Schwerhörigkeit: Wo sie beginnt und was Sie gegen sie tun können
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Schwerhörigkeit: Wo sie beginnt und was Sie gegen sie tun können

Wie wichtig ein gutes Gehör ist, wird uns erst dann bewusst, wenn mit unseren Ohren etwas nicht stimmt. Denn: Hören bedeutet, dass wir unsere Umwelt erfassen, uns in ihr orientieren und mit anderen Menschen kommunizieren können. Eine Schwerhörigkeit kann also fatale Folgen für das eigene Wohlbefinden haben. Wann eine Schwerhörigkeit vorliegt, wodurch sie verursacht werden kann und vieles mehr verraten wir Ihnen hier.

Was ist Schwerhörigkeit?

Statistiken zufolge ist bei rund 17 bis 20 Millionen Deutschen das Hörvermögen vermindert. Insbesondere bei jungen Leuten ist die Tendenz steigend. Ärzte unterscheiden dabei zwischen zwei verschiedenen Formen der Schwerhörigkeit: der Schallleitungsschwerhörigkeit und der Schallempfindungsschwerhörigkeit. Die Ursache für eine Schallleitungsschwerhörigkeit liegt im Außen- oder Mittelohr. Betroffene nehmen hohe und tiefe Töne leiser oder verzerrt wahr, während gesprochene Sprache in der Regel noch gut verstanden wird. Bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit sind hingegen die Sinneszellen im Innenohr geschädigt, sodass Schallwellen nicht mehr korrekt ans Gehirn weitergeleitet werden. Zu dieser Form der Schwerhörigkeit zählt auch die Altersschwerhörigkeit. 

Ab wann liegt eine Schwerhörigkeit vor?

Die Lautstärke von Geräuschen wird in Dezibel angegeben. Liegt der Dezibelwert über null, können die Töne theoretisch von unseren Ohren wahrgenommen werden. Hören wir ein Geräusch erst ab einer Lautstärke von 20 Dezibel, handelt es sich um eine leichte Schwerhörigkeit, ab 41 Dezibel um eine mittelgradige Hörstörung. Erst dann, wenn ein Patient Geräusche erst ab einer Dezibelschwelle von 61 wahrnimmt, liegt eine hochgradige Schwerhörigkeit vor. Betroffene können Gesprächen ohne Hörgerät nur noch sehr schwer oder gar nicht folgen und nehmen auch viele Alltagsgeräusche nicht mehr wahr. 

Wodurch kann eine Schwerhörigkeit verursacht werden?

Die Liste der möglichen Ursachen für Schwerhörigkeit ist sehr lang und reicht von akuten Ohrenerkrankungen über genetische Faktoren bis hin zu normalen Alterungsprozessen. Hier ein - nicht vollständiger - Überblick:

  • Hörsturz
  • Mittelohrentzündung
  • Knalltrauma
  • Menière-Krankheit (Begleitsymptom: Schwindel)
  • Ohrschmalzpfropf
  • Fremdkörper im Ohr
  • verletztes Trommelfell
  • Barotrauma (Probleme beim Druckausgleich)

Des Weiteren können Durchblutungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und sogar Schäden an der Halswirbelsäule eine Schwerhörigkeit zur Folge haben.

Schwerhörigkeit im Alter 

Schwerhörigkeit im Alter ist ein sehr häufiges Phänomen: Im Alter von 90 Jahren sind etwa 90 Prozent betroffen - Männer häufiger als Frauen. Ob und in welcher Geschwindigkeit die Hörfähigkeit nachlässt, ist jedoch von Mensch zu Mensch verschieden. Als Ursache vermuten Mediziner eine Kombination aus äußeren Faktoren (Lärm) und natürlichen Alterungsprozessen, die sich vor allem durch die Ablagerung von Stoffwechselprodukten bemerkbar machen. Nicht zuletzt spielen auch die Gene eine Rolle. Häufig lässt das Gehör bereits ab dem 50. Lebensjahr nach, wobei die hohen Frequenzen meist zuerst verloren gehen. Auch das Sprachverstehen ist zunehmend beeinträchtigt, insbesondere bei Hintergrundgeräuschen.

Wenn Sie den Verdacht haben, Ihr Kind leidet unter Schwerhörigkeit, sollten Sie einen Hörtest machen lassen.

Wenn Sie den Verdacht haben, Ihr Kind leidet unter Schwerhörigkeit, sollten Sie einen Hörtest machen lassen.

Schwerhörigkeit bei Kindern

Bei Kindern ist es besonders wichtig, eine Schwerhörigkeit rasch zu erkennen, denn ein Kind, das schlecht hört, entwickelt sich sprachlich und geistig langsamer. Wie bei Erwachsenen kann auch bei Kindern eine akute Erkrankung für die Schwerhörigkeit verantwortlich sein - beispielsweise eine Infektionskrankheit oder auch eine Schädelverletzung. Bei einigen Kindern ist die Schwerhörigkeit auch angeboren.

Gründe hierfür können unter anderem Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft oder auch eine zu frühe Geburt sein. Am besten beobachten Sie Ihr Kind sehr sorgfältig, um Anzeichen für eine Hörminderung rechtzeitig zu erkennen. Reagiert das Kind nicht, wenn es angesprochen wird, erschrickt es bei lauten Geräuschen nicht oder hat es Probleme, Geräusche zu lokalisieren, sollten Sie einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen.

Therapieformen bei Schwerhörigkeit 

Die Behandlung von Schwerhörigkeit ist insbesondere von der Ursache abhängig. Wird die Grunderkrankung (etwa eine Ohrenentzündung oder ein Ohrschmalzpfropf) behandelt, kehrt auch das Hörvermögen rasch zurück. Für eine Innenohrschwerhörigkeit, zu der auch die Altersschwerhörigkeit zählt, gibt es keine Behandlung. Betroffene sollten sich jedoch mit einem Hörgerät versorgen lassen, um die Lebensqualität zu erhöhen und weiterhin uneingeschränkt am Alltag teilhaben zu können. Hörakustiker haben viele verschiedene Typen von Hörgeräten im Angebot, sodass für jeden Bedarf etwas Passendes dabei ist.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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