Brustkrebs-Behandlung: Therapieverfahren bei Brustkrebs
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Brustkrebs-Behandlung: Therapieverfahren bei Brustkrebs

Wird Brustkrebs frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut. Um Brustkrebs zu behandeln, sind verschiedene Therapien möglich, darunter eine Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Brustkrebs-Behandlung: Worin sich die Therapien unterscheiden.

Diagnose Brustkrebs – und jetzt?

Haben Sie die Diagnose Brustkrebs erhalten, stehen Ihnen eine Reihe weiterer Untersuchungen bevor. Diese sind notwendig, um das Krebsstadium näher zu erfassen. Abhängig davon, wie aggressiv der Tumor ist, wie groß er ist, ob er gestreut hat oder wie stark er in gesundes Gewebe und Organe eingewachsen ist, wird die Brustkrebs-Behandlung zusammengestellt.

Wichtig: Fragen Sie so lange, bis Sie alles verstanden haben und Sie sich über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten gut aufgeklärt fühlen. Fragen Sie genau nach, was Sie bei welcher Therapieform erwartet, welche Vorteile sie bietet, wie die Heilungschancen sind, welche Risiken und Nebenwirkungen auftreten (können).

Tipp: Nehmen Sie eine vertraute Person mit zu den Gesprächen. Vier Ohren hören mehr als zwei. Dies ist eine belastende Situation für Sie und es kann durchaus sein, dass Sie das ein oder andere vor Aufregung und Sorge vergessen. Außerdem fühlen Sie sich dann nicht alleine und können sich im Anschluss an das Gespräch mit jemandem austauschen.

Operation: Den Krebs wegschneiden

In den meisten Brustkrebs-Fällen ist eine Operation erforderlich, um das vom Krebs befallene Gewebe zu entfernen. Dabei muss nicht automatisch die ganze Brust abgenommen werden (radikale Mastektomie). Mittlerweile ist es bei vielen Frauen möglich, brusterhaltend zu operieren. Muss die gesamte Brust entfernt werden, gibt es die Möglichkeit, die Brust über verschiedene Verfahren wiederherzustellen. Manchmal kann dies bereits während der Operation erfolgen. Muss bei Ihnen die Brust entfernt werden, lassen Sie sich über die Möglichkeiten informieren. Oftmals kann brusterhaltend operiert werden, das heißt, dass nur das vom Krebs betroffene Gewebe sowie ein Teil des umliegenden Gewebes (Sicherheitsraum) entfernt wird.

Strahlentherapie: Mit Strahlung Krebs bekämpfen

Die Operation wird in der Regel mit einer Strahlentherapie kombiniert. Vor allem nach einer brusterhaltenden Operation ist die Strahlentherapie fester Bestandteil der weiterführenden Krebsbehandlung. Das Ziel der Radiotherapie ist, im Operationsbereich oder im umliegenden Gewebe verbliebene Tumorzellen zu zerstören. Auch bei sehr großen Tumoren oder wenn Lymphknoten in der Achselhöhle befallen sind, kommt die Strahlentherapie zum Einsatz. Dabei greifen ionisierende Strahlen den Kern der Krebszelle an und schädigen die DNA. So soll das ungehemmte Wachstum der Krebszelle gestoppt und das Signal zum Absterben gesetzt werden. Der Vorteil der Strahlentherapie wie auch der Operation ist, dass sie gezielt an der betroffenen Körperstelle ansetzt.

Systemische Brustkrebs-Therapie: Medikamente bekämpfen Krebszellen

Eine weitere mögliche Brustkrebs-Therapie ist die medikamentöse Behandlung. Die dabei eingesetzten Wirkstoffe entfalten im gesamten Körper ihre Wirkung. Dazu zählen die Chemotherapie sowie die Hormontherapie. Welche Behandlung am besten geeignet ist, ist vom Ziel der Behandlung und vom Tumor abhängig:

  • Handelt es sich um eine vorbeugende Therapie?
  • Sollen Metastasen bekämpft werden?
  • Ist der Tumor hormonempfindlich?
  • Wie groß ist der Tumor?

Antihormontherapie: Die meisten Brustkrebs-Tumoren sind hormonabhängig und können durch Hormone und Antihormone beeinflusst werden.

Chemotherapie: Hierbei werden Zellgifte (Zytostatika) verabreicht, welche die Krebszellen stärker angreifen als das normale Gewebe. Sie sollen das Tumor-Wachstum stoppen und die Krebszellen zerstören. Die Medikamente können in Tablettenform oder über die Vene (Infusion) verabreicht werden.

Antikörpertherapie: Die gezielte Immuntherapie ist dann möglich, wenn sich auf dem Tumor der Marker „HER2-neu-Rezeptor“ nachweisen lässt. Dann werden über die Vene Antikörper verabreicht. Sie schalten den Rezeptor aus, aktivieren das körpereigene Immunsystem und hemmen das Zellwachstum. In manchen Fällen kann die Therapie helfen, das Rückfallrisiko zu senken.

Beratungsstellen

Krebsberatungsstellen, an die Sie sich bei Fragen zu Ursachen, Symptomen, Behandlung und Heilungschancen wenden können:

  • „INFONETZ KREBS“ der Deutschen Krebsgesellschaft und der Stiftung Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe:

https://www.krebshilfe.de/helfen/rat-hilfe/ihre-persoenliche-beratung-dasinfonetzkrebs/

Telefon: 0800 – 80 70 88 77. Der Anruf ist kostenfrei

  • Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ):

https://www.krebsinformationsdienst.de/kontakt.php

Telefon: 0800 – 420 30 40. Ihr Anruf ist innerhalb Deutschlands für Sie kostenlos.

  • Die blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe informieren Sie ausführlich über verschiedene Krebsarten und sind als PDF-Download verfügbar. Sie können zudem als Broschüre angefragt werden.
  • Das Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut bietet wichtige Informationen zu verschiedenen Krebserkrankungen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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