Gesünder Leben
Blähungen – peinlich, aber meist harmlos
© AndreyPopov/ Thinkstock
Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel
(0)

Blähungen – peinlich, aber meist harmlos

Blähungen kennt jeder: Bis zu 20 Mal pro Tag pupsen wir – abhängig davon, was wir gegessen haben. Doch bei manchen Menschen gehen die Windabgänge über das normale Maß hinaus. Dann sollten sich die Betroffenen ärztlichen Rat holen. Denn auch wenn Blähungen (Flatulenz) in den meisten Fällen harmlos sind, können sie auf eine Darmerkrankung hindeuten.

Blähungen: Meist ist die Ernährung schuld

Bei vielen Betroffenen führt die große Luftansammlung im Bauchraum (Meteorismus) zu krampfartigen Schmerzen bis hin zu Übelkeit. Der Bauch fühlt sich unangenehm fest an. Meist lassen sich die Beschwerden mit kleinen Änderungen in den Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten lindern.

Zu viel Rohkost, große Mengen Vollkornprodukte sowie stark zucker- und fettreiche Speisen sind für die Verdauung eine große Herausforderung. Auch mit blähenden Gemüsesorten wie Kohl, Zwiebeln und Knoblauch sowie mit der Verdauung von Hülsenfrüchten tut sich der Darm häufig schwer. Oftmals reicht es bereits, die Verzehrsmenge zu reduzieren.

Hastiges Essen, wenig Bewegung, Stress und schlechtes Kauen begünstigen ebenfalls Blähungen. Möglich ist auch, dass eine ausgeprägte Verstopfung hinter den Blähungen steckt.

Verdauung unterstützen: Fencheltee kann helfen

Oftmals lassen sich Blähungen nach dem Essen mit einer Tasse Kümmel-, Kamillen- oder Fencheltee vorbeugen. Die Kräuter haben eine krampflösende und verdauungsfördernde Wirkung. Im Akutfall helfen entschäumende Präparate aus der Apotheke gegen die Winde im Darm, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Simeticon. Ein Verdauungsspaziergang nach dem Essen entlastet den Darm ebenfalls. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr beugt Verstopfung vor. Tipp: Achten Sie darauf, dass der Hosenbund nicht zu eng sitzt. Magen und Darm bekommt es nicht gut, wenn sie eingeengt sind.

Wann muss ich mit Blähungen zum Arzt?

Leiden Sie häufiger unter Blähungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen - vor allem, wenn sich die Blähungen mit einer Ernährungsanpassung und Hausmitteln nicht lindern lassen. Hinter Blähungen können verschiedene Erkrankungen stecken, etwa ein Reizdarm oder chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohnund Colitis ulcerosa. Häufig sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten der Auslöser der Blähungen, in eher seltenen Fällen Tumoren. Zum Arzt sollten Sie auch dann gehen, wenn zu den Blähungen weitere Beschwerden wie Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten, Blut im Stuhl, Fieber oder Brustschmerzen hinzukommen.

Medikamente können Blähungen begünstigen

Woran Sie auch denken sollten: Es gibt Medikamente, die Blähungen begünstigen. Müssen Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob die enthaltenen Wirkstoffe Blähungen auslösen können und was Sie zur Linderung tun können. 

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
Ann-Kathrin Landzettel
Wie finden Sie diesen Artikel?