen.

Warum HPV-Impfung für Jungen?

Die HPV-Impfung soll Jungen vor Penis- und Analkrebs schützen, der oftmals durch dieselben Viren ausgelöst werden. Zugleich hat die HPV-Impfung bei jungen Männern das Ziel, zu verhindern, dass Jungen zu Überträgern von HPV an junge Frauen werden.

Vor der Gebärmutterhalskrebs-Impfung gut informieren

Sind Eltern an der Impfung für ihr Kind interessiert, ist der Frauenarzt beziehungsweise der Urologe der richtige Ansprechpartner. Eltern sollten sich ausführlich über Wirkung und mögliche Nebenwirkungen der Impfung informieren, bevor sie sich für oder gegen die Impfung entscheiden. Studien zeigen einen sehr guten Schutz vor HPV. Es treten seltener Gewebeveränderungen auf und das Risiko für Gebärmutterhalskrebs sinkt. Berechnungen zufolge könnte die Impfung 20 von 1000 Frauen vor einer HPV-Infektion schützen. Dennoch sind – wie bei anderen Impfungen auch – Nebenwirkungen möglich. Dazu gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schwellungen an der Einstichstelle
  • Muskelschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden
  • allergische Reaktionen

Eine ausführliche Aufklärung über die Impfung ist daher in jedem Fall empfehlenswert. Bei Erkältungen, Fieber oder anderen Infektionskrankheiten sollte nicht geimpft werden, um das Immunsystem nicht zu überfordern.

Gebärmutterhalskrebs vorbeugen: Früherkennungsuntersuchungen

Eine weitere Möglichkeit Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen, ist die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen. Der im Rahmen des Pap-Tests entnommene Zelllabstrich hilft, Veränderungen im Gewebe zu erkennen. So können mögliche Krebsvorstufen frühzeitig erkannt und behandelt werden – bevor sich Krebs bildet.

Weitere Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs

Medizinern zufolge gibt es weitere Risikofaktoren, die Gebärmutterhalskrebs begünstigen können. Diese Risikofaktoren setzen an einer Schwächung der Immunabwehr an. Ist die natürliche Körperabwehr geschwächt, kann die Wahrscheinlichkeit für eine HPV-Infektion steigen. Zu den weiteren Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs gehören:

  • Unterdrückung der Immunabwehr 
  • Hormone 
  • Rauchen 
  • Ernährung (Vitaminmangel) 
  • genetische Prädisposition
  • frühe Geburt 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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