Waisenrente – Die staatliche Hilfe für Hinterbliebene

Jeder, der mindestens fünf Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, sorgt damit im Falle seines Todes auch für seine Hinterbliebenen vor. Kinder erhalten dann von der Deutschen Rentenversicherung eine Waisenrente, Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner eine Witwenrente.

Die Höhe der Waisen- und Witwenrente richtet sich nach den Beiträgen, die der Verstorbene bis zu seinem Tod in die staatliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Das Geld soll helfen, den fehlenden Unterhalt des Verstorbenen zu ersetzen und die Existenz der Hinterbliebenen abzusichern. 

Waisenrente

Waisenrente erhalten minderjährige Kinder im Todesfall ihrer Eltern. Wenn ein Elternteil stirbt, bekommen sie bis zu ihrem 18. Lebensjahr monatlich eine Halbwaisenrente. Sterben beide Eltern, wird eine Vollwaisenrente gezahlt. Bezugsberechtigt für die Waisenrenten sind die leiblichen Kinder sowie Stief- und Pflegekinder. Die Höhe der Zahlung beträgt bei Halbwaisen pauschal zehn bis 20 Prozent der Rente, die der verstorbene Elternteil bei voller Erwerbsminderung bezogen hätte. Vollwaisen erhalten 20 bis 40 Prozent der Rentenansprüche des Elternteils mit den höheren Bezugsrechten.    

Wie lange wird Waisenrente gezahlt?

Waisenrente wird bis zum 18. Lebensjahr des Kindes gezahlt. Sie kann sich bis zum 27. Lebensjahr verlängern, wenn eine Schul- oder Berufsausbildung beziehungsweise ein Studium angeschlossen wird. Verlängernd wirkt sich auch der Bundesfreiwilligendienst aus oder wenn eine Behinderung besteht.

Bei Unterbrechung der Ausbildung durch Zivil- oder Wehrdienst erhält der Jugendliche auch nach dem 27. Lebensjahr noch Waisenrente. Eigene Einkünfte werden ab dem 18. Lebensjahr oberhalb bestimmter Freigrenzen angerechnet.  Eine Adoption oder eigene Heirat wirkt sich nicht auf die Waisenrente aus.

Witwenrente

Hier bestehen zwei Regelungen nebeneinander. Vor 2002 geschlossene Ehen unterliegen dem alten Witwenrecht, mit dauerhafter Wirkung und höheren Bezügen. Das neue Recht unterscheidet dagegen zwischen kleiner und großer Witwenrente. Die Ehe muss mindestens ein Jahr bestanden haben, Ausnahme: Tod durch Unfall.

Die kleine Witwenrente

Die kleine Witwenrente richtet sich an jüngere Hinterbliebene ohne minderjährige Kinder, da diese auf längere Sicht selbst wieder für ihren Unterhalt sorgen können. Sie wird nur zwei Jahre lang gezahlt und beträgt 25 Prozent der Rente des Verstorbenen (bei voller Erwerbsminderung oder bereits geltender Altersrente).

Große Witwenrente

Die große Witwenrente wird dauerhaft gezahlt. Voraussetzung dafür ist eine Altersgrenze der Witwe oder des Witwers, die stufenweise von 45 auf 47 Jahre angehoben wird. Auch wenn minderjährige oder behinderte Kinder (eigene oder die des Verstorbenen) erzogen werden, gibt es die große Witwenrente. Sie beträgt 55 Prozent der Versichertenrente.

Besonderheiten der neuen Witwenrente

Für kleine und große Witwenrente gilt: In den ersten drei Monaten nach dem Tod des Ehepartners werden 100 Prozent gezahlt (das sogenannte Sterbeviertelahr), für jedes Kind gibt es Zuschläge. Eigenes Einkommen oberhalb von Freigrenzen wird angerechnet.

Bei einer erneuten Heirat endet die Zahlung der Witwenrente. Nur für die große Witwenrente gilt: Es wird bei neuer Heirat eine Abfindung von zwei Jahresrenten gezahlt. Und nach dem Tod des neuen Ehepartners kann die alte Witwenrente weiter bezogen werden.