Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs: So wirkt sie
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Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs: So wirkt sie

Impfen gegen Gebärmutterhalskrebs: Die HPV-Impfung soll helfen, Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen. Sie wirkt gegen die HPV-Hochrisikotypen 16 und 18, die das Zervixkarzinom auslösen. Gebärmutterhalskrebs vorbeugen: Die wichtigsten Fakten zur Impfung gegen Humane Papillomviren. 

Ist die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs sinnvoll?

Eine langanhaltende Infektion mit HPV-Hochrisikotypen ist die Voraussetzung für Gebärmutterhalskrebs. Die meisten Zervixkarzinome werden durch die HPV-Typen 16 und 18 verursacht. Sie lassen sich im Gewebe bei sieben von zehn Frauen mit Gebärmutterhalskrebs nachweisen. Die HPV-Impfung kann das Erkrankungsrisiko senken, da es eine Infektion verhindert – und so vor Krebsvorstufen am Gebärmutterhals schützt.

 

Wie sicher schützt die HPV-Impfung?

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es Krebsexperten zufolge nicht. Es gibt keine Garantie, dass die Impfung jede Infektion mit krebsauslösenden HP-Viren verhindern kann. Sie bietet einen hohen Schutz, aber dennoch sind regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt eine wichtige Maßnahme, um Krebsvorstufen frühzeitig zu erkennen.

„Da solche Vorstufen der Krebsentstehung vorausgehen, halten Fachleute auch eine Senkung der Gebärmutterhalskrebs-Rate auf lange Sicht für sehr wahrscheinlich. Allerdings schützt die Impfung nicht vor allen HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Und sie wird in Deutschland bisher vor allem jungen Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr empfohlen.“

— Krebsinformationsdienst (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Nicht nur gegen Gebärmutterhalskrebs: Wovor die HPV-Impfung schützt

Gegen humane Papillomviren sind derzeit zwei verschiedene Impfstoffe auf dem Markt:

  • Cervarix: Wirkt gegen die HPV-Risikotypen 16 und 18.
  • Gardasil 9: Wirkt gegen die HPV-Risikotypen 16 und 18 sowie gegen HPV 6 und HPV 11 (den häufigsten Erregern von Genitalwarzen) und gegen die ebenfalls potenziellen Krebsauslöser HPV 31, 33, 45, 52 und 58.

Die häufigste durch HPV ausgelöste Krebserkrankung ist der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Die Abdeckung der beiden Hochrisikotypen 16 und 18 bei jungen Männern und Frauen verhindert nicht nur ein Weitertragen der Viren. Er bietet Mädchen und jungen Frauen neben dem Schutz vor Gebärmutterhalskrebs auch Schutz vor Krebsvorstufen an Vulva und Vagina.

Bei Jungen und jungen Männern senkt die Impfung das Risiko für Peniskrebs. Beide Geschlechter können zudem vor Gewebeveränderungen am Darmausgang geschützt sein, aus denen sich ebenfalls Krebsvorstufen für Analkrebs entwickeln können. Das Risiko für Feigwarzen kann der Neunfachimpfstoff bei beiden Geschlechtern senken und auch vor weiteren krebsauslösenden HPV-Typen schützen. Aber: Bereits vorhandene Infektionen oder Zellveränderungen kann die Impfung nicht behandeln.

Wie lange hält der Impfschutz der HPV-Impfung an?

Wie lange der Impfschutz anhält, ist bislang nicht absehbar, da es noch keine Langzeiterfahrungen gibt. Die relevanten Studien laufen noch nicht lange genug. Experten gehen bislang von bis zu zwölf Jahren aus.

„Die derzeit verfügbaren Impfstoffe werden allerdings noch nicht lange genug eingesetzt, um den Einfluss auf die Krebsrate bereits sicher erkennen zu können. Denn: Bis zu 15 Jahre können zwischen der Infektion und der Entwicklung eines bösartigen Tumors vergehen. Daher wird es auch noch einige Jahre dauern, bis sich Auswirkungen der Impfung tatsächlich deutlich in den Krebsstatistiken niederschlagen werden.“

— Krebsinformationsdienst (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Schutz vor Gebärmutterhalskrebs: Wie viele HPV-Impfungen braucht man?

Geimpft wird in zwei Einzelimpfungen im Abstand von sechs Wochen. Ab dem 15. Lebensjahr sind drei Einzelimpfungen vorgesehen. Die Spritze wird in die Muskulatur des Oberarms gegeben, manchmal auch in den Oberschenkel. Der Impfstoff selbst enthält keine vollständigen Viren, sondern Virushüllen und löst keine Infektion aus.

In welchem Alter HPV-Impfung?

Die ständige Impfkommission (STIKO) folgt der Weltgesundheitsorganisation WHO und empfiehlt die Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Je früher die Impfung erfolgt, desto höher ist Experten zufolge die Wahrscheinlichkeit, dass noch keine Infektion mit den Viren stattgefunden hat. Erfolgt die Impfung zu einem späteren Zeitpunkt, ist es am besten, wenn noch kein sexueller Kontakt bestand.

Was kostet eine HPV-Impfung?

Jugendlich können die Impfung bis zu einem Tag vor ihrem 18. Geburtstag nachholen. Solange übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die HPV-Impfung. Danach müssen sie – genau wie ältere Frauen und Männer – die Kosten der Impfung in der Regel selbst tragen. Eine Impfdosis kostet um die 160 Euro. Eine Anfrage auf Kostenübernahme bei der jeweiligen Krankenkasse ist dennoch ratsam. In Ausnahmefällen wird die Impfung auch nach dem 18. Lebensjahr übernommen oder bezuschusst.

HPV-Impfung: Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Medizinern zufolge gelten die Impfstoffe, die auf dem Markt sind, als sicher und gut verträglich. Zu den häufigsten Nebenwirkungen der HPV-Impfung gehören:

  • Rötung an der Einstichstelle
  • Schwellungen an der Einstichstelle
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Kopfschmerzen
  • seltener Schwindel, Übelkeit, Abgeschlagenheit und Fieber, Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden

Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Nebenwirkungen auftreten. Daher sollten sich Eltern sowie junge Mädchen und Jungen vor der Impfung von ihrem Arzt ausführlich beraten lassen. Weitere mögliche Anlaufstellen sind:

  • „INFONETZ KREBS“ der Deutschen Krebsgesellschaft und der Stiftung Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe:

https://www.krebshilfe.de/helfen/rat-hilfe/ihre-persoenliche-beratung-dasinfonetzkrebs/

  • Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ):

https://www.krebsinformationsdienst.de/kontakt.php

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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