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Wie heilt das Nasenpiercing am besten?

Bei einem Nasenpiercing wird die Haut an einer Stelle der Nase durchgestochen und in das kleine Loch ein Stecker oder ein Ring eingesetzt, der dort verbleibt. Da das Nasenpiercing eine Verletzung der Nase darstellt, ist die richtige Hygiene des Hautschmucks für die Heilung von großer Wichtigkeit. So heilt das Nasenpiercing am besten.

Was bedeutet ein Nasenpiercing?

Es gibt verschiedene Nasenpiercings. Je nachdem wo das Piercing gestochen wird, sind die Bezeichnungen des Nasenschmucks unterschiedlich:

  • Nostril-Piercing: Der rechte oder linke Nasenflügel wird durchgestochen und ein Stecker oder Ring eingesetzt.
  • Septum-Piercing: Das Bindegewebe unterhalb des Nasenscheidewandknorpels (unterhalb der Nasenspitze) wird durchgestochen. An dieser Stelle der Nase wird meist ein Ring oder ein hufeisenförmiges Circular Barbell eingesetzt.
  • Nasallang: Das Piercing wird horizontal durch beide Nasenflügel und die Nasenscheidewand gestochen. Es geht einmal direkt durch die Nase. Meist wird ein länglicher Stab eingesetzt.
  • Austin Bar: Das Piercing sitzt in der Nasenspitze.
  • Bridge-Piercing: Das Piercing wird am oberen Ende des Nasenrückens waagerecht zwischen den Augen gestochen. Da hier viele Nerven verlaufen, birgt das Stechen Risiken.

Ich möchte ein Nasenpiercing – wohin gehe ich?

Ein Nasenpiercing kann ein geübter Piercer stechen. Es gibt eine Reihe Piercingstudios, aber auch auch Tattoostudios, die Piercings anbieten. Manche HNO-Ärzte haben eine Zusatzschulung für das Piercen absolviert. Wichtig beim Stechen des Nasenpiercings ist absolute Sauberkeit und Hygiene, um eine Entzündung der gestochenen Stelle zu vermeiden. Ebenfalls wichtig ist es, dass der Piercer weiß, wo Gesichtsnerven verlaufen und wo er nicht stechen darf. Lassen Sie sich vor dem Stechen des Nasenpiercings ausführlich beraten und fragen Sie, welche Risiken bestehen und was Sie vor und nach dem Piercen beachten müssen.

Wie heilt das Nasenpiercing am besten?

Im Anschluss an das Stechen des Nasenpiercings trägt der Gepiercte einen großen Teil dazu bei, dass das Nasenpiercing gut verheilt. Rötungen, leichte Schwellungen und Bluten sind direkt nach dem Piercen normal und eine Reaktion des Gewebes auf die Schädigung. Damit sich keine Entzündung entwickelt, ist es wichtig, das Nasenpiercing die ersten vier bis fünf Wochen zwei Mal täglich zu desinfizieren und mit einer Wundsalbe einzucremen. Wichtig: Waschen Sie sich vor der Piercingpflege immer gründlich die Hände.

Das Nasenpiercing richtig pflegen: So funktioniert´s

Bilden sich Verkrustungen (getrocknetes Wundsekret) um die Piercingstelle, können Sie dieses mithilfe einer Kochsalzlösung aufweichen und vorsichtig entfernen. Funktioniert das nicht, warten Sie, bis sich die Verkrustung von selbst löst. Kratzen Sie diese auf keinen Fall ab. Das stört die Wundheilung und erhöht das Risiko für Infektionen. Waschen Sie Ihr Gesicht in den ersten Wochen der Heilung mit einem sanften Waschgel ohne hautreizende Inhaltsstoffe wie Parfum, ätherische Öle, Alkohol, Konservierungs- und Farbstoffe. Fragen Sie Ihren Piercer, was er Ihnen empfehlen kann.

So heilt das Nasenpiercing: fünf Tipps für den Alltag

Damit das Nasenpiercing heilen kann, sollten Sie zudem:

  • nur mit gewaschenen und desinfizierten Fingern das Piercing berühren – am besten so selten wie möglich.
  • die ersten Tage nach dem Stechen mit einem Pflaster die gestochene Stelle schützen, wenn Sie unterwegs sind.
  • auf Sport verzichten. Schweiß reizt die Stichstelle. Außerdem ist das Verletzungsrisiko erhöht.
  • nicht baden oder in die Sauna gehen. Dabei weicht die Haut auf und die Heilung wird verzögert.
  • auf Make-up, Puder und Cremes verzichten – außer Wundheilsalbe.

Wann ist das Nasenpiercing verheilt?

Bis das Nasen-Piercing komplett verheilt ist, dauert es:

  • bei den Nasenflügeln zwei bis vier Monate.
  • beim Nasenrücken acht bis zehn Wochen.
  • bei der Nasenscheidewand etwa sechs bis acht Monate.

Achtung: Nehmen Sie das Piercing bei einem normalen Heilungsverlauf nicht heraus. Die Wunde verschließt sich schnell und Sie können das Piercing dann nicht mehr einsetzen.

Wann mit Nasenpiercing zum Arzt?

Es kann passieren, dass sich Ihr Nasenpiercing entzündet. Dann sollten Sie rasch einen Termin bei Ihrem Hautarzt (Dermatologen) vereinbaren und die Entzündung behandeln lassen. So können Sie verhindern, dass sich die Infektion weiter ausbreitet. Gehen Sie mit Ihrem Nasenpiercing immer zum Hautarzt, wenn:

  • die Stichstelle wenige Tage nach dem Stechen weiter anschwillt und stark gerötet ist.
  • die Stichstelle vermehrt Wundsekret absondert oder gar eitert.
  • die Stichstelle stark schmerzt, pocht oder brennt.
  • die Stichstelle stark juckt.
  • Sie im Gesicht Kribbeln oder gar Taubheitsgefühle wahrnehmen.
  • Sie Fieber bekommen.
  • Sie sich krank fühlen.
  • die Nasenatmung behindert ist.
  • Sie eine allergische Reaktion auf das verwendete Material vermuten.
Profilbild von Ann-Kathrin Landzettel
Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel
Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter. https://www.ann-kathrinlandzettel.de
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