Mit Vliestapete tapezieren: Die praktische Alternative zur Raufasertapete
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Mit Vliestapete tapezieren: Die praktische Alternative zur Raufasertapete

Tropfender Kleister, schiefe Bahnen – Tapezieren ist nicht jedermanns Sache. Die unkomplizierte Variante: eine Vliestapete tapezieren. Die hochwertigen Wandbeläge sind besonders leicht zu verarbeiten und in vielen modischen Mustern und Prägungen erhältlich.

Vliestapete: Das sind die Vorteile einer Vliestapete

Sie möchten Ihren vier Wänden ein neues Wandkleid verpassen? Mit einer modernen Vliestapete gelingt das selbst Anfängern im Handumdrehen. Denn das lästige Einkleistern und Einweichen der Tapeten entfällt bei einer Vliesfasertapete ebenso wie das umständliche Herumhantieren mit klebrigen und tropfenden Bahnen. Das Trägermaterial von Vliestapeten besteht aus Zellstoff und Textilfasern, sodass die Vliestapete ganz einfach trocken auf die eingekleisterte Wand geklebt wird. Auch das Problem mit reißenden Bahnen oder sichtbaren Übergängen nach dem Trocknen gehört dank des dimensionsstabilen und reißfesten Materials der Vergangenheit an. Und wenn die nächste Renovierung ansteht, lassen sich die Bahnen in der Regel ohne mühsames Abkratzen und Einweichen der Tapeten ganz einfach wieder abziehen – wenn Sie alles richtig gemacht haben, gelingt das sogar in einem Stück.

Was sind die Nachteile einer Vliestapete?

Leider hat auch die robuste und strapazierfähige Vliestapete ein paar Nachteile. So sind Tapeten aus Vlies meist teurer als Raufaser- und Papiertapeten. Beim Kauf von Vliestapeten können Sie in der Regel mit 4 Euro pro Quadratmeter rechnen. Zum Vergleich: Raufasertapeten kosten meist nur 50 Cent bis 1 Euro pro Quadratmeter. Aufgrund ihrer Stabilität eignet sich die Vliestapete außerdem nicht sonderlich gut für kompliziertere Wandkonstruktionen wie beispielsweise Bögen. Auch manche Ecken sind mit der Vliesfasertapete schwer abzudecken.

Mit Vliestapete tapezieren: Die richtige Vorbereitung

Zunächst müssen Sie alle Reste von Tapete entfernen, die sich eventuell noch an der Wand befinden. Spachteln Sie anschließend Bohrlöcher und andere Unebenheiten zu und schleifen Sie sie glatt. Weil Vliestapeten durchscheinender sind als Papiertapeten, empfiehlt es sich, die Wand mit weißem Tapetengrund vorzustreichen. Das verbessert zugleich die Haftung der Tapete.

Bevor Sie eine Wand mit Vliestapete tapezieren, messen Sie die Raumhöhe mit einem Zollstock aus. Rollen Sie die Vliestapete mit dem Muster nach oben auf dem Tapeziertisch aus und schneiden Sie die Bahnen auf die gemessene Länge zuzüglich fünf bis zehn Zentimeter Verschnittzugabe zu. Hier kann die Verwendung einer speziellen Tapezierschiene ebenfalls hilfreich sein. Berücksichtigen Sie beim weiteren Zuschneiden gegebenenfalls versetzte Muster, indem Sie die folgende Bahn probeweise an die anstoßende Seite anlegen!

Vliestapete anbringen: Die Vliestapete kleben mit der richtigen Wandklebetechnik

Markieren Sie nun mithilfe einer Wasserwaage und entsprechend der Bahnbreite eine senkrechte Linie an der Wand, an der Sie die erste Tapetenbahn ausrichten. Achtung: Die Tapete sollte auch seitlich zum Wandende bzw. zur Raumecke einige Zentimeter überlappen. Nachdem Sie den speziellen Kleister für Vliesfasern angerührt haben, streichen Sie die Wand mit einer Lammfellrolle satt ein. Gehen Sie hierbei abschnittsweise vor und tragen Sie den Kleister zunächst nur für die erste Bahn auf (dabei etwas über die Markierung hinaus gehen). Nun können Sie auch schon die Vliestapete tapezieren: Legen Sie die zugeschnittene Bahn oben beginnend an der markierten Linie an und drücken Sie die Tapete mit der Tapezierbürste gleichmäßig an die Wand.

Die Lufteinschlüsse streichen Sie zu den Seiten hin heraus. Liegt die Bahn gerade, rollen Sie sie mit der Moosgummiwalze nochmals fest. Die Überstände über dem Boden oder der Fußleiste bzw. zur Decke hin werden mithilfe eines Cuttermessers und eines Tapezierspachtels abgeschnitten und abgezogen. Die folgenden Bahnen legen Sie nun parallel zur jeweils vorangegangenen im Kleisterbett Stoß an Stoß an.

Wenn Sie es sich dennoch nicht zutrauen, Ihre Wände in Eigenregie mit Vliestapete zu tapezieren, wenden Sie sich an einen Experten für Tapezierarbeiten in Ihrer Nähe – den richtigen Experten finden Sie in diesem Artikel.

Anleitung zum Vliestapete entfernen: So geht’s

Wer eine Vliestapete entfernen möchte, muss keine großen Mühen scheuen. Denn aufgrund ihrer außerordentlichen Stabilität und Reißfestigkeit lassen sich Vliestapeten meist recht einfach entfernen. Gehen Sie zum Vliestapete entfernen wie folgt vor:

Schritt 1: Den Boden mit Malervlies auslegen, damit der Boden beim Vliestapete entfernen nicht beschädigt oder verschmutzt wird.

Schritt 2: Nehmen Sie sich nun einen speziellen Tapetenperforierer, mit dem sie kleine Löcher in die Vliestapete stechen. Auf diese Weise kann Wasser auf den Untergrund der Vliestapete gelangen und der Tapetenkleister lässt sich leichter lösen.

Schritt 3: Nun geht’s an’s Tapetenkleister aufweichen. Dazu können Sie entweder eine Mischung aus Wasser und Spülmittel oder speziellen Tapetenlöser auf die perforierte Vliestapete geben. Die Weichzeit beträgt etwa 10-15 Minuten.  

Schritt 4: Nun können Sie die Vliestapete entfernen. Ist der Kleister gut aufgeweicht, lässt sich die robuste Vliestapete oftmals auch in einem Stück von der Wand entfernen. Sollte die Vliestapete nicht so einfach von der Wand zu entfernen sein, nehmen Sie sich einen Tapezierspachtel und helfen an den Stellen nach, an denen die Vliestapete Widerstand gibt.

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