Wildunfall vermeiden: So verhalten Sie sich richtig
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Wildunfall vermeiden: So verhalten Sie sich richtig

In Deutschland ereignet sich im Durchschnitt alle zwei Minuten ein Wildunfall. Der Schaden lag 2015 bereits bei über 650 Millionen Euro, Tendenz seit Jahren steigend. Mit vorausschauendem Fahren ließen sich viele dieser Unfälle vermeiden.

Der Deutsche Jagdverband rät, auf Landstraßen vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung besonders vorsichtig zu fahren und bremsbereit zu sein. Gerade Waldränder sollte man beim Fahren im Blick behalten. Ist die Strecke mit einer Warnung vor Wildwechsel gekennzeichnet, sollte das Tempo vorsorglich reduziert werden, auch bei guter Sicht.

 

Wann ist die Gefahr eines Wildunfalls besonders hoch?

Ein erhöhtes Gefahrenpotential besteht in der Dämmerung und bei schlechter Sicht. Die Zeit vom Spätsommer bis in den Februar hinein gilt zudem als besonders heikel, denn in der Paarungszeit sind Wildtiere sehr impulsiv und nur schwer berechenbar. Gerade jetzt sind die Tage auch kürzer und es kommt häufiger zur Nebelbildung.

Überblick zur Brunft- und Paarungszeiten:

  • Rehe: Juli und August
  • Rothirsche: September und Oktober
  • Damhirsch: Oktober und November
  • Wildschwein: November bis Februar
  • Fuchs: Januar und Februar

Wer Wildtiere über die Straße laufen sieht, sollte auch bei ausreichender Entfernung sensibilisiert sein. Viele Tiere sind im Rudel unterwegs, Nachzügler also wahrscheinlich.

In Wäldern, in denen viele Wanderer oder Pilzsammler ihre Freizeit verbringen, steigt für Autofahrer die Unfallgefahr. Der Grund: Tiere, die sich zurückgezogen hatten, werden häufig aufgeschreckt und nehmen auf ihrer Flucht keine Rücksicht auf den Verkehr. Für Ausflügler gilt daher: Auf markierten Wegen zu bleiben, kann Unfälle verhindern helfen.

Richtiges Verhalten bei Nachtfahrten

Wenn Sie zu später Stunde mit dem Auto durch waldreiche Gebiete fahren, sollten Sie nach Möglichkeit das Fernlicht benutzen. Es hilft, Tiere rechtzeitig zu erkennen. Gerät ein Tier in Sichtweite, bremsen Sie und blenden Sie ab. Kräftiges Hupen kann helfen, Tiere aus der Gefahrenzone zu vertreiben.

Wenn ein Zusammenstoß unvermeidlich ist

Um bei einem Wildunfall richtig zu reagieren, sollte man das Szenario im Kopf bereits durchgespielt haben. Wer impulsiv das Lenkrad herumreißt, gefährdet nämlich sich selbst, Mitreisende und andere Verkehrsteilnehmer. Bei einem unvermeidlichen Zusammenprall halten Sie das Lenkrad fest und fahren weiter geradeaus, nehmen die Kollision also in Kauf.

Verhalten nach einem Wildunfall

Schalten Sie das Warnlicht ein und sichern Sie die Unfallstelle. Befindet sich das Tier noch auf der Fahrbahn, sollten Sie es an den Rand schaffen. Begeben Sie sich dabei nicht in Gefahr. Verletzte Tiere können aggressiv reagieren. Handschuhe oder eine Decke sind erforderlich, um die Gefahr einer Tollwut-Infektion auszuschließen.

Konnte sich das Tier verletzt noch in den Wald entfernen, sollten Sie ihm nicht folgen. Informieren Sie umgehend die Polizei über den Wildunfall. Die Beamten werden sich mit dem zuständigen Förster in Verbindung setzen, der das Aufspüren des verletzten Tieres übernimmt. Von der Polizei erhalten Sie auch eine Wildunfall-Bescheinigung, den Sie für die Versicherung benötigen.

Hinweis: Wer ein getötetes Tier mitnimmt, macht sich der Wilderei schuldig. Neben einer Geldstrafe drohen bis zu drei Jahre Haft.

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