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Nasenspray-Sucht bekämpfen: Was tun gegen die Abhängigkeit?
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Gisèle Schneider
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Gisèle Schneider
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Nasenspray-Sucht bekämpfen: Was tun gegen die Abhängigkeit?

Nasenspray-Sucht hat fatale Auswirkungen. Abschwellende Nasensprays und -tropfen, die zunächst bei Schnupfen Linderung und eine freie Nase verschaffen, können bei dauerhafter Anwendung zu einer geschädigten Nasenschleimhaut führen. Mit den folgenden Tipps können Sie eine Nasenspray-Abhängigkeit bekämpfen.

Nasenspray-Sucht: Entstehung und Auswirkungen

Abschwellende Nasensprays versprechen schnelle Besserung bei einer verstopften Nase, etwa im Zuge einer Erkältung. Das Problem: Wenden Sie das Spray über längere Zeit an, gewöhnen sich die Schleimhäute an die regelmäßige Dosis. Es entsteht ein Teufelskreis: Lässt die Wirkung des Nasensprays nach, schwellen die Schleimhäute übermäßig an. Also benutzen Sie das Spray erneut und immer wieder, um die verstopfte Nase zu bekämpfen – es kommt zu einer Nasenspray-Sucht. Der Schnupfen wird dadurch nur kurzfristig gelindert, bleibt aber als chronisches Symptom bestehen. Als Folge können die Nasenschleimhäute immer mehr austrocknen. Dadurch erhöht sich das Risiko von Keimbefall und die Nase beginnt unter Umständen, immer leichter zu bluten.

Wege aus der Nasenspray-Sucht

So gehen Sie vor, wenn Sie die Abhängigkeit vom Nasenspray wirksam bekämpfen wollen:

  • Identifizieren Sie den Grund für die Verwendung des Sprays: Handelt es sich um Schnupfen oder um eine allergische Reaktion, zum Beispiel Heuschnupfen?
  • Behandeln Sie die Ursache entsprechend und ziehen Sie, wenn nötig, dafür einen Arzt zurate.
  • Beginnen Sie mit der Entwöhnung. Starten Sie damit, zuerst bei einem der beiden Nasenlöcher kein Spray mehr zu verwenden. Meersalznasensprays unterstützen die Regeneration der Schleimhäute: Sie wirken befeuchtend und abschwellend.
  • Alternativ kann es in Absprache mit einem Arzt sinnvoll sein, das abschwellende Spray mit einem kortisonhaltigen Nasenspray zu ersetzen.
  • Für beide Arten der Entwöhnung gilt: Haben Sie Geduld und halten Sie über ein paar Tage lang die verstopfte Nase aus, ohne zum gewohnten Spray zu greifen.
  • Halten Sie durch: Haben sich Ihre Nasenschleimhaut erst einmal vom Spray entwöhnt, kann sich Ihre Nase in der Regel vollständig erholen.

Weshalb Sie nicht generell auf Nasenspray verzichten müssen

Die Nutzung eines Nasensprays über die Dauer von maximal einer Woche kann durchaus sinnvoll sein. Es unterstützt die Nasenatmung, das Abfließen von Nasensekret sowie einen erholsamen Schlaf. Länger als sieben Tage sollten Sie abschwellende Präparate nicht anwenden.

Nasenspray-Sucht: Zu welchem Arzt soll ich gehen?

Bei einer Nasenspray-Sucht ist ein Hals-Nasen-Ohrenarzt der richtige Ansprechpartner. Haben Sie auch längere Zeit nach der Erkältung noch das Gefühl, dass Ihre Nase nicht mehr richtig abschwillt, vereinbaren Sie einen Termin bei einem HNO-Arzt. Dieser kann untersuchen, ob eine Erkrankung der Nase oder tatsächlich eine Nasentropfen-Sucht die Ursache der verstopften Nase ist.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Gisèle Schneider
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Gesunde Ernährung und Sport sind für Gisèle Schneider nicht nur im Alltag wichtige Themen. Seit Jahren behandelt Sie in Ihren Artikeln Fragen rund um Sport, Ernährung und Medizin.
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