Operation bei Krebs: Chancen und Risiken
© sudok1/iStock / Getty Images Plus
(0)

Operation bei Krebs: Chancen und Risiken

In der Krebstherapie gehört die Operation neben der Chemotherapie und der Strahlenbehandlung zu den häufigsten Behandlungsmaßnahmen. Wie aufwändig ein operativer Eingriff ist, hängt von dem Ziel der Krebs-Operation ab. Während bei der Biopsie nur eine kleine Gewebeprobe entnommen wird, kann bei einem großen Eingriff der gesamte Tumor entfernt werden. Operation bei Krebs: Chancen und Risiken.

Wann wird bei Krebs operiert?

In der Krebsmedizin haben Operationen vor allem das Ziel, Tumorgewebe zu entfernen. Operationen sind häufig auch notwendig, um tumorbedingte Komplikationen zu lindern oder zu beheben. Neben dem Tumor müssen oftmals Teile von Organen oder ein komplettes Organ entfernt werden.

Operation bei Krebs: kleines Lexikon

Für die verschiedenen operativen Eingriffe, die im Rahmen der Krebsbehandlung möglich sind, verwenden Mediziner verschiedene Begriffe. Die wichtigsten auf einen Blick:

BiopsieEine Gewebeprobe wird entnommen.
EktomieEin ganzes Organ muss entfernt werden.
EndoskopieBetrachten von Körperhöhlen mit Hilfe eines Schlauches, an dessen Ende eine Kamera sowie eine Lichtquelle angebracht sind (Endoskop). Die Darmspiegelung beispielsweise ist eine Endoskopie.
ExzisionTeile eines Organs oder Gewebes müssen entfernt werden.

Bei der Krebsbehandlung sind nur wenige Operationen sogenannte „Schlüsselloch-Operationen“, bei denen nur minimale Hautschnitte notwendig sind, um an den zu operierenden Körperbereich zu gelangen. Häufig wird der Krebs über einen invasiven Eingriff entfernt. Dabei verletzen die Chirurgen den Körper durch einen größeren Schnitt. Nur so kommen sie an das vom Tumor befallene Organ oder Gewebe heran.

  • Thorakotomie: Der Schnitt wird am Brustkorb gesetzt.
  • Laparotomie: Der Schnitt wird am Bauch gesetzt.

Operation bei Krebs: ambulant oder stationär?

Ob die Operation bei Krebs ambulant oder stationär durchgeführt wird, ist von dem bevorstehenden Eingriff abhängig. Kleinere Eingriffe können oft ambulant durchgeführt werden. Der Patient geht am Tag nach der Operation wieder nach Hause. Anschließend folgen Kontrolluntersuchungen in der Klinik oder der Arztpraxis.

Bei großen Eingriffen wird der Patient stationär aufgenommen. Meist wird der Patient bereits ein bis zwei Tage vor der Operation aufgenommen und bleibt nach dem Eingriff zur Überwachung und Pflege mehrere Tage bis Wochen in der Klinik – abhängig von der Schwere der Operation.

Welche Narkosearten gibt es?

Abhängig von der Art des Eingriffs entscheiden sich der Arzt und der Narkosearzt (Anästhesist) für eine Form der Narkose:

  • Lokalanästhesie: Ist nur ein kleiner Schnitt notwendig, wird der Bereich um die entsprechende Körperstelle betäubt.
  • Regionalanästhesie: Ist etwas umfangreicher als die Lokalanästhesie. Betäubt einen begrenzten Körperbereich.
  • Vollnarkose: Der Patient ist sediert, also nicht bei Bewusstsein. Neben betäubenden Medikamenten kommen Beruhigungs- und Schlafmittel zum Einsatz. Eine Vollnarkose ist für den Patienten wie ein Tiefschlaf. Er bekommt von dem Eingriff nichts mit und erlangt erst danach wieder das Bewusstsein.

Was die Krebs-Operation erschwert

Bevor der Patient operiert werden kann, sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Der Arzt muss nicht nur wissen, in welchem Stadium der Krebs ist, wie weit er fortgeschritten ist und welche Organe er befallen hat. Ebenso wichtig ist es, dass der Arzt den Allgemeinzustand des Patienten kennt. Er wird daher verschiedene Untersuchungen durchführen, etwa von Herz und Lunge. Außerdem wird er sich ein Bild von bereits bestehenden Erkrankungen machen und festhalten, welche Medikamente der Patient einnimmt. Je mehr Begleiterkrankungen vorliegen und je weiter der Krebs fortgeschritten ist, desto höher ist das Operationsrisiko. Das Operationsrisiko steigt zusätzlich, wenn:

  • der Patient raucht.
  • der Patient regemäßig Alkohol trinkt.
  • der Patient älter ist.
  • der Patient starkes Über- oder Untergewicht hat.
  • der Patient eine erhöhte Blutungsneigung hat.

Ist der Allgemeinzustand des Patienten sehr schlecht, kann es sein, dass eine Operation nicht durchführbar ist – selbst dann, wenn sie notwendig wäre. Dann besprechen Arzt und Patient alternative Krebstherapien.

So umfangreich wie nötig, so schonend wie möglich

Wird der Patient zur Operation zugelassen, haben die Ärzte vor allem ein Ziel: Sie möchten den Tumor möglichst vollständig entfernen (kurative Heilung) oder ihn zumindest soweit es geht verkleinern – etwa um die weitere Therapie zu erleichtern. Bei Krebsarten wie Hautkrebs und Brustkrebs stehen die Heilungschancen gut, wenn der Krebs in einem frühen Stadium operiert wird. Welche Operationsverfahren im individuellen Fall in Frage kommen und welche Vorteile, aber auch Risiken der Eingriff mit sich bringt, bespricht der Arzt vor dem Eingriff mit dem Patienten. Auch mögliche Langzeitfolgen werden besprochen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

https://www.ann-kathrinlandzettel.de

Wie finden Sie diesen Artikel?