So werden Röteln behandelt
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So werden Röteln behandelt

Röteln sind eine Viruserkrankung, gegen die Antibiotika und Co. nicht helfen. Daher beschränkt sich die Behandlung auf die Linderung der Beschwerden. Bei einem normalen Verlauf bei Kindern ist nicht viel Eingreifen erforderlich, da sich diese in Grenzen halten. Nur beim Auftreten von Komplikationen sind weitere Therapiemaßnahmen unumgänglich.

Behandlung der typischen Symptome von Röteln

Üblicherweise sind Röteln keine schwerwiegende Erkrankung - jedenfalls im Kindesalter. Kommt es zu grippeähnlichen Symptomen, kümmert man sich um die Senkung des Fiebers und die Linderung der Erkältungsbeschwerden.

Die Körpertemperatur steigt selten über 38 Grad Celsius. Kalte Wadenwickel sind ein altes Hausmittel, das für die Behandlung so gut wie immer ausreicht.

Schmerz- und fiebersenkende Mittel wie Ibuprofen und Paracetamol sind selten vonnöten. Verwenden Sie gegebenenfalls Zäpfchen oder Saft und fragen Sie Ihren Kinderarzt nach richtiger Dosierung und Einnahme. Acetylsalicylsäure (ASS) sollte man bei Kindern generell nicht anwenden.

Halsschmerzen lassen sich mit Lutschpastillen und Kühlung lindern. Wie bei allen Infektionskrankheiten gönnt man dem hart arbeitenden Immunsystem am besten Ruhe, damit es sich eingehend mit den Erregern auseinandersetzen kann. In der Praxis bedeutet das Bettruhe, viel schlafen, viel trinken und für ausreichende Lüftung des Zimmers sorgen.

Behandlung bei Komplikationen

Zusätzliche Beschwerden sind bei Kindern selten, bei Jugendlichen und Erwachsenen hingegen nicht unüblich. Entzündungsreaktionen in Mittelohr, Hirnhaut, Herz oder in den Gelenken müssen vom Arzt therapiert werden.

Mit Meningitis und Entzündungen am Herzen ist nicht zu spaßen. Gelenkentzündungen und Gelenkschmerzen lassen sich mit Analgetika und entzündungshemmenden Medikamenten lindern.

Gegen die Viren helfen Antibiotika nicht. Diese setzt man nur ein, wenn Bakterien die Chance ergreifen und das geschwächte Immunsystem für einen Angriff nutzen. Das gilt beispielsweise für Bronchitis oder Mittelohrentzündung.

Wichtig: Halten Sie sich von Schwangeren fern!

So harmlos die Röteln bei Kindern in der Regel verlaufen, so gefährlich sind sie für Schwangere und ihr ungeborenes Baby. Die Viren gelangen über die Plazenta in die Leibesfrucht und führen insbesondere zu Beginn der Schwangerschaft zu Fehlbildungen der Organe. Die Folge sind gehäuft auftretende Früh- und Fehlgeburten.

Bei ausreichendem Impfschutz sollte es nicht so weit kommen. Ist eine Schwangere ohne hinreichende Immunität versehentlich mit einem an Röteln erkrankten Kind in Kontakt gekommen, besteht für zwei bis drei Tage die Möglichkeit einer Postexpositions-Prophylaxe. 

Passive Immunisierung 

Für eine "richtige" Impfung reicht die Zeit nicht - bis das Immunsystem so weit hochgefahren wurde, dass es Abwehrstoffe und Immunzellen bildet, ist alles zu spät. Daher verabreicht man fertige Antikörper, die sich um eingedrungene Viren kümmern. Diese Form der Impfung bezeichnet man als passive Immunisierung.

Am besten ist es, wenn der Immunstatus schon früh in der Schwangerschaft überprüft wird, so wie es die Standarduntersuchungen im Mutterpass vorsehen. Sind keine ausreichenden Mengen an Antikörpern im Blut vorhanden, lässt sich das mit einer Nachholimpfung korrigieren. So geht man auf Nummer sicher, dass dem Nachwuchs nichts passieren kann.

Vorbeugung ist die beste Medizin!

Den ganzen Ärger mit Röteln können Sie sich ersparen, wenn Sie Ihr Kind impfen lassen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfommission (STIKO) dafür aktuell die MMR (Masern-Mumps-Röteln)-Impfung. Der Dreifach-Impfstoff hat den Vorteil, dass Junior mit einem Piks Immunität gegen drei Kinderkrankheiten auf einmal erhält.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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