Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln: Wie Bauchspeicheldrüsenkrebs bekämpfen?
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Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln: Wie Bauchspeicheldrüsenkrebs bekämpfen?

Operation, Chemotherapie oder Strahlentherapie? Die Bauchspeicheldrüsenkrebs-Behandlung ist abhängig vom Tumorstadium, dem Gesundheitszustand des Patienten, der Lage und Größe des Tumors sowie von möglicherweise vorliegenden Metastasen. Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln: Diese Möglichkeiten hat der Arzt.

Wenn Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht behandelt wird

Bleibt das Pankreaskarzinom unbehandelt, hat das für den Betroffenen schwerwiegende Folgen. Je weiter der Krebs fortschreitet, in desto mehr Körperbereiche dringt er vor. Über die Lymphbahnen und das Blut können Krebszellen aus der Bauchspeicheldrüse in den gesamten Körper gelangen und dort Tochtergeschwüre (Metastasen) bilden.

Wie hoch ist die Lebenserwartung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Nach Angaben des Krebsinformationsdienstes (KID) ist Bauchspeicheldrüsenkrebs eine aggressive Krebserkrankung. Der Tumor streut meist frühzeitig in andere Körperregionen, ohne dass der Betroffene Symptome verspürt. Ohne Behandlung überleben Patienten meist nur wenige Monate.

Kann man Bauchspeicheldrüsenkrebs heilen?

Doch auch mit einer Behandlung gibt es keine Heilungsgarantie. Eine Operation mit Aussicht auf Heilung ist nur bei einem kleinen Teil der Patienten möglich, wie die Krebsexperten wissen. Voraussetzung ist, dass sich das Pankreaskarzinom noch nicht auf andere Organe und Gewebe ausgeweitet hat. Eine Chemotherapie kann die Überlebenszeit einige Monate verlängern und im Rahmen einer Palliativbehandlung die Symptome, die im fortgeschrittenen Erkrankungsverlauf auftreten, lindern. Heilungschancen gibt es bei Bauchspeicheldrüsenkrebs nur in einem sehr frühen Stadium.

Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln: die Operation

Voraussetzung für eine Operation ist, dass der Tumor noch nicht gestreut hat und der Betroffene nicht unter Begleiterkrankungen leidet, die eine Operation zu gefährlich machen würden. Lässt sich der Tumor vollständig entfernen, hat der Patient Chancen auf eine langfristige Heilung. Dem KID zufolge ist ein operativer Eingriff mit dem Ziel der Heilung bei etwa jedem fünften Patienten mit einem Pankreaskarzinom möglich.

Art und Umfang der Operation sind abhängig von der Lage und der Größe des Tumors. Manchmal muss die Bauchspeicheldrüse komplett entfernt werden, manchmal reicht es aus, den betroffenen Bereich zu operieren. Grenzt der Tumor bereits an andere Organen an, müssen möglicherweise weitere Organe entfernt werden. Ebenfalls entfernt werden Lymphknoten, die sich in der Nähe des Tumors befinden. Diese werden zudem auf Krebszellen untersucht.

Stellen die Ärzte während der Operation fest, dass der Krebs bereits in andere Organe gestreut hat, brechen Sie die Behandlung ab. Dann sind andere Behandlungstherapien besser für den Erhalt der Lebensqualität geeignet und dem Betroffenen bleibt der große Eingriff erspart.

Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln: die Chemotherapie

Die Chemotherapie schließt an die Operation an und beginnt meist sechs Wochen nach dem operativen Eingriff. Der Grund: Selbst erfolgreich operierte Patienten haben ein hohes Rückfallrisiko (Rezidiv). Die zusätzliche Chemotherapie verbessert die Heilungschancen. Ziel ist, einen Rückfall zu verhindern beziehungsweise so lange wie möglich hinauszuzögern. Bei der Chemotherapie bekommt der Patient sogenannte Zytostatika verabreicht. Diese Medikamente enthalten Wirkstoffe, die die Krebszellen am Wachstum hindern und abtöten sollen. Zytostatika können entweder über eine Infusion über die Armvene verabreicht oder als Tabletten eingenommen werden.

Zu den Folgen einer Chemotherapie gehören unter anderem Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen, Entzündungen der Schleimhäute, Verdauungsbeschwerden, Atembeschwerden sowie grippeähnliche Symptome und Schwäche. Ergänzend zur Chemotherapie werden daher weitere Medikamente verabreicht um die Therapie-Beschwerden zu lindern. Ist der Tumor nicht mehr heilbar, kann die Chemotherapie helfen, Schmerzen zu lindern und die Überlebenszeit zu verlängern.  

Wenn Pankreaskrebs nicht heilbar ist

Ob neben der Operation und der Chemotherapie weitere Behandlungsverfahren sinnvoll sind, entscheidet der Arzt abhängig vom individuellen Fall. Zielgerichtete Therapien, bei denen weitere krebstötende Medikamente Anwendung finden, können die Chemotherapie in Teilen ergänzen. Zielgerichtete Medikamente richten sich gezielt gegen bestimmte Eigenschaften der Krebszellen.

Eine Strahlentherapie ist für solche Patienten empfehlenswert, die schmerzhafte Knochenmetastasen haben. Diese sprechen auf die Strahlentherapie gut an. Schmerzen können so gelindert werden. Liegen Metastasen außerhalb der Knochen vor, wirkt die Chemotherapie besser.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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