An diesen Symptomen erkennen Sie die Kinderkrankheit
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An diesen Symptomen erkennen Sie die Kinderkrankheit

Verglichen mit anderen Kinderkrankheiten verlaufen Röteln relativ harmlos. Sie beginnen mit den uncharakteristischen Anzeichen grippaler Infekte und werden häufig für eine Erkältung gehalten. Erst wenn der linsenförmige Hautausschlag so gar nicht dazu passt, merken Eltern, dass etwas anderes im Busch ist.

Röteln - oft mit Erkältungen verwechselt

Übertragen werden Röteln durch Tröpfcheninfektion. Sobald ein Erkrankter niest, hustet oder spricht, gelangen in den Atemwegen sitzende Viren mit winzigen Sekrettropfen auf die Schleimhäute anderer Menschen.

Das Ergebnis gleicht einer Erkältung - mit Katarrh im Hals, laufender Nase und Entzündungen der Bindehaut. Die Augenschleimhaut ist ebenso für die Vermehrung von Viren geeignet wie die der Atemwege. 

Die Folgen sind die einer Grippe: leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit. Sie führen schlimmstenfalls dazu, dass die Kleinen quengelig werden und sich im Bett verkriechen. Meistens ist ihr Allgemeinbefinden aber nicht wesentlich schlechter als sonst.

Die Reproduktion der Viren vollzieht sich hauptsächlich in jenen regionalen Lymphknoten, die sie von Augen, Nase und Rachen aus am leichtesten erreichen: am Hals, hinter den Ohren und im Nacken. Sie schwellen an, werden erbsen- oder bohnengroß und schmerzen bei Berührung. 

Ähnliche Beschwerden treten bei vielen Infektionserkrankungen auf, die ihren Ausgangspunkt von den Atemwegen nehmen - von Erkältungen bis zu anderen Kinderkrankheiten. Kein Wunder, dass milde verlaufende Röteln oft nicht korrekt diagnostiziert werden.

Die zweite Angriffswelle

Mit zunehmender Zahl fluten die Viren das Blut und suchen sich neue Unterkunft. Ausgehend von den Lymphknoten im Kopfbereich breiten sie sich auf die des übrigen Körpers aus, die ebenso anschwellen. Dort findet die weitere Vermehrung statt.

Ein wichtiges Organ der Immunabwehr ist die Milz - sie speichert große Mengen Blut, darunter weiße Blutkörperchen. Leukozyten transportieren bereits unschädlich gemachte Viren und ihre Reste in das lymphatische Organ. Dort beschäftigen sich andere Immunzellen ebenfalls mit den Antigenen und fahren die Immunantwort hoch.

Daher schwillt die Milz bei etwa der Hälfte der Patienten an - ein Vorgang, den man als Milzvergrößerung (Splenomegalie) bezeichnet. Sobald der Spuk vorüber ist, erreicht sie wieder normale Ausmaße.

Der Hautausschlag

Mitunter tritt der recht charakteristische Hautausschlag bei Röteln überhaupt nicht oder nur in abgeschwächter Form auf. Wenn doch, dann beginnt er dort, wo sich die Rubellaviren zuerst vermehrt haben: Hinter den Ohren, im Gesicht, an Hals und Nacken. Vom Kopfbereich ausgehend verbreitet er sich über die gesamte Hautoberfläche.

Die rosaroten kleinen Flecken sind leicht erhaben und so groß wie Linsen. Um sie herum liegt ein heller blutleerer (anämischer) Hof. Im Gegensatz zu Windpocken und Masern gehen sie nicht allmählich ineinander über, sondern stehen einzeln auf der Haut - Mediziner sagen, sie sind nicht konfluent.

Ein solches Exanthem tritt nicht nur auf der Haut auf, sondern auch auf der Rachenschleimhaut. Sie ist für die Dauer der Rötung der äußeren Haut ebenso entzündet.

Der Hautausschlag verblasst innerhalb von zwei oder drei Tagen. Danach ist der Patient nicht weiter ansteckend.

Komplikationen: Bei Kindern selten

Die Verbreitung der Viren über die Blutbahn führt bei Erwachsenen und Jugendlichen wesentlich häufiger zu Komplikationen als bei Kindern. Bei Letzteren heilen die Röteln meistens ohne Probleme ab.

In seltenen Fällen machen sich die Erreger im Schädelinneren breit und verursachen eine Hirnhautentzündung (Meningitis). Bisweilen befällt die Entzündungsreaktion mehrere Gelenke gleichzeitig, die anschwellen und schmerzen (Arthritis). Ebenso möglich sind Bronchitis, Mittelohr- oder Herzmuskelentzündung.

Laborwerte bei Röteln

Bei Röteln verändern sich die Blutwerte, vor allem die der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Im großen Blutbild sind sie im Anfangsstadium der Erkrankung erhöht (Leukozytose), während des Vollbildes erniedrigt (Leukopenie). Eine Ausnahme macht dabei die Untergruppe der Lymphozyten, die relativ gehäuft auftreten (Lymphozytose). Zugleich expandieren die Plasmazellen und sorgen für die Produktion großer Mengen Antikörper, um die Viren außer Gefecht zu setzen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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