Das sind die Auslöser für Röteln
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Das sind die Auslöser für Röteln

Wie bei den meisten Kinderkrankheiten ist auch bei Röteln ein Virus der Übeltäter: Rubellaviren werden von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen. Sie vermehren sich in den Lymphknoten und breiten sich anschließend im Körper aus. Augenfällig werden sie erst beim Auftreten eines Hautausschlages. Verbreiten sich die Viren über die Blutbahn, können sie in verschiedenen Organen Entzündungen auslösen.

Steckbrief: Rötelnvirus

Beim Rötelnvirus oder Rubellavirus handelt es sich um ein Togavirus, eine Virenfamilie, die zahlreiche Erkrankungen bei Mensch und Tier hervorruft. Der Erreger der Röteln beschränkt sich auf den Menschen als Wirt - daher können Haustiere nicht erkranken oder die Krankheit weitergeben. Als Erbsubstanz dient ihnen RNA, die sie in DNA umschreiben und in das Genom der Wirtszelle einschleusen. Dadurch umprogrammiert stellt diese ihren gesamten Stoffwechsel auf die Produktion neuer Viruspartikel um.

Röteln werden durch Tröpfcheninfektion übertragen

Wie bei Grippe oder Masern erfolgt auch bei Röteln die Übertragung durch Tröpfcheninfektion. Die Viren sitzen in den Schleimhäuten der oberen Atemwege, sodass Husten, Niesen und Sprechen sie mit feinen Sekrettröpfchen an die Umgebung abgeben.

Beim Einatmen gelangen sie auf die Schleimhaut ihres neuen Gastgebers und vermehren sich dort. Eine Infektion ist aber auch über die Bindehaut des Auges möglich - daher tritt bei Röteln neben grippeähnlichen Symptomen häufig eine Bindehautentzündung auf.

Wie ansteckend sind Röteln?

Die gute Nachricht: Ganz so infektiös wie Masern und Windpocken sind Röteln nicht. Der sogenannte Kontagiositätsindex, der die Wahrscheinlichkeit einer Infektion widerspiegelt, liegt bei nur 20 Prozent - bei Masern bei 98, bei Mumps und Keuchhusten über 80 Prozent.

Was passiert bei einer Ansteckung?

Sind die Viren über die Schleimhaut der oberen Atemwege in den Körper eingedrungen, vermehren sie sich im lymphatischen Gewebe, allen voran den in der Nähe gelegenen Lymphknoten. Unweit der Stelle des Eindringens über Nase und Rachen betrifft das jene hinter den Ohren und an Hals und Nacken. Bis zu den ersten Krankheitszeichen dauert es oft zwei bis drei Wochen.

Nach der ersten Vermehrungsphase breiten sich die Viren über die Blutbahn (Virämie) aus und befallen Lymphknoten am ganzen Körper und die Milz. Die alarmierte Immunabwehr ruft alle verfügbaren Abwehrzellen herbei und sorgt für ein Anschwellen der lymphatischen Organe.

Fiese Sache: Oft verlaufen die Röteln so unauffällig, dass sie mit einer harmlosen Erkältung verwechselt werden. Ansteckend ist der Patient mit seiner Virenfracht lange bevor der nicht zu grippalen Infekten passende Hautausschlag auftritt.

Wie kommt es zu den Beschwerden bei Röteln?

Ursache aller Erkältungssymptome ist die Auseinandersetzung der Immunabwehr mit ungebetenen Gästen. Diese verläuft immer ähnlich, egal ob es sich um Röteln, einen grippalen Infekt oder eine andere Ansteckung handelt: Fieber soll die wärmeempfindlichen Viren abtöten. Erhöhte Schleimsekretion bei Husten und Schnupfen spült die Erreger weg. Nebenwirkungen dieses Kampfes sind Kopf- und Gliederschmerzen, Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit.

Letztlich sorgen die Viren für Entzündungen der Hautoberfläche. Das beginnt hinter den Ohren und am Hals, wo die Viren ihre erste Vermehrungsphase eingeleitet haben. Die rosaroten linsenförmig erhabenen Pusteln breiten sich anschließend über den Rest des Körpers aus.

Woher kommen die Komplikationen?

Sind viele Viren ins Blut gelangt, muss sich das Immunsystem schleunigst um die Bösewichte kümmern. Haben die Erreger die Chance, in das umliegende Gewebe einzudringen, verlagert sich der Schauplatz der Auseinandersetzung. 

Die Folge sind Entzündungsreaktionen, die in den Bronchien, im Mittelohr, in Gelenken oder Gehirn und Herz auftreten. Jugendliche und Erwachsene sind von solchen Komplikationen häufiger betroffen als Kinder.

Röteln und Schwangerschaft

Die Virämie ist während der Schwangerschaft fatal: Rubellaviren vermögen die Plazentaschranke zu überwinden und machen sich über das ungeborene Baby her. Besonders in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen führt das zu einer konnatalen Röteln-Fetoembryopathie. Bei bis zu 90 Prozent der Kindern treten schwere Schäden an den sich gerade erst ausbildenden inneren Organen auf. Frühgeburten und Spontanaborte sind eine häufige Folge.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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