Mit Vliestapete tapezieren: Die praktische Alternative zur Raufasertapete
(2)

Mit Vliestapete tapezieren: Die praktische Alternative zur Raufasertapete

Tropfender Kleister, schiefe Bahnen – Tapezieren ist nicht jedermanns Sache. Die unkomplizierte Variante: eine Vliestapete tapezieren. Die hochwertigen Wandbeläge sind besonders leicht zu verarbeiten und in vielen modischen Mustern und Prägungen erhältlich.

Die Vorteile einer Vliestapete

Sie möchten Ihren vier Wänden ein neues Wandkleid verpassen? Mit einer modernen Vliestapete gelingt das selbst Anfängern im Handumdrehen. Denn das lästige Einkleistern und Einweichen der Tapeten entfällt ebenso wie das umständliche Herumhantieren mit klebrigen und tropfenden Bahnen. Vliestapeten bestehen aus Zellstoff und Textilfasern und werden ganz einfach trocken auf die eingekleisterte Wand geklebt. Auch das Problem mit reißenden Bahnen oder sichtbaren Übergängen nach dem Trocknen gehört dank des formstabilen und reißfesten Materials der Vergangenheit an. Und wenn die nächste Renovierung ansteht, lassen sich die Bahnen in der Regel ohne mühsames Abkratzen und Einweichen der Tapeten ganz einfach wieder abziehen – wenn Sie alles richtig gemacht haben, gelingt das sogar in einem Stück.

Vliestapete tapezieren: Die richtige Vorbereitung

Zunächst müssen Sie alle Reste von Tapete entfernen, die sich eventuell noch an der Wand befinden. Spachteln Sie anschließend Bohrlöcher und andere Unebenheiten zu und schleifen Sie sie glatt. Weil Vliestapeten durchscheinender sind als Papiertapeten, empfiehlt es sich, die Wand mit weißem Tapetengrund vorzustreichen. Das verbessert zugleich die Haftung der Tapete.

Bevor Sie eine Wand mit Vliestapete tapezieren, messen Sie die Raumhöhe mit einem Zollstock aus. Rollen Sie die Vliestapete mit dem Muster nach oben auf dem Tapeziertisch aus und schneiden Sie die Bahnen auf die gemessene Länge zuzüglich fünf bis zehn Zentimeter Verschnittzugabe zu. Berücksichtigen Sie beim weiteren Zuschneiden gegebenenfalls versetzte Muster, indem Sie die folgende Bahn probeweise an die anstoßende Seite anlegen!

So kommt die Tapete an die Wand

Markieren Sie nun mithilfe einer Wasserwaage und entsprechend der Bahnbreite eine senkrechte Linie an der Wand, an der Sie die erste Tapetenbahn ausrichten. Achtung: Die Tapete sollte auch seitlich zum Wandende bzw. zur Raumecke einige Zentimeter überlappen. Nachdem Sie den speziellen Vliesfaserkleister angerührt haben, streichen Sie die Wand mit einer Lammfellrolle satt ein. Gehen Sie hierbei abschnittsweise vor und tragen Sie den Kleister zunächst nur für die erste Bahn auf (dabei etwas über die Markierung hinaus gehen). Nun können Sie auch schon die Vliestapete tapezieren: Legen Sie die zugeschnittene Bahn oben beginnend an der markierten Linie an und drücken Sie die Tapete mit der Tapezierbürste gleichmäßig an die Wand.

Die Lufteinschlüsse streichen Sie zu den Seiten hin heraus. Liegt die Bahn gerade, rollen Sie sie mit der Moosgummiwalze nochmals fest. Die Überstände über dem Boden oder der Fußleiste bzw. zur Decke hin werden mithilfe eines Cuttermessers und eines Tapezierspachtels abgeschnitten und abgezogen. Die folgenden Bahnen legen Sie nun parallel zur jeweils vorangegangenen im Kleisterbett Stoß an Stoß an.

Wenn Sie es sich dennoch nicht zutrauen, Ihre Wände in Eigenregie mit Vliestapete zu tapezieren, wenden Sie sich an einen Experten für Tapezierarbeiten in Ihrer Nähe – Adressen finden Sie direkt unter diesem Artikel.

SM
Autor/-in
Simon Meyer
Wie finden Sie diesen Artikel?